Aleister Crowley
Aleister Crowley, 1906

Aleister Crowley [ˈælɪstə ˈkɹoʊli] (* 12. Oktober 1875 in Leamington Spa, England; † 1. Dezember 1947 in Hastings, East Sussex; eigentlich Edward Alexander Crowley) war ein Okkultist, Kabbalist, Magier, Mystiker, Poet und Verleger.

Zunächst Mitglied im Hermetic Order of the Golden Dawn (Hermetischer Orden der goldenen Morgenröte), leitete Crowley daraufhin den Ordo Templi Orientis und den von ihm gegründeten Orden Astrum Argenteum. Seinem Buch Liber AL vel Legis (Buch des Gesetzes) folgend, begründete er das philosophisch-religiöse System Thelema.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Kindheit und Jugend

Edward Alexander Crowley wurde am 12. Oktober 1875 in Leamington Spa als Sohn des wohlhabenden Brauereibesitzers und Laienpriesters Edward und seiner Frau Emily Bertha Crowley geboren. Er wuchs auf mit den strengen moralischen Normen der Eltern, die der freikirchlichen Bewegung der Plymouth Brethren anhingen, einer separatistischen Bewegung der anglikanischen Kirche und des viktorianischen Zeitalters. Bereits als kleines Kind (etwa 1879) musste er regelmäßig an der morgendlichen Bibelstunde teilnehmen, die Bibel in ihrem Wortlaut musste befolgt werden, Maßstab war die King-James-Übersetzung. Er stellte als Jugendlicher fest, dass ihn Schilderungen blutiger Folterungen und die Vorstellung, selbst unter Todesqualen zu leiden, erregten.

Crowleys Großvater, ein Brauereibesitzer, hatte Mitte des 19. Jahrhunderts eine Kette von Kneipen eröffnet, in denen außer Bier auch Schinken- und Käsebrote angeboten wurden. Mit dieser frühen, bei den Londoner Büroangestellten sehr beliebten Form des Fastfood-Restaurants hatte er ein Vermögen verdient. Crowleys Vater starb 1887 an Zungenkrebs, als Crowley elf Jahre alt war. Er erbte 17.000 Pfund, was bei damaliger Kaufkraft ein ansehnliches Vermögen war. Als einzigem Nachkommen fiel ihm ein Erbe zu, das ihm ein Leben ohne bürgerlichen Beruf und ohne finanzielle Sorgen erlauben sollte.

Seine Mutter gab ihn 1888 als 13-Jährigen in ein christliches Internat. Dort versuchte man ihn mit Gewalt (anderthalbjährige Isolation) „umzuerziehen“, nachdem er durch sexuelle Kontakte zu anderen Kindern gegen die Regeln dieses Internats verstoßen hatte. 1895 begann er ein Studium der Geisteswissenschaften am Trinity College der Universität Cambridge. Das ebenfalls in dieser Zeit erwachte bergsteigerische Interesse führte unter anderem zur Besteigung des Eigerjochs in den Alpen. In diese Zeit fallen auch erste dichterische Versuche.

Das Schlüsselerlebnis zur Erlangung des Wissens um seine „magische Macht“ datierte Crowley auf das Jahr 1896. Im selben Jahr brach er sein Studium ohne Abschluss ab und begann, sich fortan keltisierend Aleister zu nennen.

Crowley und der Golden Dawn

Bereits in jungen Jahren war Crowley als ausgezeichneter Bergsteiger bekannt. Die Teilnahme an diversen Expeditionen und zahlreichen Reisen führte ihn an viele Orte der Welt. 1898 hielt er sich als Bergsteiger in der Schweiz auf. Dort lernte er Julian L. Baker kennen, welcher ihm wiederum George Cecil Jones vorstellte, der ihn in den Hermetic Order of the Golden Dawn einführte, einen rosenkreuzerisch-freimaurerischen Orden für magische Künste. Diesem trat er am 18. November bei und erhielt den programmatischen Namen Perdurabo („Ich werde ausharren bis zum Ende“). Von Dezember bis Februar durchlief er die nächsten drei Grade. Sein pornografischer Gedichtband White Stains erschien.

