Alexander Csernyin
Land UngarnUngarn Ungarn
Geboren 6. März 1960
Charkiw
Titel Großmeister (1985)
Aktuelle Elo-Zahl 2614 (November 2011)
Beste Elo-Zahl 2645 (Januar 1998)
Karteikarte bei der FIDE (englisch)

Alexander Csernyin (* 6. März 1960 in Charkow als Alexander Michailowitsch Tschernin, russisch Александр Михаилович Чернин) ist ein ungarischer Schachmeister mit Wurzeln in der Sowjetunion.

Leben

Er feierte bereits als Jugendlicher zahlreiche Siege: 1979 wurde er in Skien Jugendvizeweltmeister nach Yasser Seirawan, im Januar 1980 wurde er Jugendeuropameister (vor Surab Asmaiparaschwili) in Groningen, kurz darauf gewann er ein Meisterturnier in Amsterdam (mit 10,5 Punkten aus 11 Partien). Aufgrund dieser Erfolge verlieh ihm die FIDE im selben Jahr den Titel Internationaler Meister. Ein Jahr darauf teilte er Platz 2 und 3 beim Capablanca-Gedenkturnier in Cienfuegos. 1983 gewann er in Irkutsk, 1984 in Kopenhagen und Stary Smokovec.

Im Verlauf des Jahres 1985 (dem erfolgreichsten in seiner Karriere) stieß er zur Weltspitze vor. Zunächst teilte er gemeinsam mit Michail Gurewitsch und Viktor Gavrikov den 1.-3. Platz bei der UdSSR-Meisterschaft und qualifizierte sich damit zum Interzonenturnier in Tunis. Hier teilte er Platz drei mit seinem Landsmann Gavrikov, den er im anschließenden Stichkampf besiegte und sich für das Kandidatenturnier qualifizierte, womit ihm 1985 der Titel Großmeister verliehen wurde.[1] Beim in Montpellier 1985 ausgetragenen Kandidatenturnier wurde er Elfter. Im gleichen Jahr gewann er mit der Sowjetunion Gold bei der erstmals ausgerichteten Mannschaftsweltmeisterschaft in Luzern und erhielt überdies die Goldmedaille für sein Individualergebnis am 7. Brett.

Zu seinen bedeutendsten Erfolgen in den nachfolgenden Jahren zählen: ein geteilter dritter Platz bei der erstmals ausgerichteten Blitzschach-Weltmeisterschaft in Saint John. Er verlor im Halbfinale gegen Michail Tal, besiegte zuvor aber unter anderem Anatoli Karpow. Außerdem siegte er in Kopenhagen 1986 (zusammen mit u. a. Wassili Smyslow), beim Rubinstein-Gedenkturnier in Polanica-Zdrój 1988 (zusammen mit Alexander Goldin), in Prag 1989, bei den Dortmunder Schachtagen 1990 [2] (vor Boris Gelfand), in Altensteig 1990 und 1991, in Buenos Aires 1992 und in Göteborg 1996.

1992 machte Tschernin sich in Budapest ansässig. 1993 erhielt er die ungarische Staatsbürgerschaft und schreibt seinen Namen seitdem Csernyin. Im selben Jahr wurde er Vizemeister bei der ungarischen Meisterschaft (nach András Adorján). Zwei Mal (1994 und 1996) nahm er für Ungarn an der Schacholympiade teil und erzielte 8 Punkte aus 13 Partien. Drei Mal spielte er an Europamannschaftsmeisterschaften, wobei die ungarische Mannschaft 1999 die Silbermedaille gewann. Seine bisher höchste Elo-Zahl lag bei 2645 im Januar 1998.

Er ist Mitglied der Trainerkommission der FIDE und zur Zeit Trainer von Fabiano Caruana.

Einzelnachweise

  1. Willy Iclicki: FIDE Golden book 1924-2002. Euroadria, Slovenia, 2002, S. 79
  2. Dortmunder Schachtage - Übersicht und Berichte ab 1973

Weblinks


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