Alemannia Stuttgart
Wappen
Basisdaten
Hochschulort: Stuttgart, Deutschland
Gründung: 18. Juni 1866 in Stuttgart
Verband: Deutsche Burschenschaft (DB)
Farben: schwarz-gold-rot
Wahlspruch: Freiheit - Ehre - Vaterland
Webseite: www.alemannia-stuttgart.de

Die Burschenschaft Alemannia Stuttgart (B! Alemannia) ist eine fakultativ schlagende und farbentragende Studentenverbindung an der Universität Stuttgart und Mitglied im Verband Deutsche Burschenschaft (DB). Sie ist die älteste Burschenschaft in Stuttgart.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Haus der Burschenschaft Alemannia Stuttgart. Die Abbildung (Teil einer Postkarte) zeigt die alte Version des Verbindungshauses.

Im Zuge der im Jahre 1859 durch den französisch-österreichischen Krieg und durch die zum 100. Geburtstag Schillers entfachten nationalen Bewegungen wurde in Stuttgart eine Jugendwehr gebildet, die der vormilitärischen Ausbildung der Oberschüler und Polytechniker diente. Da vielen Mitgliedern der Jugendwehr eine gesellschaftliche Komponente fehlte, gründeten 1864 einige Mitglieder den Leseverein, der Zeitschriften über Kunst, Wissenschaft und Technik hielt. Da bei der Aufnahme neuer Mitglieder zu wenig auf deren Qualität geachtet wurde, löste sich dieser Verein schnell wieder auf. Im März 1865 wurde als Nachfolge des Leseverseins der Wehrklub gegründet. In diesen durften nur Studenten des Polytechnikums und Mitglieder der Jugendwehr eintreten. Auch hatte der Wehrklub bereits einen wöchentlichen Kneiptag, der für alle Mitglieder verpflichtend war. Bestrebungen, diesen Wehrklub in eine Verbindung burschenschaftlichen Charakters umzuwandeln, führten zu Streitereien und zur abermaligen Auflösung im Januar 1866.

Der Chemiestudent Oskar Goll engagierte sich stark für eine Neugründung als Studentenverbindung. Er hatte Beziehungen zur aus der Tübinger Burschenschaft hervorgegangene Verbindung Normannia Tübingen und beschaffte deren Statuten, nach deren Vorbild die Satzung der neuen Verbindung aufgebaut wurde. Im Februar 1866 trat die Burschenschaft Allemannia Stuttgart das erste Mal nach einem von zahlreichen Normannen besuchten Kneiptag an die Öffentlichkeit. Als offizieller Gründungstag wurde der 18. Juni, der Tag der Schlacht bei Waterloo, festgelegt. Insgesamt bestand die Burschenschaft bei ihrer Gründung aus zwölf Burschen und vier Kneipschwänzen (damalige Bezeichnung für Konkneipanten). Im Jahre 1870 wurde der Name auf den heutigen Namen Alemannia geändert.

Grundsätze

Die Burschenschaft Alemannia Stuttgart hat in ihrem Wahlspruch Freiheit - Ehre - Vaterland die Freiheit im Gegensatz zu ihrem Dachverband und anderen Burschenschaften an die erste Stelle gesetzt. Der Begriff der Freiheit hat in der Bundesgeschichte immer eine große Rolle gespielt. In den Gründungsstatuten steht dazu:

„Die Alemannia ist ein Bund gleichstrebender und gleichberechtigter Freunde; nie darf durch irgendein Mitglied die persönliche Freiheit eines anderen im Denken und Handeln beeinträchtigt werden. Nur die Verbindung als Ganzes ist berechtigt, die individuelle Freiheit ihrer Mitglieder einzuschränken, wo das durch das Interesse der Verbindung unabweisbar geboten ist.“

Und an anderer Stelle:

„Die Handlungen der Mitglieder sollen nicht durch eine Masse äußerer Gesetze geregelt und überwacht werden, sondern die Verbindung verläßt sich auf den Takt und das Ehrgefühl des Einzelnen.“

Couleur

Burschen tragen ein Band in den Farben schwarz-gold-rot mit goldener Perkussion. Füxe tragen kein Band. Als Kopfcouleur wird eine amarantrote Tellermütze getragen. Zu Beginn wurde noch eine schwarze Mütze getragen, die jedoch 1868 aus modischen Gründen gegen die heutige rote ausgetauscht wurde. Tönnchen und Cerevis sind bis heute schwarz. Die Chargierten tragen schwarze Pekeschen.

Verbindungshaus

Der Kneipsaal

Das Haus der Alemannia wurde 1900 erbaut und 1929 umgebaut, wodurch es seine heutige Form erhielt. Der Umbau erfolgte aus Platzmangel, das alte Gebäude bot nicht mehr genug Platz für die Bedürfnisse des stark gewachsenen Bundes. Lediglich der Kneipsaal behielt seine ursprüngliche Form, ansonsten wurde das Haus komplett abgerissen.

Das Alemannenhaus liegt unterhalb der Uhlandshöhe in der Nähe der Innenstadt. Es enthält neben dem traditionellen Kneipsaal auch mehrere Studentenzimmer, eine Terrasse und eine Gartenanlage.

Kartell

Zusammen mit der Alten Freiberger Burschenschaft Glückauf zu Clausthal bildet die Alemannia das freundschaftliche Kartell Arbeitsgemeinschaft Dreieck, dem ursprünglich drei Bünde angehörten.

Bekannte Mitglieder

Quellen

Bach, Otto (1919): Burschenschaft Alemannia, der D.C. und der Studentenverband der TH Stuttgart

Schiedt, Richard (1937): Geschichte der Burschenschaft Alemannia zu Stuttgart 1866 bis 1935: Werden, wachsen, Blühen und Ende

Teil I: Vorgeschichte, Gründung und Entwicklung bis zur endgültigen Einigung der technischen Burschenschaften im Rüdesheimer Deputierten-Convent im März 1900

Teil II: Die zeit des Rüdesheimer Verbandes bis zum Ausbruch des Weltkrieges

Band III: Vom Beginn des Weltkrieges bis zum Ende der Burschenschaft 1935

Barth, Erwin (1960): Burschenschaft Alemannia zu Stuttgart 1937 bis 1957

Bitzer, Walter; Fink, Friedrich; Stietenroth, Karl (1977): 75 Jahre Alemannenhaus

Bitzer, Walter; Fink, Friedrich; Stietenroth, Karl (1966): Erinnerungsschrift zum 100. Stiftungsfest der Burschenschaft Alemannia Stuttgart

Weblinks


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