Alexander (Pfalz-Zweibrücken)

Alexander von Pfalz-Zweibrücken der Hinkende (* 26. November 1462; † 21. Oktober 1514 in Zweibrücken) war ab dem Jahre 1489 Pfalzgraf-Herzog von Zweibrücken und Graf von Veldenz.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Alexander war der zweite Sohn des Pfalzgrafen und Herzogs Ludwig I. von Zweibrücken (1424–1489) aus dessen Ehe mit Johanna (um 1435–1504), Tochter des Antoine I. von Croÿ, Graf von Porcean und Guines. In seiner Kindheit erkrankte der Prinz an den Blattern und überstand diese nur geschwächt und gelähmt, was ihm den Beinamen „der Hinkende“ oder „der Lahme“ einbrachte.

Die durch Alexander 1489 in Dankbarkeit über die erfolgreiche Wallfahrt ins heilige Land errichtete Alexanderskirche in Zweibrücken

Alexander folgte seinem Vater 1489 in der Regierung und musste das erste Jahr seiner Herrschaft mit seinem später für geisteskrank erklärten Bruder Kaspar teilen. Kaspar der in geistiger Umnachtung Selbstverstümmelungen an sich vornahm wurde von seinem Bruder als Gefangener behandelt und war bis zu seinem Tod 1527 auf Burg Veldenz eingekerkert.[1]

Alexander wählte stets weltliche Beamte zu seinen Kanzlern und Ratgebern, wiewohl er als äußerst fromm galt. Im Krieg gegen die Kurpfalz, in dem sein Vater deutliche Gebietsverluste hinnehmen musste, agierte Alexander mit Ermunterung Kaiser Maximilians durch Eroberung und Brandschatzung zahlreicher Klöster. Auf dem Reichstag zu Köln 1505 wurde Frieden geschlossen. Die Kurpfalz und Zweibrücken schlossen bei dieser Gelegenheit auch einen Erbverbrüderungsvertrag. Alexander gab das Amt Landeck zurück und verzichtete auf die Erbansprüche der Linie Pfalz-Mosbach-Neumarkt. Alexander erhielt dafür das Amt Kleeburg und den kurpfälzischen Anteil der Gemeinschaft Guttenberg.

Eine enge Beziehung hatte Alexander zu dem Gelehrten Jakob Wimpheling unter dessen Einfluss er Kaiser Maximilian 1510 die Gravamina oder zehn Beschwerden vorlegte, die den Pfründenhandel in Rom anprangerten. Die Gravamina ließ Alexander erneut beim Reichstag in Trier 1512 durch seinen Kanzler Adam von Sötern vortragen.

Im Jahr 1495 reiste Alexander ins Heilige Land. Die Reisebeschreibung wurde unter dem Titel Reyßbuch deß heyligen Lands 1584 veröffentlicht.[2] Alexander versprach nach der erfolgreichen Rückkehr aus Jerusalem eine Kirche zu errichten, was er 1489 mit dem Bau der Zweibrücker Alexanderskirche auch einhielt.

Ehe und Nachkommen

Alexander heiratete 1499 in Zweibrücken Margarete (1480–1522), Tochter des Grafen Kraft VI. von Hohenlohe in Neuenstein, mit der er folgende Kinder hatte:

  • Johanna (1499–1537), Nonne im St. Agnes Kloster in Trier
  • Ludwig II. (1502–1532), Pfalzgraf und Herzog von Pfalz-Zweibrücken
∞ 1525 Prinzessin Elisabeth von Hessen (1503–1563)
  • Georg (1503–1537), Domherr zu Trier
  • Margarete (1509–1522), Nonne im Zisterzienserinnenkloster Marienberg bei Boppard
  • Ruprecht (1506–1544), Pfalzgraf und Herzog von Veldenz
∞ 1537 Wild- und Rheingräfin Ursula zu Salm-Kyrburg (1515–1601)
  • Katharina (1510–1542)
∞ 1541 Graf Otto IV. von Rietberg (1520–1552)

Literatur

  • J. P. Gelbert: Magister Johann Bader's Leben und Schriften, Nicolaus Thomae und seine Briefe: Ein Beitrag zur Reformationsgeschichte der Städte Landau, Bergzabern und der linksrheinischen Pfalz, Gottschick-Witter, 1868, S. 2 ff.
  • Johann Georg Lehmann: Vollständige Geschichte des Herzogtums Zweibrücken und seiner Fürsten, München, 1867

Einzelnachweise

  1. Ludwig Häusser: Geschichte der Rheinischen Pfalz nach ihren politischen, kirchlichen und literarischen verhältnissen, Band 1, Mohr, 1856, S. 499
  2. Jyri Hasecker: Die Johanniter und die Wallfahrt nach Jerusalem (1480-1522), V&R unipress GmbH, 2008, S. 49
Vorgänger Amt Nachfolger
Ludwig I. Graf von Veldenz
1489–1514
Ludwig II.
Kaspar Herzog von Pfalz-Zweibrücken
1490–1514

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