Alexander-Newski-Kathedrale

Alexander-Newski-Kathedralen gibt es an verschiedenen Orten, so unter anderem in Sofia, Tallinn, Belgrad, Nowosibirsk, Jalta, Łódź, Potsdam und Sankt Petersburg (Alexander-Newski-Kloster). Ehemals gab es Alexander-Newski-Kathedralen auch in Warschau, Riga, Daugavpils, Tiflis, Baku u.a. Es handelt sich vielfach um orthodoxe Großkirchen, die in der Zeit der zaristischen Russifizierungspolitik (ab den 1890er Jahren) errichtet wurden und von örtlichen, mehrheitlich nicht orthodoxen Bevölkerungen in der Regel als Symbol russischer Herrschaft empfunden wurden und werden. Nicht selten wurde zugleich auch die betroffene Straße - jeweils eine der zentralsten Straßen der Stadt - in die Alexanderstraße umbenannt. Der Name stammt vom Prinzen von Nowgorod, Alexander Jaroslawitsch Newski, einem russischen Heerführer, der 1240 die Schweden an der Newa besiegte und am 5. April 1242 in der Schlacht auf dem Peipussee die deutschen Kreuzritter vernichtend schlug, und später heilig gesprochen wurde.

Inhaltsverzeichnis

Aserbaidschan

Die 1898 bis 1936 bestehende Alexander-Newski-Kathedrale (Baku) war die größte russisch orthodoxe Kirche südlich des Kaukasus. Sie wurde zur Zeit des Stalinismus und seines antireligiösen Programms gesprengt.

Bulgarien

Die Alexander-Newski-Kathedrale (42° 41′ 45″ N, 23° 19′ 59″ O42.69583333333323.3329555555567) ist das Wahrzeichen der bulgarischen Hauptstadt Sofia. Die Kathedrale im Zentrum der Stadt ist dem russischen Nationalheiligen Alexander Newski geweiht und wurde 1896-1912 von den Bulgaren als Dank für die Hilfe Russlands im Krieg gegen das Osmanische Reich im neobyzantinischen Stil errichtet. Der Architekt dieses Bauwerks war der Russe Alexander Pomeranzew, der auch das GUM in Moskau und das Rathaus in Rostow am Don schuf.

Deutschland

Estland

Alexander-Newski-Kathedrale in Tallin
Im Innern der Alexander-Newski-Kathedrale in Tallinn

In der estnischen Hauptstadt Tallinn steht die orthodoxe Alexander-Newski-Kathedrale. Die Alexander Newski Kathedrale ist eine große reichlich dekorierte christlich orthodoxe Kirche. Sie wurde zwischen 1894 und 1900 erbaut, als Estland Teil des Russischen Zarenreiches war. Architekt war Mikhail Preobrazhenski, der vorher schon in Sankt Petersburg tätig gewesen war. Die Kathedrale hat elf Glocken, die größte wiegt 15 Tonnen und hat einen Durchmesser von 3 Meter. 1924 sollte die Kathedrale auf dem Toompea-Hügel als Symbolbau der russischen Herrschaft abgerissen werden, der Abbruchbescheid wurde jedoch nie vollzogen. Die Gottesdienste werden auf Russisch abgehalten, die Gemeinde gehört zum Moskauer Patriarchat.

Ukraine

1902 wurde nach dem Vorbild russischer Sakralbauten die Alexander-Newski-Kathedrale im Kurort Jalta errichtet. Auffällig sind die weißgoldene Fassade und die goldenen Kuppeln.

Polen

1884 wurde die orthodoxe Hl. Alexander-Newski-Kirche in Łódź gebaut, als Łódź mit Kongresspolen Teil des Russischen Zarenreiches war. Die 1894 bis 1912 erbaute Alexander-Newski-Kathedrale in Warschau wurde 1926 von der Pilsudski-Regierung demoliert.

Russland

Standorte:

  • Miass
  • Nowosibirsk
  • Sankt Petersburg
  • in Tscheljabinsk existierte ursprünglich ebenfalls eine Alexander-Newski-Kathedrale. Der Bau steht noch, wurde jedoch in der Zeit der Sowjetunion zur Orgelhalle umgewidmet und wird bis heute als rein weltlicher Konzertbau genutzt; er wird häufig als Alexander-Newski-Orgelhalle bezeichnet.

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