1899 lernte Crowley Allan Bennett (Ordensname Iehi Aour) kennen. Beide praktizierten gemeinsame ritualmagische Übungen des Ordens. Als Crowley sah, wie Bennett in einer verkommenen Wohnung lebte, lud Crowley ihn ein, bei ihm zu wohnen. Allan Bennett nahm das Angebot an, unter der Bedingung, dass Bennett Perdurabos persönlicher Meister werde und ihm alle seine Kenntnisse übermittele. Da Allan Bennett Drogen konsumierte und zu Crowley meinte, es gäbe eine Droge, welche den Schleier hinter der Welt der Dinge zeige, war Crowley fest entschlossen, diese Droge zu finden. Er experimentierte mit Opium, Kokain, Morphin, Ether und Chloroform. 1900 zog Bennett aus Gesundheitsgründen nach Ceylon (heute Sri Lanka), Crowley siedelte in das Boleskine House am Strand von Loch Ness nach Schottland über. Er nannte sich fortan Laird of Boleskine und kleidete sich wie ein schottischer Edelmann.

Da ihm die Londoner Mitglieder des Golden Dawn den Aufstieg zum fünften Grad, dem Adeptus Minor, wegen homosexueller Liebschaften verweigerten, besuchte Crowley im Januar 1900 Samuel Liddell MacGregor Mathers, den Gründer des Golden Dawn in Paris. Dieser nahm, gegen einen Eid der Loyalität, die entsprechende Zeremonie vor und Crowley stieg zum fünften Grad auf. Die Bruderschaft in London erkannte diese Weihe nicht an und revoltierte gegen Mathers, der aus dem Golden Dawn ausgeschlossen wurde – allerdings nicht nur deswegen. Crowley versuchte im Namen Mathers’ entweder die Kontrolle über den Golden Dawn oder über Eigentum des Golden Dawn zu erringen. So unterbrach er ein Ritual, gekleidet in vollen Highlander-Regalia und eine Kapuze tragend. Angeblich kam es während dieser Auseinandersetzung auch zu magischen Attacken. Crowley berichtete, die Rebellen hätten feindliche Magie gegen ihn gerichtet; sein Regenmantel habe spontan in Flammen gestanden, und er sei grundlos in Zorn geraten, dass selbst Pferde vor Schreck davonrannten. Am Ende zerfiel der Golden Dawn, woran neben feindlicher Magie (nach Meinung der Mitglieder) auch Presse und Polizei ihren Anteil gehabt hätten.

Im Mai 1900 brach Crowley nach Mexiko auf, einerseits nach Mexiko-Stadt, um dort seinen okkulten Neigungen nachzugehen, andererseits zum Bergsteigen. 1901/1902 reiste er nach Indien und ins Himalaya-Gebirge. Er nahm an einer britisch-österreichischen Expedition unter der Leitung von Oscar Eckenstein zur Erstbesteigung des K2 im Karakorum teil. Crowley wollte über den Südostgrat aufsteigen, die übrigen aber über den Nordostgrat. Da die Mehrheit über den Nordostgrat aufsteigen wollte, wurde dies durchgeführt und eine Höhe von ca. 6600 m erreicht. Aus Wut über die offensichtlich falsche Wahl zog Crowley einen Revolver und richtete ihn auf einen anderen Bergsteiger. Nach kurzem Handgemenge wurde er aber entwaffnet. Bei einem weiteren Aufstiegsversuch war es Crowley, der bei dem erkrankten Heinrich Pfannl[1] ein Lungenödem diagnostizieren konnte und daraufhin auf einen schnellen Abstieg drängte. Pfannl überlebte; die Expedition scheiterte.

Die Ehe mit Rose Edith Kelly

Aleister Crowley in freimaurerischer Kleidung, circa 1904.

