Aldehydehydrogenasen

Die Aldehyddehydrogenasen (ALDH) umfassen eine Gruppe von Enzymen, die im Intermediärmetabolismus Aldehyde oxidieren. Bisher sind mehr als zehn ALDH-Gene im Menschen beschrieben worden, die für entsprechende Protein-Isoformen kodieren. Die Aldehyddehydrogenasen zeigen teilweise deutliche Unterschiede in ihren Aminosäurensequenzen, lassen sich jedoch in drei Gruppen klassifizieren (ALDH-1, ALDH-2 und ALDH-3). Die einzelnen Aldehyddehydrogenasen kommen hauptsächlich in der Leber vor und sind entweder cytosolisch oder mitochondrial lokalisiert.

In der Metabolisierung von Alkohol spielen die Aldehyddehydrogenasen eine essentielle Rolle in der Entgiftung von Stoffwechselprodukten des Ethanols. Ethanol wird innerhalb des Stoffwechsels von Alkoholdehydrogenasen (ADH) in das toxische Acetaldehyd umgewandelt. Durch ALDH kommt es zu einer Oxidierung des Acetaldehyds zum nicht-toxischen Acetat. In Teilen der asiatischen Bevölkerung tritt ein genetischer Polymorphismus der ALDH-2 auf, der zu einem schnellen Anfluten von Acetaldehyd nach Konsum von bereits geringen Mengen Ethanols führt (Flush-Syndrom).

Dieser klinischen Symptomatik wird sich auch bei der Therapie von Alkoholabhängigen bemächtigt. Durch die Gabe von Disulfiram (Antabus) kommt es zu einer Inhibition der ALDH-2, wodurch eine Alkoholunverträglichkeit erzeugt wird.


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