Aleksey Petrovich Yermolov

Alexei Petrowitsch Jermolow (russisch Алексей Петрович Ермолов; wiss. Transliteration Aleksej Petrovič Ermolov; * 1772 in Moskau; † 23. April 1861 ebd.) war ein General der russischen Armee und Diplomat. Von 1817 bis 1827 Generalgouverneur der transkaukasischen Provinzen. Gründer der Stadt Grosny.

Alexei Petrowitsch Jermolow

Alexei Jermolow oder Ermolow war einer der herausragendsten russischen Artillerieführer des Vaterländischen Krieges und eine der populärsten Gestalten seiner Zeit. Wegen seiner militärischen Erfolge und seiner charismatischen Ausstrahlung war er einer der großen Kriegshelden der russischen Romantik; sein Leben wurde von Autoren wie Puschkin, Lermontow und Schukowski besungen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Herkunft

Jermolow entstammte einer adligen Offiziersfamilie aus dem Gouvernement Orjol. Er besuchte die Internatsschule an der Moskauer Universität und trat am 16. Januar 1787 in das Preobraschenski-Leibgarde-Regiment ein.

Erste Auszeichnung und Verbannung

Vier Jahre später wurde er zum Leutnant befördert und wechselte dann als Hauptmann zum Nischegorod-Dragoner-Regiment. 1793 war er für kurze Zeit Lehrer im Artillerie- und Pionier-Kadettenkorps bevor er 1794 unter Suworow beim Warschauer Vorort Praga an der Niederschlagung des Polnischen Aufstands teilnahm. Er erhielt dafür den Orden des Heiligen Georg vierter Klasse (12. Januar 1795).

1796 kämpfte er unter Subow im persischen Krieg am kaspischen Meer und wurde am 7. Januar 1799 unter dem Vorwurf an einer Verschwörung gegen den Zaren Paul I. beteiligt gewesen zu sein verhaftet und verbannt. Die nächsten zwei Jahre verbrachte er in Kostroma im Exil. Erst nach dem Regierungsantritt Alexanders I. wurde er zurückgerufen und am 13. Mai 1801 zum 8. Artillerieregiment versetzt. Am 21. Juni wechselte er zur berittenen Artillerie.

Krieg gegen Napoleon

Im Kriegsjahr 1805 diente Jermolow in der Vor- und in der Nachhut, zeichnete sich bei Amstetten und Austerlitz aus (→ Schlacht bei Austerlitz) und wurde dafür zum Oberst befördert (16. Juli 1806). Im folgenden Jahr nahm er beim Vortrab des Fürsten Bagration am Feldzug in Polen teil. Während des Rückzug nach Landsberg und der Schlacht bei Preußisch Eylau bei der Nachhut eingesetzt, zeichnete er sich in mehreren Aktionen als Chef einer Kompanie der berittenen Artillerie aus.

Im Juni 1807 führte Jermolow die berittene Artilleriekompanie bei Guttstadt, Deppen, Heilsberg und Friedland und erhielt am 7. September 1807 den Georgsorden dritter Klasse. Am 28. März 1808 wurde er zum Generalmajor und Inspekteur der berittenen Artillerie ernannt. In dieser Funktion inspizierte er 1809 die Artilleriekompanien der Donauarmee. Während seine Division am Feldzug gegen Österreich 1809 teilnahm, verblieb Jermolow für mehr als zwei Jahre als Befehlshaber der Divisonsreserven in den Gouvernements Wolhynien und Podolsk. Im Jahr 1811 übernahm er das Kommando über eine Brigade der Gardeartillerie.