Am 11. August 1903 traf Crowley die verwitwete Rose Edith Kelly, die Schwester seines Freundes Edward Kelly. Von ihrer Familie wurde sie bedrängt, wieder zu heiraten, eine Eheschließung war bereits arrangiert. Crowley wollte Rose aus dieser Situation befreien und versprach ihr selber die Ehe. Die beiden heirateten am nächsten Morgen in einer fast wörtlich zu nehmenden „Nacht- und Nebelaktion“. Im Anschluss wurde eine Hochzeitsreise geplant und in Angriff genommen. Diese führte das Paar über London nach Paris, dann über Marseille weiter ins ägyptische Kairo. Das Paar war schon früh damit beschäftigt, zusammen Beschwörungen diverser Mächte zu versuchen. In Kairo, im April 1904, glaubte Rose hellseherische Fähigkeiten in sich zu entdecken. Diese führten nach Crowleys Angaben dazu, dass das Paar im ehemaligen Boulak-Museum auf eine Holzstele aufmerksam wurde. Diese Stele von etwa 650 v. Chr. war die so genannte Stele des Anchefenchons (oder die Stele der Offenbarung, heute im Ägyptischen Nationalmuseum, Kairo). Sie stellt eine Opferszene dar, bei der der Besitzer der Stele vor dem ägyptischen Gott Re-Harachte steht. Die Tatsache, dass diese Stele im Ausstellungskatalog die Nummer 666 trug, betrachtete Crowley als ein Zeichen, da er selber sich mit dieser Zahl, auch die Zahl des (großen) Tieres (vgl. Bibel, Offenbarung des Johannes) genannt, bereits früher identifiziert hatte. Laut Crowley wurde ihm, nach einer Anrufung des Horus, am 8., 9. und 10. April in Kairo von einem Abgesandten des von ihm in Ra-Hoor-Khuit umgemünzten Re-Harachte mit dem Namen Aiwaz ein Buch diktiert, das Liber Legis (später Liber Al vel Legis, Buch des Gesetzes). Dieses Buch ist der Kern Crowleys späterer Lehren.

Die Hochzeitsreise mit seiner Frau Rose Edith Kelly, die ursprünglich wohl bis Ceylon führen sollte, wurde abgebrochen, da Rose schwanger war. Beide kehrten nach Boleskine House zurück. Am 28. Juli 1904 brachte Rose dort eine Tochter zur Welt, der die Eltern den Namen Nuit Ma Ahathoor Hecate Sappho Jezebel Lilith Crowley gaben. Das Kind starb zwei Jahre später in Italien.

Freimaurerei und der Astrum Argenteum

Im Jahr 1900 war Crowley bereits von Don Jesus Medina in den 33. Grad nach „Schottischem Ritus“ aufgenommen worden.[2][3] Am 8. Oktober 1904 wurde Crowley in die Freimaurerloge Anglo-Saxon Lodge No. 343 der Grand Loge de France in London angenommen, die sich zu diesem Zeitpunkt nicht unter der Anerkennung der Vereinigten Großloge von England befand. Einen Monat später wurde er zum Freimaurergesellen befördert und am 17. Dezember 1904 zum Meister erhoben.[4]

Nach seiner Niederschrift[5] des Buchs des Gesetzes vom 8. bis zum 10. April 1904 widmete sich Crowley einige Zeit nicht mehr primär der Magie. 1905 nahm er an einer Bergsteigerexpedition in den Himalaya teil, bei der etliche Teilnehmer starben. Er reiste, teils mit Frau und Kind, teils ohne, durch das Kaiserreich China, Kanada und die USA. Erst nach seiner Rückkehr aus den USA erfuhr er vom Tod seiner Tochter.

