Alcaicum

Eine Alkäische Strophe (auch Alkaiische Strophe) ist eine nach dem griechischen Dichter Alkaios benannte Gedichtform mit einer vierzeiligen, aus zwei 11-silbigen, einer 9-silbigen und einer 10-silbigen Verszeile bestehende Odenstrophe. Diese enthält nach der fünften Silbe eine Zäsur und nach der dritten Hebung eine doppelte Senkung. Dieser reimlos geformte Vers wurde im Deutschen erstmals von Friedrich Gottlieb Klopstock und später vor allem von Friedrich Hölderlin nachgebildet.

Schema:
u - u - u | - u u - u -
u - u - u | - u u - u -
u - u - u - u - u
- u u - u u - u - u

Beispiel:

Vor seiner Hütte ruhig im Schatten sitzt
Der Pflüger, dem Genügsamen raucht sein Herd.
Gastfreundlich tönt dem Wanderer im
Friedlichen Dorfe die Abendglocke.
(Hölderlin: Abendphantasie, 1. Strophe)

Moderne Beispiele:

Es ist, als ob ein Wort noch, ein Echo hier
mir folgt, als ob der schweigende Wald den Klang
der Stimme hielte, die doch lang schon,
lang schon im flüsternden Wind vergangen.
(Friedrich Georg Jünger: Die Seerosen, 1. Strophe)
Als hätten sie noch immer nicht aufgesetzt:
Sie pendeln leise, hängen in Raum und Zeit
wie abgestürzte Engel, ihre
Schwingen in Schonhaltung eingefaltet.
(Marion Poschmann: Grund zu Schafen)

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