Alexander Graf von Mensdorff-Pouilly
Alexander Mensdorff-Pouilly, Lithographie von Joseph Kriehuber, 1854

Alexander Graf von Mensdorff-Pouilly, Fürst Dietrichstein zu Nikolsburg (* 4. August 1813 in Coburg; † 14. Februar 1871 in Prag) war ein österreichischer Staatsmann und Außenminister.

Leben

Mensdorff-Pouilly stammte aus einem ursprünglich lothringischen, 1818 in den österreichischen Grafenstand erhobenen Geschlecht, das ursprünglich nur Pouilly nach einer gleichnamigen Besitzung an der Saône hieß, während der Revolution emigrierte und den Namen Mensdorff annahm.

Alexander von Mensdorff-Pouilly war der Sohn des Generals Emmanuel Graf von Mensdorff-Pouilly (1777-1852) und Prinzessin Sophie von Sachsen-Coburg-Saalfeld (gest. 1835, Tochter des Herzogs Franz von Sachsen-Coburg-Saalfeld). 1829 trat er in die Armee ein, wurde 1836 Rittmeister, 1844 Major, kämpfte 1848-49 in Italien und Ungarn mit Auszeichnung, wurde 1849 Oberst und 1850 Generalmajor.

Anfang 1851 ging er als österreichischer Kommissar nach Schleswig-Holstein und 1852 als österreichischer Gesandter nach Sankt Petersburg. Schon 1853 von dort wieder abberufen, lebte er eine Zeit lang in England und wurde anschließend zum Brigadier des 7. Armeekorps, 1858 zum Feldmarschallleutnant ernannt. Während des polnischen Aufstandes (1863) Generalgouverneur von Galizien, zeichnete er sich durch Energie und Humanität in gleichem Maß aus. Am 27. Oktober 1864 wurde er als Nachfolger von Graf Rechbergs zum Minister des Auswärtigen berufen. Er war der „treugehorsame Diener seines Kaisers“ und machte alle Wandlungen der österreichischen Politik bis zur Sistierung der Verfassung durch Belcredi und dem Krieg mit Preußen 1866 mit. Im November 1866 legte er sein Amt nieder und wurde 1870 zum Kommandierenden General in Agram, dann in Prag ernannt.

Als Gemahl der Gräfin Alexandrine von Dietrichstein (* 29. Februar 1824), der Erbin des Fürsten Joseph von Dietrichstein, erhielt er nach dessen Tode durch kaiserliches Diplom vom 20. März 1869 den Titel eines Fürsten Dietrichstein zu Nikolsburg übertragen. Er starb am 14. März 1871. Sein Erbe war Fürst Hugo Dietrichstein zu Nikolsburg, geb. 19. Dezember 1858. Sein jüngerer Sohn Albert von Mensdorff-Pouilly-Dietrichstein spielte eine bedeutende Rolle in der Diplomatie vor und während des Ersten Weltkriegs.

Siehe auch

Weblinks

Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text („public domain“) aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890. Bitte entferne diesen Hinweis nur, wenn Du den Artikel so weit überarbeitet oder neu geschrieben hast, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt und dies mit Quellen belegt ist, wenn der Artikel heutigen sprachlichen Anforderungen genügt und wenn er keine Wertungen enthält, die den Wikipedia-Grundsatz des neutralen Standpunkts verletzen.

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