Im Jahr 1907 arbeitete er erneut magisch – er gründete den Astrum Argenteum, den „Orden des silbernen Sterns“. 1909 erschien auch die erste Ausgabe des Equinox, der offiziellen Publikation des Astrum Argenteum, welche jeweils zur Sommersonnenwende und zur Wintersonnenwende erschien. Ebenfalls in diesem Jahr ließ er sich von seiner Frau Rose scheiden. 1910 entstanden Kontakte zum Ordo Templi Orientis oder OTO, einer auch damals schon irregulären Form der Freimaurerei der Lehrart Memphis-Misraim, dem Crowley bald darauf beitrat. In kürzester Zeit veränderte er die vormals noch mit Alchemie und ägyptischer Mythologie überladene, mehr oder weniger freimaurerische Lehrart in einen für alle verbindlichen initiatischen Bund mit seinem Buch des Gesetzes. Crowley wurde 1912 zum Leiter des englischsprachigen Zweigs des Ordens.

Crowley nach dem Ersten Weltkrieg

Den Ersten Weltkrieg verbrachte Crowley in den USA, wo er anti-britische Kriegspropaganda veröffentlichte und US-Staatsbürger wurde. Auch wenn er nach dem Krieg erklärte, dies seien satirische Schriften gewesen, trug dies doch nicht dazu bei, seinen überwiegend schlechten Ruf in der Öffentlichkeit zu verbessern. Nach dem Krieg wurde Crowley Vater einer weiteren Tochter namens Poupee. Die Mutter war Leah Hirsing.

1920 gründete er in Cefalù auf Sizilien eine magische Kommune, die Abtei von Thelema. In dieser Kommune spielt auch sein Buch Diary of a Drug Fiend („Tagebuch eines Drogennarren“). Crowley konsumierte seit Januar 1921 täglich durchschnittlich drei Gran Heroin. Mehrere Versuche, von der Droge loszukommen, scheiterten.[6] Seine Tochter starb in Cefalù, während Crowley auf Reisen war. Nachdem in der Abtei auch Raoul Loveday starb, wandte sich dessen enttäuschte Frau Betty May an die britische Presse. Nach Aussagen Betty Mays und der britischen Presse soll Loveday während eines Rituals gestorben sein, im Zuge dessen er das Blut einer geopferten Katze trank. Die Presse stürzte sich auf die Skandalgeschichte, und die Regierung Mussolinis wies Crowley 1923 aus Italien aus. Den Prozess gewann Betty May in den folgenden Jahren, was Crowley ins gesellschaftliche Abseits brachte. Der exzessive Drogenkonsum, der ohnehin schon in der Abtei von Thelema zu einem großen Problem für ihn wurde, verstärkte sich danach noch mehr.

1925 war er in Weida, wo er bei einer Zusammenkunft, bekannt als die Weida-Konferenz, mit deutschen Okkultisten und okkulten Gruppen zum Weltheiland ausgerufen wurde. Hier traf er u. a. Heinrich Tränker, Albin Grau, Karl Germer und Gregor A. Gregorius.

1926 wurde er bei einem Besuch des Instituts für die harmonische Entwicklung des Menschen in der Prieuré bei Paris von Georges I. Gurdjieff nachdrücklich abgelehnt.

1929 publizierte er Magick: In Theory and in Practice. Nach der Ausweisung aus Sizilien blieb sein Leben unstet; sein Ruf machte es ihm unmöglich, einen Verleger zu finden.

1930 hatte Crowley mit 23 Gemälden und Zeichnungen eine Ausstellung in der Galerie Porza in Berlin.

Weiterhin vom Heroin abhängig, da dieses bei ihm eine geraume Zeit als Asthma-Medikament eingesetzt worden war, starb Crowley am 1. Dezember 1947 in Hastings mit 72 Jahren. Seine letzten Worte, bevor er ins Koma fiel, waren „I’m perplexed“ („Ich bin verblüfft“ bzw. „Ich bin verwirrt“). Die amtlich festgestellte Todesursache war „Herzversagen und eine chronische Bronchitis“.

