Alexander Ankwab

Alexander Ankwab (abchasisch Алықьсандр Анқәаб / Alyqsandr Anqwab; russisch Александр Анкваб / Aleksandr Ankwab; * 26. Dezember 1952 in Sochumi) ist ein abchasischer Politiker. 1992 bis 1993 war er Innenminister der international nicht anerkannten Republik Abchasien. Vom 14. Februar 2005 bis zum 12. November 2009 war er Premierminister der Republik. Nach der Präsidentschaftswahl 2009 wurde Ankwab Vize-Präsident der Republik Abchasien. Nach dem Tod von Präsident Sergei Bagapsch Ende Mai 2011 übernahm Ankwab die Amtsgeschäfte als abchasischer Präsident.

Leben

Ankwab schloss ein Studium der Rechtswissenschaft an der Staatlichen Universität Rostow in Russland ab. Anschließend arbeitete er mehrere Jahre als Funktionär der kommunistischen Jugendorganisation Komsomol. 1975 bis 1981 war er Mitarbeiter im Justizministerium der Abchasischen Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik. 1981 wurde er Präsidiumsmitglied der Kommunistischen Partei in Georgien. 1984 bis 1990 war er stellvertretender Innenminister der Georgischen Sozialistischen Sowjetrepublik in Tiflis.

Nach dem Ende der Sowjetunion wurde Ankwab 1991 Mitglied des abchasischen Obersten Sowjets. Während des Krieges mit Georgien von 1992 bis 1993 war er Innenminister Abchasiens, verantwortete neben Schamil Salmanowitsch Bassajew ethnische Säuberungen und die Vertreibungen von ca. 250.000 Georgiern aus der Autonomen Republik. 1994 wechselte er als Geschäftsmann nach Moskau.

2000 kehrte er in die abchasische Politik zurück. Er gründete die Oppositionspartei Aitaira (dt. Wiedergeburt), wurde ihr Vorsitzender. Im August 2004 kündigte er an, sich als Kandidat um die abchasische Präsidentschaft zu bewerben. Wegen mangelnder abchasischer Sprachkenntnisse und seines langen Auslandsaufenthalts wurde er von der Zentralen Wahlkommission abgelehnt. Seither unterstützte er den Präsidenten Bagapsch bis zu seinem Tod.

Am 14. Februar 2005 wurde er von Präsident Sergei Bagapsch zum Premierminister des Landes ernannt. Am 28. Februar 2005 überlebte Ankwab ein Attentat. Sein Auto wurde bei der Einfahrt nach Sochumi nahe dem Dorf Atschadara von 17 Kugeln getroffen. Ankwab blieb unverletzt, weil er nicht in seinem Auto saß, sondern in dem des Vize-Premierministers. Er machte die organisierte Kriminalität in Abchasien dafür verantwortlich. Sie sei mit seiner Steuergesetzgebung nicht einverstanden gewesen.

Im Wahlkampf zur Präsidentschaftswahl 2009 trat er an der Seite von Präsident Bagapsch als Kandidat für das Amt des Vize-Präsidenten an. Im Zusammenhang damit wurde er am 12. November 2009 durch einen Erlass des Präsidenten von seinen Pflichten als Regierungschef entbunden. Die Amtsgeschäfte übergab er an seinen Stellvertreter Leonid Lakerbaia.[1]

Am 23. Oktober 2010 beschossen Unbekannte das Haus von Ankwab mit Granatwerfern. Ankwab wurde bei dem Anschlag leicht verletzt.[2]

Bei der vorgezogenen Präsidentschaftswahl, am 26. August 2011, erhielt Ankwab bei einer Wahlbeteiligung von rund 70 Prozent knapp 55 Prozent der Stimmen und wurde in seinem Amt bestätigt.[3]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. В Абхазии Анкваб освобожден от премьерства на время выборов, gazeta.ru
  2. Abchasiens Vizepräsident Ankwab bei Anschlag verletzt, aktuell.ru, 23. September 2010
  3. Dmitri Babitsch: Präsidentenwahl in Abchasien: Der lachende Dritte, RIA Novosti, 30. August 2011

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