Alec Douglas-Home
Alec Douglas-Home (1986)

Sir Alexander Frederic Douglas-Home, Baron Home of the Hirsel, KT, von 1951 bis 1963 14. Earl of Home (ausgesprochen /hjuːm/ "Hume"), (* 2. Juli 1903 in Mayfair, London; † 9. Oktober 1995 in Berwickshire, Schottland) war von 1963 bis 1964 britischer Premierminister. Douglas-Home gehörte der Conservative Party an.

Er wurde für eine Reihe von Rekorden berühmt: Er war das letzte Mitglied des House of Lords, des britischen Oberhauses, das zum Premierminister berufen wurde, der einzige Premierminister, der vom Oberhaus zurücktrat und sich bei einer Nachwahl zum House of Commons, dem britischen Unterhaus, stellte und der letzte durch einen britischen Monarchen ausgewählte Premierminister.

Inhaltsverzeichnis

Aufstieg zur Macht

Douglas-Home wurde in Mayfair, London, als ältester Sohn eines schottischen Grafen geboren und erhielt seit 1918 den Höflichkeitstitel Lord Dunglass. Sein Bruder war der Dramatiker William Douglas-Home. Nach seiner Ausbildung am Eton College und am Christ Church College der Universität Oxford wurde er 1931 als Abgeordneter der Konservativen Mitglied der Parlaments. Seine aristokratischen Wurzeln gaben ihm einen Vorsprung in seiner Partei, wie sie zu jener Zeit bestand. Er wurde 1937 zum parlamentarischen Staatssekretär von Premierminister Arthur Neville Chamberlain berufen und dadurch 1938 in München Zeuge aus erster Hand der späten Versuche, den Zweiten Weltkrieg durch Verhandlungen mit Adolf Hitler zu vermeiden. Im Zweiten Weltkrieg wurde Douglas-Home schwer verwundet. 1945 wurde er parlamentarischer Privatsekretär im britischen Auswärtigen Amt. Bei den allgemeinen Wahlen 1945 verlor er seinen Parlamentssitz, aber 1950 eroberte er ihn zurück. Als er den Sitz seines Vaters im House of Lords erbte und zum vierzehnten Earl of Home wurde, war er 1951 gezwungen, seinen Sitz im House of Commons aufzugeben. Von 1957 bis 1960 wurde er Führer des Oberhauses. 1960 wurde er zum Außenminister berufen. Nach seinem Verzicht auf den Titel des Earls wurde er 1962 zum Ritter des Schottischen Ordens von der Distel geschlagen, was mit der Anrede "Sir" verbunden ist.

Berufung zum Premierminister

1963 trat der konservative Premierminister Harold Macmillan nach der Profumo-Affäre unerwartet zurück, als eine ärztliche Diagnose ihm (fälschlich) aufgrund Prostata-Krebs keine Hoffnung auf Gesundung einräumte. Zu dieser Zeit sahen die Regeln der Conservative Party vor, dass ihre Chefs nicht durch die Wahl der Parteimitglieder, sondern durch die Entscheidung der "elder statesmen" der Partei bestimmt wurden. Obwohl der Stellvertretende Premierminister (obwohl zu jener Zeit ein solches Amt nicht verfassungsmäßig, sondern allein ehrenhalber bestand) Rab Butler der Favorit der Konservativen Parlamentsmitglieder war, bevorzugten die "elder statesmen" Douglas-Home. Einige gaben an, nicht in ein Kabinett Butler oder des anderen potentiellen Kandidaten, Quintin Hogg, eintreten zu wollen. Der scheidende Premierminister Harold Macmillan unterrichtete die Königin Elisabeth II. über die Ansichten der Honoratioren der Partei. Obwohl argumentiert wurde, dass er nicht das Recht habe, die Königin zu beraten, wen sie einlud, ihr die Hände als Premierminister zu küssen und die Königin keine Verpflichtung hatte, seinen Rat zu akzeptieren, lud die Königin den Earl of Home ein, Premierminister und Erster Lord des Schatzes zu werden. Douglas-Home, erster britischer Premierminister, der im 20. Jahrhundert geboren war, sah es als unpraktisch an, als Premierminister dem Oberhaus anzugehören (es wird allgemein angenommen, dass Lord Curzon in den 1920er Jahren wegen seiner Position im Oberhaus nicht zum Premierminister berufen wurde). Er nutzte den kurz zuvor 1963 verabschiedeten Peerage Act, den Tony Benn zu seinem Verzicht auf seine Peerswürde genutzt hatte, um auf seine Earlswürde zu verzichten und sich bei einer Nachwahl im sicheren Wahlkreis Kinross & West Perthshire einer Wahl zu stellen. Er gewann die Abstimmung gebührend. 1965 wurden die Regeln der Conservative Party dahingehend geändert, dass ihr Parteichef fortan durch das 1922 Komitee ausgewählt wird, das aus den Hinterbänklern der Parlamentsfraktion der Konservativen besteht.

Niederlage und Opposition

Die Regierung war zu sehr beschädigt, um zu überleben, und die allgemeinen Wahlen im Oktober 1964 wurden durch die Labour Party und der neuen Führung von Harold Wilson gewonnen. Während dieses Wahlkampfs machte Douglas-Home seinen berühmtesten Spruch: Wilson stichelte immer wieder, dass Douglas-Home kein Mann des Volkes als vierzehnter Earl of Home sei. Dessen Antwort: "Soweit es den vierzehnten Earl betrifft, denke ich, dass Mr. Wilson, soweit sie darüber nachdenken, der vierzehnte Mr. Wilson ist."

Douglas-Home blieb Parteivorsitzender bis zu seinem Rücktritt im Juli des folgenden Jahres. In der Zwischenzeit schuf er ein Wahlverfahren für die Wahl des Vorsitzenden der Conservative Party, eine Wahl durch die Fraktion. Der daraus siegreich hervorgehende Nachfolger war Edward Heath, der Reginald Maudling und Enoch Powell besiegt hatte. Während der folgenden sechs Jahre war Douglas-Home ziemlich loyal zu Heath, verglichen mit jenen, die seine Position mit der eines ungeduldigen Gärtners verglichen, der die Wurzeln eines Baumes freilegt, um den Fortschritt seines Wachstums zu eichen. Als Heath 1970 Premierminister wurde, kehrte Douglas-Home ins Außenministerium zurück, von dem allgemein angenommen wurde, es passe gut zu ihm. Sein größter Erfolg waren die erfolgreichen Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Gemeinschaft. 1973 kehrte er ins Oberhaus zurück, als er eine lebenslange Pairswürde als Baron Home of the Hirsel (The Hirsel war der Familiensitz in Berwickshire) annahm. Nach der Niederlage der Heath-Regierung 1974 gegen Harold Wilson, zog sich Douglas-Home aus der ersten Reihe der Politik zurück, aber fuhr mit Interventionen aus dem Oberhaus bis in seine Neunziger fort. Douglas-Home war der am drittlängsten lebende britische Premierminister nach Harold Macmillan und James Callaghan, der am 14. Februar 2005 der längstlebende britische Premierminister wurde. Sein Sohn David folgte ihm als Earl of Home nach seinem Tode nach.

Autobiographie

Alec Douglas-Home: "The way the wind blows", 1976

Siehe auch


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