Alex Yermolinsky
Alex Yermolinsky während der US-Meisterschaft 2003 in Seattle, Washington

Alex Yermolinsky (ursprünglich Alexei Jermolinski, russisch Алексей Владиславович Ермолинский, wiss. Transliteration: Aleksej Jermolinskij; * 11. April 1958 in Leningrad) ist ein führender US-amerikanischer Schachmeister mit Wurzeln in der Sowjetunion.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Yermolinsky erlernte Schach als 8-jähriger. Der Generation von Garri Kasparow angehörig, durchlief er in der ehemaligen UdSSR die Sowjetische Schachschule und gehörte als Jugendlicher zu den besten zehn Jugendspielern der UdSSR. Er errang als 19-jähriger den sowjetischen Meistertitel und konzentrierte sich zwischen 1981 und 1988 auf Trainertätigkeiten, u. a. mit Alexander Chalifman und Irina Levitina. Ein Studium brach er ab und arbeitete als Fabrikarbeiter. Sein Spielniveau konnte er zwar bedeutend heben, allerdings gelang ihm niemals eine Qualifikation für die UdSSR-Meisterschaft.[1] 1989 emigrierte er aus der zerfallenden Sowjetunion. Yermolinsky begab sich zunächst nach Italien, wo er viele Erfolge feierte und fast jedes Turnier gewann, an dem er teilnahm: u. a. in Caorle 1989, Forli 1989, San Benedetto del Tronto 1989 und Arco 1989.

1990 siedelte er in die USA um und erhielt bald darauf die US-Staatsbürgerschaft. Er arbeitete zunächst in New Jersey in einem pharmazeuthischen Unternehmen und spielte überwiegend US-amerikanische Weekend-Turniere.[2] 1991 wurde er geteilter Zweiter beim National Chess Congress in Philadelphia hinter Boris Gulko und erhielt im gleichen Jahr von der FIDE den Titel Internationaler Meister verliehen. 1992, dem Jahr in dem er Großmeister wurde, vertrat er erstmals seine neue Heimat an der Schacholympiade in Manila.

Alex Yermolinsky, 2011

1993 begann er seine Profikarriere. Er siegte 1992 und 1993 in Philadelphia, 1993 in Columbia und Bethesda. Im selben Jahr gewann er das erste Mal die US-Meisterschaft in Long Beach (geteilt mit Alexander Shabalov). 1994 setzte er seine Siegesserie fort: Asheville, Reno (Texas) und North Bay. 1995 erneut Turniersiege in Asheville, Woburn (Massachusetts), Philadelphia, Concord (Kalifornien) (US-Open) und Kings Island. 1996 gewann er in Philadelphia, Los Angeles sowie das Groningen-Open und siegte zum zweiten Mal bei der US-Meisterschaft in Parsippany. 1997 folgten Erfolge in Kissimmee (US-Open) und Washington D. C.. 1998 Asheville, Allentown, Woburn und Philadelphia, 1999 in Newburgh. 2000 in Ledyards und in Saint Paul (Minnesota) (US-Open). 2001 gewann Yermolinsky die erstmals ausgerichtete Amerikanische Kontinentalmeisterschaft in Cali, 2002 in Las Vegas (US-Open)[3], 2003 in Sioux Falls, San Francisco, San Diego und Reno, 2005 erneut in San Francisco.

Yermolinsky nahm für das US-Team an zahlreichen Weltmeisterschaften und Schacholympiaden teil. 1993 gewann er mit seiner Mannschaft die Goldmedaille bei der Mannschaftsweltmeisterschaft in Luzern. Eine Silbermedaille erhielt seine Mannschaft 1997 ebenfalls in Luzern. Bei der Einzelwertung erzielte er jeweils einen dritten Platz.[4] Von der Schacholympiade 1992 in Manila bis zur Schacholympiade 2000 in Istanbul spielte er fünfmal für die USA. Mit seinem Team gewann er 1996 Bronze und 1998 Silber.[5]

Seine aktuelle Elo-Zahl beträgt 2530 (Stand: Mai 2011). Seine bisher höchste Elo-Zahl lag bei 2660 im Januar 1998.[6]

Familie

Verheiratet ist er seit 1997 mit der litauischen Schachspielerin Camilla Baginskaite. Die beiden haben zwei gemeinsame Söhne und lernten sich bei der Schacholympiade 1996 in Jerewan kennen.

Werke auf Deutsch

  • Der Weg zur Verbesserung im Schach, Gambit Publications Ltd, London 2002, ISBN 1-901983-77-3.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. E-mail interview with Chess Horizons, a recently revived Massachusetts magazine
  2. E-mail interview with Chess Horizons, a recently revived Massachusetts magazine
  3. Chessmatrics Player Profile 13. April 2006
  4. WORLD MEN'S TEAM CHESS CHAMPIONSHIP - Yermolinsky, Alexander (United States) auf Olimpbase (englisch)
  5. MEN'S CHESS OLYMPIADS - Yermolinsky, Alexander (United States) auf Olimpbase (englisch)
  6. Elo Records 1. Oktober 2007

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