Wirken

Crowley führte ein ausschweifendes Leben, äußerte regelmäßig seine Ansichten über Sex, welche zu seiner Zeit als sehr radikal galten, und bekannte sich offen zu seinem Drogenkonsum (dessen Gefahren er etwa in seinem Buch Diary of a Drug Fiend eindrücklich darstellte). Dieses Leben brachte ihm neben zahlreichen Angriffen der Regenbogenpresse ein Image als skandalumwitterter, dunkelschillernder Magier ein, das seinem Bedürfnis nach Selbstdarstellung äußerst entgegenkam.

Crowleys magisches System

Crowley versuchte einige Wörter der esoterischen Lehre, die ihm unpassend erschienen, durch neue zu ersetzen. Zum Beispiel grenzte er sich von der Bühnenmagie ab, indem er den esoterischen Bereich der Magie als Magick [ˈmeɪdʒik], anstelle von Magic, bezeichnete.

In seinem magischen System verband Crowley östliche und westliche Einflüsse. Seine kabbalistischen und magischen Schriften sind eine Mischung aus jüdisch-christlicher Kabbala in der Tradition des Golden Dawn mit seinem Buch des Gesetzes. Das Buch des Gesetzes möchte alle Religionen hinter sich lassen. Er erfand zahlreiche „tantrische“ Rituale und nannte sich in Anlehnung an die biblische Apokalypse in der Offenbarung des Johannes: „The Great Beast 666“. Das Ziel seiner Magie bestand in der Weiterentwicklung des Individuums, wobei er die Ansicht vertrat, das Selbst bringe erst das wahre Wesen des Menschen hervor. Einer der zentralen Sätze seiner religiösen Anschauungen ist der Sinnspruch: „Tu, was du willst, soll sein das ganze Gesetz. Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen.“ Dabei legte Crowley Wert darauf, dass der Mensch zuerst erforschen müsse, worin dieser eigene Wille überhaupt bestehe, um dieses gewollte Handeln ausführen zu können. Der Satz besagt nicht, wie von seinen Gegnern oft unterstellt: „Tue, worauf immer du Lust hast, ist das ganze Gesetz.“ Crowleys Magick beinhaltet Tieropfer und von der Mehrheitsgesellschaft verpönte sexualmagische Praktiken, wozu nach Angaben des Beauftragten für Weltanschauungsfragen des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Göttingen/Hannover Ingolf Christiansen auch Analverkehr und sexueller Missbrauch zählen. Die Formulierung „Sacrifice cattle, little and big: after a child. But not now“[7], deutet er als Hinweis auf Menschenopfer.[8], eine Deutung, die von Anhängern Crowleys nicht geteilt wird.

Gesellschaftliche Einflüsse seiner Werke

Crowleys Einfluss ist in der esoterischen und zum Teil in der New-Age-Bewegung erkennbar. Seine im Buch des Gesetzes dargelegte thelemische Philosophie erreichte nie die von ihm erhoffte Verbreitung. Am bekanntesten sind die von ihm in den 1940er Jahren zusammen mit der Malerin Lady Frieda Harris geschaffenen und 1944 als Das Buch Toth veröffentlichten Tarot-Karten, heute ein für seine Symbolvielfalt gelobtes Tarot-Deck.

Der Schriftsteller William Somerset Maugham schildert in seinem Buch Der Magier einen Magier namens Oliver Haddo, welcher in einem Haus namens Skene (abgeleitet von Boleskine) wohnt. Diese Figur basiert auf Maughams Begegnungen mit Crowley in Paris, das Buch wurde bereits 1926 von dem Regisseur Rex Ingram als Stummfilm umgesetzt. Crowley nutzte den Namen Oliver Haddo als eines seiner vielen Pseudonyme.

Der US-amerikanische Underground-Filmemacher Kenneth Anger schöpfte viele Inspirationen für seine Filme aus Crowleys Werken. Insbesondere der 1954 fertiggestellte Film Inauguration of the Pleasure Dome, welcher zwölf Jahre später neu geschnitten wurde, gilt als filmische Umsetzung der Visionen Crowleys. In dem Film spielte Marjorie Cameron die Rollen der Scarlet Woman und der Kali, sie war mit Crowleys Schüler John W. Parsons bekannt, welchen sie nach dessen Babalon Working (ausgeführt 1947) kennenlernte. Angers Kurzfilm The Man We Want To Hang von 2002 besteht aus etlichen von Crowleys Gemälden.

