19. Bezirk Budapest

Kispest („Klein Pest“) ist die Bezeichnung für den 19. Bezirk in Budapest.

Lage des 19. Bezirks in Budapest

Er ist am 1. Januar 1950 mit dem Anschluss der bis dahin eigenständigen Stadt Kispest entstanden. Gleichzeitig ist es der Name des größeren der beiden Stadtteile, aus denen sich der Bezirk zusammensetzt.

Inhaltsverzeichnis

Lage und Daten

Kispest grenzt im Norden an den 10. Bezirk, im Osten an den 18., im Süden an den 23. und im Westen an den 9. und 20. Bezirk. Dort leben etwa vier Prozent der 1.696.128 Einwohner von Budapest. Derzeitiger Bürgermeister ist Péter Gajda von der Ungarischen Sozialistischen Partei.

Das Wappen von Kispest
Kispest
Offizielle Bezeichnung XIX. kerület („19. Bezirk“)
Stadtteile Kispest, Wekerletelep
Fläche 9,38 km²
Einwohner 62.572 (Stand: 2003)
Bevölkerungsdichte 6.671 Einwohner pro km2
Bürgermeister Péter Gajda (MSZP)
Webpräsenz http://www.kispest.hu/

Geschichte

Bis zum 19. Jahrhundert

Das Gebiet war bereits vor der Zeit der Landnahme besiedelt. Es wurden beispielsweise Spuren awarischer Siedlungen gefunden. Zur Zeit des Mongolensturms wurden die Siedlungen zerstört. Danach diente das Gebiet jahrhundertelang als königliches Jagdrevier, zum Beispiel unter Matthias Corvinus. Im Jahr 1723 geriet der Szentlőrinc puszta genannte Bereich in den Besitz von Antal Grassalkovich I., mit dessen Namen unter anderem der Bau einer Kapelle verbunden ist. Nachdem die Familie Grassalkovich ausgestorben war, wechselten die Besitzer des Gebiets mehrmals.

Bis zum Ersten Weltkrieg

Im Jahr 1850 wurde der Bereich in Parzellen aufgeteilt. Danach kauften der Ingenieur und Ministerialberater Károly Herich, der Ingenieur József Egger und der Anwalt Lajos Rózsa den Grund auf. Mit der 1869 gegründeten Colonie-Klein-Pest konnten sie den Wert des Gebiets steigern. Im Jahr 1871 wurde die Kleingemeinde Kispest gegründet.

1880 betrug die Zahl der Einwohner 1800 Personen, die verschiedenen Nationalitäten angehörten. Kispest erlebte während der industriellen Revolution einen Aufschwung. Diese Entwicklung wurde auch nicht gebremst, als Pestszentlőrinc 1909 von Kispest abgetrennt wurde. Ein Jahr später erreichte die Einwohnerzahl 30.000. Im Jahr 1911 wurde Kispest zum Sitz der Bezirksregierung (járási székhely). Diese heute nicht mehr existierende Untergliederung von Komitaten umfasste die Orte Erzsébetfalva, Csepel, Soroksár, Pestszentlőrinc und Dunaharaszti.

Wekerletelep

Hauptartikel: Wekerletelep
Westliches Tor am Károly Kós tér im volkstümlichen Baustil

Im Jahr 1908 initiierte Ministerpräsident Sándor Wekerle den Bau des nach ihm benannten Wekerletelep, nachdem er das von der Familie Sárkány zum Verkauf gebotene Gebiet mit staatlichen Mitteln erworben hatte. Der Wekerletelep ist ein Beispiel für die Stadtentwicklung im 20. Jahrhundert. Die Planung der Gartenstadt folgt regelmäßigen geometrischen Formen. Ursprünglich war der Bereich für Arbeiter vorgesehen, jedoch war es letztlich nur Angehörigen der Mittelklasse erlaubt, sich dort niederzulassen. Das Tor am geometrisch hervorgehobenen Fő tér („Hauptplatz“) wurde von Károly Kós, einem Architekten aus Siebenbürgen entworfen und weist stilistische Merkmale aus dessen Heimat auf.

Zwischen den Weltkriegen

Die Industrialisierung des Gebiets, etwa durch die Fabriken Hofherr-Schrantz und Hungária-Jacquard, führten insbesondere am Ende des Ersten Weltkriegs zu gesteigerten gesellschaftlichen Spannungen.

1920 stieg die Einwohnerzahl auf 50.000, wovon nun 92 Prozent ungarisch sprachen. Am 15. November 1921 wurde beschlossen, dass Kispest den Status einer Stadt (rendezett tanácsú város) erhält. Die Grundungsversammlung fand am 22. Juli 1922 statt. Der erste Bürgermeister war Dr. Gyula Válya, dessen Nachfolge József Molnár 1930 antrat.

Die zunehmende Verschuldung der Stadt konnte erst 1936 gebremst werden. Während des 2. Weltkriegs, vor allem 1943 und 1944 verursachten Flächenbombardements schwere Schäden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Krieg wurde zunächst Miklós Petri, danach Gyula Barei Bürgermeister. Der 1947 gewählte Bürgermeister nahm dieses Amt als Letzter ein. Am 1. Januar 1950 wurde Rezső Nyers Ratsvorsitzender von Kispest, das seither der 19. Bezirk von Budapest ist.

Ausstellungsräume

  • Kispesti Helytörténeti Gyűjtemény (Fő utca 38): Die Ausstellung informiert über die Geschichte von Kispest von der Gründung als eigenständige Gemeinde bis 1950.
  • Nagy Balogh János Kiállítóterem (Ady Endre út 57)

Sport

Der Fußballverein von Kispest ist der Budapest Honvéd FC (früher Kispesti AC, Budapesti Honvéd oder auch Kispest-Honvéd). Der Verein gehört nach Fradi, MTK und Újpest zu den erfolgreichstsen des Landes. Außerdem wurde der Fußballspieler Ferenc Puskás in Kispest geboren. Er begann seine Karriere im Bozsik-Stadion.

Bekannte Persönlichkeiten

Folgende Personen wurden in Kispest geboren:

  • Tivadar Ács: Historiker und Journalist
  • György Bárdy: Schauspieler
  • Ilona Béres: Schauspielerin
  • Magdolna Fazekas: Malerin
  • Józsa Hacser: Schauspieler
  • Antal Kocsis: Olympiasieger im Boxen
  • Sándor Lezsák: Dichter, Politiker und ehemaliger Vizepräsident des Parlaments
  • Balogh János Nagy: Maler und Graphiker
  • Ferenc Puskás: Fußballspieler, Trainer und Kapitän der Aranycsapat
  • Gyula Tófalvi: Vorsitzender des Rats für Weltraumforschung (Űrkutatási Tudományos Tanács)
Plattenbauten in Kispest (2007)

Größere öffentliche Plätze und Straßen

  • Nagykőrösi út
  • Puskás Ferenc utca
  • Ady Endre út
  • Határ út
  • Kőbánya- Kispest, Endstation der Metrolinie 3 („blaue“ Linie)
  • Üllői út

Partnerstädte

Galerie

Der Artikel Kispest basiert ursprünglich auf einer Übersetzung von Kispest aus der ungarischen Wikipedia, Version vom 6. November, 00:12. Eine Liste der Autoren ist hier verfügbar. Der Inhalt steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.

47.45333333333319.1466666666677Koordinaten: 47° 27′ N, 19° 9′ O


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