Gebhard Fürst

Gebhard Fürst
Bischof Gebhard Fürst 2004 in Stuttgart-Bad Cannstatt

Gebhard Fürst (* 2. Dezember 1948 in Bietigheim) ist Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Leben

Gebhard Fürst begann 1969 sein Studium mit der griechischen und hebräischen Sprache am Collegium Ambrosianum in Stuttgart. Er setzte es fort mit dem Fach Katholische Theologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Eberhard Karls Universität in Tübingen (1970) und an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien (1971 bis 1972). 1975 legte er die Theologische Hauptprüfung (Erste Dienstprüfung) ab; im gleichen Jahr trat er in das Priesterseminar der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Rottenburg am Neckar ein. Am 13. Dezember 1975 erfolgte die Weihe zum Diakon. Danach war er als Diakon in St. Johannes in Nürtingen tätig. 1977 erfolgte seine Priesterweihe durch Bischof Georg Moser in der Basilika St. Vitus in Ellwangen (Jagst). Daraufhin wurde er Vikar in St. Joseph in Stuttgart-Heslach und 1979 Repetent am Bischöflichen Theologenkonvikt der Diözese Rottenburg-Stuttgart Wilhelmsstift in Tübingen sowie Doktorand von Prof. Max Seckler am Lehrstuhl für Fundamentaltheologie der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen. Im Jahr 1980 erfolgte die Zweite Dienstprüfung.

1983 wurde Fürst kommissarischer Direktor des Theologenkonviktes Wilhelmsstift in Tübingen. 1986 wurde er Direktor der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart und Mitglied der Sitzung des Bischöflichen Ordinariates. 1987 promovierte er im Fach Fundamentaltheologie mit der Dissertationsschrift „Sprache als metaphorischer Prozess. Johann Gottfried Herders hermeneutische Theorie der Sprache“. Von 1993 bis 2000 war er Vorsitzender des Leiterkreises der Katholischen Akademien in Deutschland.

Im Jahr 1999 verlieh ihm Papst Johannes Paul II. den Titel Kaplan Seiner Heiligkeit und ernannte ihn am 7. Juli 2000 zum Bischof von Rottenburg-Stuttgart. Die Bischofsweihe spendete ihm der Freiburger Erzbischof Oskar Saier am 17. September desselben Jahres; Mitkonsekratoren waren sein Vorgänger, Kurienbischof Walter Kasper, und Weihbischof Johannes Kreidler.

Als Direktor der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart war Gebhard Fürst Vorsitzender des Preiskomitees des Aleksandr-Men-Preises „Für die Ökumene der Kulturen“. Außerdem war er Mitglied des Kulturausschusses der Landeshauptstadt Stuttgart, leitendes Mitglied im Kuratorium der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart und Mitglied im Vorstand der Vereinigung der Freunde und Förderer der Akademie. Weitere Mitgliedschaften bestanden im Vorstand des Geschichtsvereins der Diözese Rottenburg-Stuttgart, im Vorstand des Diözesanbildungswerkes, in der Theologischen Kommission der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Baden-Württemberg (ACK) und in der Frauenkommission der Diözese Rottenburg-Stuttgart (bis 1999). Als Bischof gehörte er von 2001 bis Mai 2005 dem Nationalen Ethikrat als Vertreter der katholischen Kirche an. Die Berufung zum Nationalen Ethikrat erfolgte 2001 durch Beschluss des Bundeskabinetts.

Seit 2007 ist Gebhard Fürst Vorsitzender der Publizistischen Kommission (IX), einer der 14 Bischöflichen Kommissionen der Deutschen Bischofskonferenz. Des Weiteren ist er Mitglied der Glaubenskommission (I) und leitet deren Unterkommission Bioethik.

Gebhard Fürst ist Mitglied der Theologenverbindung A.V. Albertus Magnus in Tübingen und Ehrenmitglied der A.V. Alania zu Stuttgart im CV sowie im Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem.

Gebhard Fürst ist ferner auch Ehrenmitglied im Rotary International District 1830 Esslingen Filder.

Schriften (Auswahl)

Bischof Fürst in Oberschwaben
  • Sprache als metaphorischer Prozess: Johann Gottfried Herders hermeneutische Theorie der Sprache. Grünewald, Mainz 1988.
  • „Kirche braucht Kulturstationen“. Ein Gespräch mit Akademiedirektor Gebhard Fürst. In: Herder Korrespondenz. 53, 1999, S. 182–187.
  • (Hrsg.): Zäsur: Generationswechsel in der katholischen Theologie/Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Akadademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Stuttgart 1997.
  • Höllenerfahrungen in Literatur und Kunst.(1998.
  • (Hrsg.): Dialog als Selbstvollzug der Kirche? (Quaestiones disputatae 166) Herder, Freiburg im Breisgau, Basel, Wien 1997.
  • Das heilige Buch der Menschen. Johann Gottfried Herders hermeneutische Sprachtheorie der Bibel. Ein Beitrag zur Herder-Forschung. In: Michael Kessler (Hrsg.): Fides quaerens intellectum: Beiträge zur Fundamentaltheologie. Max Seckler zum 65. Geburtstag. Tübingen 1992.
  • (Hrsg.): Wechselbekenntnisse: auf dem Weg zur Normalität; aus einer Ost-West-Begegnung in turbulenter Zeit. Akadademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Stuttgart 1992.
  • Dialog und Gastfreundschaft: 40 Jahre Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart 1951–1991. Hrsg. von der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Verantw. für den Inhalt: Gebhard Fürst. Akadademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Stuttgart.
  • (Hrsg.): Ideen für Europa. Christliche Perspektiven der Europapolitik (Forum Religion & Sozialkultur, Abt. A, Bd. 9), Münster 2004.
  • (Hrsg.): Buch des Lebens. Geschichten vom Leben aus Gottes Kraft", Ostfildern 2004.
  • Mensch werden. Anstöße für Advent und Weihnachten, Ostfildern 2007.
  • Leben aus der Kraft der Auferstehung. Anstöße zur Fasten- und Osterzeit, Ostfildern 2008.
  • Gott und den Menschen nahe. Diakone in missionarischer Kirche, Ostfildern 2010.
  • Für eine bewohnbare Kirche. Perspektiven einer menschennahen Pastoral, Ostfildern 2010.
  • (Hrsg.), Martin von Tours. Ikone der Nächstenliebe, Ostfildern 2011.

Weblinks

 Commons: Bishops of Rottenburg-Stuttgart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Vorgänger Amt Nachfolger
Walter Kasper Bischof von Rottenburg-Stuttgart
seit 2000

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