Durch die 68er-Bewegung und die esoterischen Ansprüche der Hippie-Bewegung erhielten auch die Werke von Crowley neue Aufmerksamkeit. Unter anderem von Bands wie Black Sabbath[9] oder Led Zeppelin[10] ist bekannt, dass sich zumindest einige Mitglieder mit seinen Schriften beschäftigten. Der Gitarrist von Led Zeppelin, Jimmy Page, erwarb das Anwesen Boleskine in Schottland, in welchem Crowley zu Beginn des Jahrhunderts seine Beschwörungen ausführte. Auf dem Cover des Albums Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band von den Beatles findet sich unter vielen anderen auch ein Bild von Aleister Crowley. Auch wenn diese „Zitate“ zuweilen (wie bei vielen modernen Bands, vor allem aus dem Metal-Bereich) eher zum Zwecke der Provokation als aus Gründen der Überzeugung erfolgen, so bleibt diese Provokation doch meistens ohne Folgen. Anders hingegen bei Charles Manson, der von den Ideen Crowleys fasziniert war.

In der 1975 erschienenen Illuminatus!-Trilogie verarbeiteten die Autoren Robert Anton Wilson und Robert Shea satirisch Versatzstücke von Crowleys esoterischem Wirken. Wilson ließ Crowley selbst als eine der Hauptfiguren im Folgeroman Die Masken der Illuminaten auftreten. Ebenfalls spielt Crowley eine Schlüsselfigur in dem biblisch-esoterischen First-Person-Shooter Psychotoxic.

Im Jahr 2008 entstand der von Bruce Dickinson (Sänger von Iron Maiden) und Julian Doyle geschriebene Film Chemical Wedding, in dem Simon Callow sowohl Aleister Crowley als auch einen Professor namens Oliver Haddo spielt, in welchem sich Crowleys Geist durch einen Computerunfall einnistet.

Crowley und Satanismus

Von der Church of Satan wird Crowley nicht als Vorläufer angesehen und nicht als Satanist eingestuft.

Crowley selbst spielte mit Klischees und Vorstellungen, die mit Satan assoziiert werden: Die Zahl 666 spielte für ihn eine wichtige Rolle, er selbst bezeichnete sich unter anderem als „To Mega Therion“ („Das Große Tier“). Er verstand sich aber selbst nicht als Satanist.

Dennoch wird Crowley von Christen häufig als Begründer des modernen Satanismus dargestellt, wobei alle möglichen Gerüchte über Crowley unabhängig von deren Wahrheitsgehalt kolportiert wurden. Gründe waren seine Haltungen zu Drogen, Sexualität, Esoterik und anderen Religionen, die der viktorianischen Moral seiner Zeit zuwiderliefen und erst ab den 1960er Jahren populär wurden.

Primärliteratur

  • Book of the Law
  • Book 4
  • The Book of Lies
  • The Book of Thoth, auch: The Book of Thoth: A Short Essay on the Tarot of the Egyptians Being the Equinox Volume III No. V
  • Commentaries on the Holy Books and Other Papers: The Equinox Volume IV, Number 1
  • The Confessions of Aleister Crowley – Crowleys Autobiografie
  • Konx om Pax - Essays in Light
  • Diary of a Drug Fiend
  • Eight Lectures On Yoga
  • The Equinox of the Gods
  • The Goetia: The Lesser Key of Solomon the King: Clavicula Salomonis Regis ISBN 0-939708-29-9
  • The Holy Books of Thelema
  • The Law Is For All: The Authorized Popular Commentary to The Book of the Law
  • Little Essays Toward Truth
  • Magick Without Tears
  • Moonchild
  • Liber 777 and Other Qabalistic Writings of Aleister Crowley
  • Tarot Divination
  • Tao Te Ching: Liber CLXVII: The Equinox: Crowley's take on the Chinese mystical classic.
  • World's Tragedy
  • The Scrutinies of Simon Iff 1987 Teitan Press, Chicago Illinois, ISBN 0-933429-02-9

