Alchemilla vulgaris
Spitzlappiger Frauenmantel
Spitzlappiger Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) (Herbarbeleg)

Spitzlappiger Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) (Herbarbeleg)

Systematik
Unterklasse: Rosenähnliche (Rosidae)
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Gattung: Frauenmantel (Alchemilla)
Sektion: Alchemilla
Art: Spitzlappiger Frauenmantel
Wissenschaftlicher Name
Alchemilla vulgaris
L.

Der Spitzlappige Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) (Syn.: Alchemilla acutiloba), auch als Gewöhnlicher/Gemeiner Frauenmantel bezeichnet, ist eine zu den Rosengewächsen (Rosaceae) zählende Art. Sie gehört zur Alchemilla-vulgaris-Gruppe, die sich durch abstehende, unterschiedlich verteilte Behaarung auszeichnet. Nie sind einzelne Blattstiele oder der Stängel völlig kahl. Der Kelch- und die Außenkelchblätter sind ungleich und kürzer als die Kelchbecher.

Inhaltsverzeichnis

Erscheinungsbild

Der Spitzlappige Frauenmantel ist eine kräftige bis über 50 cm hoch wachsende Art. Die Grundblätter sind meist nierenförmig, seltener auch kreisförmig gestaltet. Sie besitzen eine Breite von 4 bis 15 cm und sind auf 1/4 bis 1/2 in 9 bis 11 schmal-dreieckige bis parabolische oder schmal-trapezförmige Lappen geteilt. Häufig sind diese deutlich länger als breit. Auf der Hälfte besitzen die Lappen meist 8 bis 12 spitze, dreieckige Zähne, die oft ungleich groß sind. Die Laubblätter sind auf der Oberseite mäßig dicht oder auch nur in den Falten und auf den Lappen behaart.

Blattstiele und Blütenstängel sind bis zur Hälfte oder dreiviertel ihrer Länge abstehend behaart. Der Teilblütenstand letzter Ordnung ist gänzlich kahl, selten besitzt einer der glockigen Blütenbecher einige wenige Haare. Die unteren Stängelblätter sind of ziemlich lang gestielt und bis zu fünfmal so lang wie die dazugehörige Spreitenlänge.

Der Spitzlappige Frauenmantel blüht vorwiegend in den Monaten Mai bis August.

Verbreitung und Standortansprüche

Die Art ist in den gemäßigten bis borealen Zonen Mittel- Nord- und Osteuropas verbreitet. Östlich dringt er bis ins westliche Sibirien und südlich bis auf die Balkanhalbinsel vor.

Seines Trivialnamens zum Trotz gehört der Gewöhnliche Frauenmantel nicht zu den häufigsten Frauenmantel-Arten. Seine Verbreitung ist zwar noch ungenügend bekannt, sie scheint sich jedoch in Deutschland hauptsächlich auf den mittleren und südöstlichen Teil des Gebiets zu konzentrieren.

In Österreich kommt die Art allgemein zerstreut vor.

In der Schweiz ist die Verbreitung nicht genügend bekannt.

Der Spitzlappige Frauenmantel wächst an Rändern von Waldwegen, an Gräben, aber auch in Wiesen und Hochstaudengesellschaften. Er bevorzugt frische bis feuchte und nährstoffreiche Standorte.

Verwechslungsmöglichkeiten

Die charakteristische Spitzlappigkeit dieser Art ist an frühen und späten Blättern nicht immer typisch ausgebildet. Vom Bergwiesen-Frauenmantel (Alchemilla monticola) ist er dann am besten durch die kahlen Blütenbecher zu unterscheiden. Vom sehr ähnlichen Zierlichen Frauenmantel (Alchemilla micans) unterscheidet sich A. vulgaris am ehesten durch den sparrig verzweigten Blütenstand und die nicht rötlich überlaufenen Blattstielbasen nebst Nebenblättern.

Literatur

  • Haeupler/Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands, Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000, ISBN 3-8001-3364-4
  • Sebald, Seybold, Philippi: Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3314-8
  • Adler, Oswald, Fischer: Exkursionsflora von Österreich Ulmer Verlag, Stuttgart und Wien, 1994, ISBN 3-8001-3461-6
  • Binz, Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, Schwabe & Co. AG, Basel, 1986, ISBN 3-7965-0832-4
  • Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3454-3

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”