Alexander Golitzen

Alexander Golitzen (* 28. Februar 1908 als Alexander Alexandrowitsch Galitzin[1] in Moskau; † 26. Juli 2005 in San Diego, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Filmarchitekt.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Golitzens Familie[2] floh während der Oktoberrevolution aus Russland nach Japan. Am 7. Oktober 1923[3] kam die Familie aus Kobe mit dem Schiff nach Seattle. An der University of Washington studierte er Architektur. 1933 zog er nach Los Angeles, wo er Assistent des ebenfalls Russischstämmigen Alexander Toluboff wurde. Zuerst arbeitete er bei MGM als Maler an den Kulissen von Königin Christine (Queen Christina). 1935 begann er für diverse Studios und unabhängige Produzenten wie Samuel Goldwyn and Walter Wanger als Art Director zu arbeiten. Seit dem Film Arabische Nächte (Arabian Nights, 1942) arbeitete er für Universal Pictures. In der Zwischenzeit, am 28. April 1936, wurde er eingebürgert.[4]

Während die meisten Filmarchitekten unbekannt bleiben, konnte sich Alexander Golitzen einen geradezu legendären Ruf erarbeiten, dem höchstens Cedric Gibbons gleichkommt. Er arbeitete an weit über 300 Kinofilmen mit und konnte vielen von ihnen seinen Stempel aufdrücken. Vor allem Technicolorfilme waren sein Spezialgebiet, für die ihm ein großes Talent und Einfühlungsvermögen nachgesagt wurde. Allerdings war er auch ein Meister des Schwarzweißfilms, was sein Oscar für Wer die Nachtigall stört zeigte.

Seit 1954 war Golitzen Supervising Art Director bei Universal, ein Posten, den er bis zu seiner Pensionierung 1974 innehatte. Er verabschiedete sich vom Filmgeschäft mit einem letzten großen Auftritt. Für den Film Erdbeben bekam er seine letzte Oscarnominierung, allerdings in der für ihn eher ungewöhnlichen Sparte Production Designer. Hier hatte er nur wenige Arbeiten vorzuweisen, ebenso als Produzent.

Auszeichnungen

Während seiner Laufbahn, die mit … dann kam der Orkan (The Hurricane, 1937) als Assistent begann und bis Erdbeben (Earthquake, 1974) andauerte, wurde er zwischen 1941 und 1975 nicht weniger als 14 Mal für den Oscar nominiert. Dreimal konnte er den Preis gewinnen. 1944 für Phantom der Oper (Phantom of the Opera), 1960 für Spartacus und 1963 für Wer die Nachtigall stört (To Kill a Mockingbird).

Anmerkungen

  1. lt. Staatsbürgerschaftsbeantragung (Declaration of Intention) von 1930
  2. bestehend aus Vater Alexander und den Kindern Olga, Maria und Alexander jr.
  3. wie 1
  4. US-Einbürgerungsnachweis

Literatur

Weblinks


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