Sekundärliteratur

  • Martin Booth: A magick life. The biography of Aleister Crowley. Hodder & Stoughton, London 2000, ISBN 0-340-71805-6.
  • Gregor Eisenhauer: Scharlatane. Zehn Fallstudien. Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-8218-4112-5, S. 197–223 (Hans Magnus Enzensberger (Hrsg.): Die Andere Bibliothek 112).
  • Andreas Ludwig: Aleister Crowley's Scientific Illuminism. Magie und Mystik als angewandte Psychologie zur Transformation des Menschen. Tectum-Verlag, Marburg 2005, ISBN 3-8288-8869-0.
  • William Somerset Maugham: The Magician. W. Heinemann, London 1908 (deutsch: Der Magier. Scherz, Bern 1958), durch Crowley inspirierter Roman.
  • Marco Pasi: Aleister Crowley und die Versuchung der Politik. Ares-Verlag, Graz 2006, ISBN 3-902475-14-5 (Zugleich: Mailand, Univ. degli Studi, Diss. 1993/1994).
  • Alexander Popiol, Raimund Schrader: Gregor A. Gregorius. Mystiker des dunklen Lichts. Esoterischer Verlag, Bürstadt 2007, ISBN 978-3-932928-40-6.
  • Israel Regardie: The Eye in the Triangle. An interpretation of Aleister Crowley. Falcon Press, Las Vegas NV 1989, ISBN 0-941404-08-0.
  • John Symonds: Aleister Crowley, das Tier 666. Leben und Magick. Hugendubel, München 1996, ISBN 3-89631-153-0 (Sphinx), (Originalausgabe: The Great Beast. The life and magick of Aleister Crowley. Revised and updated and incorporating chapters from „The magick of Aleister Crowley“. Mayflower, St. Albans 1973, ISBN 0-583-12195-0).
  • Ralph Tegtmeier: Aleister Crowley. Die tausend Masken des Meisters. Edition Magus, Bad Münstereifel 1992, ISBN 3-924613-23-0.

Weblinks

 Commons: Aleister Crowley – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. Josef Soyka: Heinrich Pfannl. [Nachruf] Badener Zeitung, 8. Mai 1929, S. 2 ÖNB/ANNO AustriaN Newspaper Online
  2. Horst E. Miers: Lexikon des Geheimwissens. ISBN 3-442-11708-9
  3. Martin P. Starr, Grand Lodge of British Columbia and Yukon: Aleister Crowley: freemason!
  4. Aleister Crowley and Freemasonry. Freemasonry.bcy.ca (2. April 2001). Abgerufen am 15. September 2010.
  5. „Ouarda now told me to enter the room, where all this work had been done, exactly at noon on April 8th, 9th and 10th, and write down what I heard, rising exactly at one o'clock. This is did. In these three hours were written the three chapters of The Book of the Law.“ http://www.hermetic.com/crowley/confess/chapter49.html
  6. Stephen Skinner (Hrsg.), The magical diaries of Aleister Crowley. Tunisia 1923, Red Wheel/Weiser, Boston 1996, S. 243
  7. Liber Al vel legis III, 12-13
  8. Ingolf Christiansen, Satanismus , in: ders., Rainer Fromm und Hartmut Zinser, Brennpunkt Esoterik. Okkultismus, Satanismus, Rechtsradikalismus, hrsg. von der Behörde für Inneres - Arbeitsgruppe Scientology, Hamburg 2004, S. 65
  9. Michael Moynihan, Didrik Søderlind: Lords of Chaos, First Edition, Feral House 1998, ISBN 0-922915-48-2, S. 5.
  10. Michael Moynihan, Didrik Søderlind: Lords of Chaos, First Edition, Feral House 1998, ISBN 0-922915-48-2, S. 3f.

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