Während des Feldzugs von 1812 nahm Jermolov am Rückzug nach Smolensk teil und spielte eine wichtige Rolle im Streit der Generäle Pjotr Iwanowitsch Bagration und Barclay de Tolly um den Oberbefehl über ihre vereinigten Armeen. Jermolow war ein Gegner des "deutschen" Barclay, rief Bagration zur Opposition gegen diesen auf und appellierte an Zar Alexander, Barclay durch den im Dienstalter niedriger stehenden Bagration zu ersetzen. Nach der Vereinigung der Armeen am 2. August kämpfte Jermolow bei Smolensk und Lubino (Valutina Gora) und wurde dafür am 12. November 1812 zum Generalleutnant ernannt (Das Dienstalter wurde auf den 16. August 1812 datiert). Er zeichnete sich bei Borodino (Schlacht von Borodino) aus, wo er einen Gegenangriff führte, der zur Rückeroberung der großen Redoute führte, und wurde dabei leicht verwundet. Für seinen Mut erhielt er den Orden der Heiligen Anna erster Klasse. Während des restlichen Feldzugs diente er im Stab der Hauptarmee und kämpfte bei Malojaroslawez.

Im Oktober und November 1812 befand er sich unter Miloradowitsch in der Vorhut und kämpfte bei Wjasma und Krasnyi. Im späten November führte er in der Schlacht an der Beresina unter Rosen eine Abteilung und am 3. Dezember 1812 wurde er auf Wunsch Kutusows als Chef des Stabes zur Hauptarmee zurückversetzt. Drei Wochen später wurde Jermolow zum Befehlshaber der russischen Artillerie ernannt.

1813 kämpfte Jermolow bei Lützen, wo er der Insubordination angeklagt und auf den Posten des Kommandeurs der 2. Gardedivision versetzt wurde. Danach kommandierte er bei Bautzen und Kulm die russische Nachhut und wurde dafür mit dem preußischen Eisernen Kreuz ausgezeichnet. 1814 zeichnete er sich in der Schlacht um Paris erneut aus und erhielt am 7. April 1814 den Georgsorden.

Generalgouverneur der transkaukasischen Provinzen

1817 wurde er Generalgouverneur der transkaukasischen Provinzen Russlands und Oberbefehlshaber der dortigen Streitkräfte. Er schloss in Persien einen für Russland vorteilhaften Handelsvertrag ab. 1826 schlug er mit einem auf 100.000 Mann verstärkten Heer einen Angriff der Perser unter Abbas Mirza zurück. 1827 zog er gegen Tschetschenen zu Felde, die die Georgische Heerstraße über den Kaukasus unsicher machten.

Im November des gleichen Jahres fiel er in Moskau in Ungnade, musste seine Ämter an den Grafen Paskewitsch abgeben. Seitdem lebte er, mit wissenschaftlichen Studien beschäftigt, in der russischen Hauptstadt und übernahm 1853 auf kurze Zeit den Oberbefehl über die Miliz des Gouvernements Moskau.

Auszeichnungen

Zusätzlich zu den erwähnten Auszeichnungen erhielt Jermolow in seiner langen militärischen Karriere noch eine Vielzahl weiterer Orden und Ehrenzeichen: der Russische Orden des Heiligen Andreas des Erstberufenen, der Orden des Heiligen Wladimir erster Klasse, der Alexander-Newski-Orden und der Orden vom Weißen Adler.

Zu den ausländischen Orden gehören der preußische Roter-Adler-Orden erster Klasse und der Pour le Mérite, der österreichische Militär-Maria-Theresien-Orden, der badische Karl-Friedrich-Orden, der persische Orden des Löwen und der Sonne und zwei goldene Ehrenschwerter, davon eines mit Diamanten.

Werke

Jermolow hinterließ interessante und wertvolle Memoiren aus seiner Dienstzeit. Auszüge aus seinen Memoiren gab Pogodin (Moskau 1863), seine Aufzeichnungen (Zapiski) über den Krieg von 1812 sein Sohn (daselbst, 1863) heraus.

  • M. Pogodin: Aleksei Petrovich Ermolov: Materiali dlia ego biografij [A.P. Ermolov: Materialien zu seiner Biographie] . – Moskau, 1863
  • A. P. Ermolov: Zapiski Aleksei Petroviča Ermolova (1798–1826). 2 Bände. – Moskau, 1863 (reprint Moskau, 1991)

Literatur

  • Alexander Mikaberidze (Hg.): The Czar's General: The Memoirs of a Russian General in the Napoleonic Wars. – Ravenhall Books, September 2005. ISBN 1-905043-05-8

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