Alexander's Ragtime Band
Cover der Notenausgabe 1911

Alexander’s Ragtime Band ist eine Komposition von Irving Berlin. Der Song wurde im Jahr 1911 veröffentlicht.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung des Songs

Alexander’s Ragtime Band war eine der der ersten Veröffentlichungen des jungen Songwriters Irving Berlin und sein erster großer Hit im Jahr 1911. Trotz des Titels hat der Song wenig Beziehung zum Ragtime. Nach dem großen Erfolg von Scott JoplinsMaple Leaf Rag“ im Jahr 1899, hatte Joseph E. Howard sogleich als erster weißer Songwriter die neuen Rhythmen in dem Song „Hello, Ma Baby“ übernommen. Wenig später schrieb Hughie Camon den Ragtime-Titel „Bill Bailey, Won’t You Please Come Home“. Allmählich hatte Berlin durch diese Einflüsse Ragtime-Ideen aufgenommen, und schrieb zunächst Titel wie „Play Some Rag Time“ 1910, „Stop that Rag“ oder „Yiddle on Your Fiddle“.

Alexander’s Ragtime Band ist also lediglich eine Annäherung an eine musikalische Mode; Trotzdem wurde der Titel durch seine Bezüge im Text für die damals im Musikgeschäft neu auftretenden afroamerikanischen Künstler schnell populär und später auch zu einem Jazz-Standard, allerdings in einem schnelleren Tempo gespielt.

Rezeption

Der Song wurde von vielen Künstlern des US-amerikanischen Jazz- und Unterhaltungsgenres interpretiert, so von Al Jolson, Louis Armstrong, Bing Crosby, den Andrews Sisters, Liberace, Bessie Smith, Ella Fitzgerald, Liza Minnelli, und Ray Charles.

Der Song erzielte über fünf Dekaden hinweg Chart-Erfolge. Nach dem Magazin Newsweek kamen vier verschiedene Versionen allein im Jahr 1991 auf # 1, # 2, # 3 und # 4 der US-Hitparaden. Bessie Smiths Version erreichte 1927 die Top 20, Louis Armstrong die Top 20 mit seiner Version im Jahr 1937. Ein Duett von Bing Crosby und Connee Boswell erreichte schließlich #1 im Jahr 1938. Johnny Mercer hatte 1945 Erfolg mit einer Swingversion. Bing Crosby nahm 1947 erneut eine Duettversion mit Al Jolson auf und erreichte die Top-20. Nellie Lutcher gelang 1948 mit dem Song in die R&B Charts, Bob Wills gelang in derselben Zeit in die Country and Western-Charts. Ella Fitzgerald wählte den Song für ihr 1958er Irving Berlin Songbook (Verve) aus, kurz zuvor war er von Sarah Vaughan zusammen mit Billy Eckstine aufgenommen worden. 1959 brachte ihn Ray Charles auf seinem Album The Genius of Ray Charles heraus. Im Jazz taten sich auch Charlie Byrd, Alix Combelle, King Curtis, Benny Goodman, Glenn Miller, Don Redman, Willie „The Lion“ Smith und zuletzt das Shelly Manne-Ray Brown-Monty Alexander-Trio (1980) mit Interpretationen hervor.

Trivia

Der Song wurde auf den Decks der Titanic von der Schiffskapelle gespielt, als das Schiff am 15. April 1912 sank.

Im Jahr 1938 erschien der Film Alexander’s Ragtime Band, der jedoch kaum mit dem Song zu tun hat.

Literatur

  • Ken Bloom: The American Songbook - The Singers, the Songwriters, and the Songs - . New York City, Black Dog & Leventhal, 2005 ISBN 1-57912-448-8)
  • Richard Cook & Brian Morton: The Penguin Guide To Jazz on CD, sixth Edition, London, Penguin, 2002
  • Bielefelder Katalog Jazz, 1988 und 2002

Weblinks


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