Alexander Alexandrowitsch Mikulin
Grabbüste Mikulins auf dem Nowodewitschi-Friedhof

Alexander Alexandrowitsch Mikulin (russisch Александр Александрович Микулин, wiss. Transliteration Aleksandr Aleksandrovič Mikulin; * 2. Februarjul./ 14. Februar 1895greg. in Wladimir; † 13. Mai 1985 in Moskau) war ein sowjetischer Triebwerkskonstrukteur.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Alexander Mikulin wuchs im Hause seines Onkel Nikolai Jegorowitsch Schukowski (1847–1921) auf. Dieser Aerodynamiker gilt als einer der Väter der russischen Luftfahrt. Nach dem Ende seiner Realschulzeit begann Mikulin 1912 ein Studium am Polytechnischen Institut in Kiew und wechselte 1914 zur Kaiserlichen Technischen Hochschule in Moskau.

1915 begann Mikulin seine Arbeit im NAMI (Wissenschaftliches Institut für Automotoren) unter Leitung von Stetschkin. Dort entstand 1916 das erste russische Flugtriebwerk AMBS-1 mit 300 PS bei 1800 U/min. 1926 wurde er Chefkonstrukteur des NAMI.

Zunächst entwickelte Mikulin, der in seiner Kindheit auch Englisch und Deutsch gelernt hatte, von 1925 bis 1928 auf Basis von Hugo Junkers´ Entwürfen den AM-13, einen V-12-Motor von 880 PS bei 2150 U/min. Mit diesen Erfahrungen begann Mikulin am Zentralinstitut für Flugmotoren (ZIAM) die Konstruktion und Entwicklung des ersten russischen Flugmotors mit Wasserkühlung, den Mikulin AM-34, der mit Kompressor bis zu 920 kW leistete. Das Triebwerk ging 1931 in die Serienproduktion und wurde durch die Langstreckenflüge der Tupolew ANT-25 bekannt. 1937 konstruierte Mikulin den ersten sowjetischen Motor für große Höhen, den AM-35. Er kam vorzugsweise im Höhenjäger MiG-3 und im Fernbomber Pe-8 zum Einsatz. Bekannteste Konstruktion und einer der meist gebauten Flugmotoren überhaupt war der AM-38F mit etwa 1300 kW, der insbesondere in die Iljuschin Il-2 eingebaut wurde. Mikulin entwickelte ebenfalls die erste sowjetische Verstelluftschraube sowie später den ersten Turbinenverdichter.

1943 wurde das Kollektiv NTK „Sojus“ Mikulin in Moskau als „Einrichtung Nummer 300“ durch das Ministerium der Luftfahrtindustrie ins Leben gerufen. Bereits zu diesem Zeitpunkt beschäftigte sich Mikulin neben der Weiterentwicklung von Kolbentriebwerken auch mit Strahltriebwerken.

Im selben Jahr, am 27. September wurde Mikulin auch Mitglied der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften. 1940 wurde ihm der Orden Held der sozialistischen Arbeit verliehen. In den Jahren 1941–1943 und 1946 erhielt er den Staatspreis.

Nach dem Zweiten Weltkrieg widmete sich Mikulin der Fertigung von Gasturbinen für die Luftfahrt, wobei er auch mit dem in die Sowjetunion gebrachten deutschen Junkers-Konstrukteur Brunolf Baade zusammenarbeitete. In den 1950er-Jahren entwickelten Mikulin und Tumanski das seinerzeit stärkste Strahlturbinen-Triebwerk der Welt, das Mikulin AM-3M mit 9500 kg Schub, das ab 1952 für den ersten Passagierjet der Sowjetunion, der Tupolew Tu-104, in Produktion ging.

Flugmotoren

Mikulin AM-42

Strahltriebwerke

Weblinks


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