George S. Patton
George S. Patton jr., 1943

George Smith Patton, Jr. (* 11. November 1885 in San Gabriel, Kalifornien; † 21. Dezember 1945 in Heidelberg) war ein General der US Army im Zweiten Weltkrieg.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Kadett Patton 1907
Lieut. Col. Patton in Frankreich im Sommer 1918
General Bernard Law Montgomery und Generalleutnant George S. Patton (rechts) am 28. Juli 1943 in Palermo, Sizilien
Patton (li.) mit Brigadier General Otto P. Weyland, Nancy 1944

Er war bekannt als „Old Blood and Guts” und für seine Disziplin in der Truppenführung. Er gilt als eine der schillerndsten Personen des Zweiten Weltkriegs und war Absolvent des Virginia Military Institute und der US Military Academy in West Point.

Lieutenant General Patton

Er beendete die Olympischen Spiele in Stockholm 1912 im modernen Fünfkampf als Fünfter. 1915 wurde er Lieutenant. Patton wurde an die mexikanische Grenze verlegt, wo er gegen Aufständische kämpfte und dabei „General” Julio Cardenas, den Führer der Leibgarde Pancho Villas, mit seinem Colt tötete. Unter General Pershing kämpfte Captain Patton während des Ersten Weltkriegs in Europa. Er bildete die ersten 500 amerikanischen Panzerfahrer aus. Patton beendete den Krieg, durch MG-Feuer verwundet, als Colonel (temporary rank). Patton war Anhänger der Reinkarnationstheorie und glaubte, in einem früheren Leben schon einmal in Frankreich gewesen zu sein.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde er durch seine Erfolge in Nordafrika (Stoppen des Tunesien-Feldzugs), auf Sizilien (Operation Husky) und in den Ardennen bekannt. 1943 wurde er auf Vorschlag von General Eisenhower zum Lieutenant General befördert. Bei der Operation Overlord, der Invasion in Frankreich 1944, war Patton nicht dabei, weil er auf Sizilien einen einfachen Soldaten geohrfeigt hatte und nach heftigen Angriffen in der Heimatpresse von seinem Kommando entbunden worden war. Als Teil der Operation Quicksilver wurde Patton dann Oberbefehlshaber der nur auf dem Papier bestehenden 1. US-Heeresgruppe (FUSAG, the First United States Army Group), um der deutschen Militärführung eine alliierte Landungsabsicht am Pas-de-Calais vorzutäuschen, während dann die tatsächliche Landung in der Normandie stattfand. Nach der Invasion in der Normandie erlangte Patton als kämpfender General der 3. US Army legendären Ruhm. Er drillte persönlich seine Truppen und formte diese zu kampfstarken, vom Gegner respektierten Kampfverbänden. Pattons wohl bedeutendster Erfolg als Truppenführer war sein Durchbruch durch die deutschen Linien am 31. Juli 1944 bei Avranches, als er durch eine mit seinen Panzerverbänden mit hoher Schnelligkeit vorgetragene Umgehungsoperation (Operation Cobra) die linke deutsche Flanke zerstörte. Dadurch gelang es Patton, den bisherigen Frontverlauf völlig aufzulösen und den alliierten Vormarsch entscheidend zu beschleunigen. Er erzielte weitere Erfolge mit der Eroberung der Festung Metz, der Entlastung der eingeschlossenen Amerikaner in Bastogne in der Abwehr der Ardennenoffensive, und seinem rapiden Vormarsch durch Süddeutschland mit der kampflosen Einnahme von Ulm und Memmingen nach Westböhmen, wo sein weiteres Vordringen nach der Einnahme von Pilsen aus politischen Gründen gestoppt wurde.

Als die 3. Army am 11. April 1945 das KZ Buchenwald auf der Anhöhe des nahe Weimar gelegenen Ettersberg befreite, war er – nach einer Besichtigung am 15. April – von der Grausamkeit der Nazis so schockiert, dass er der Militärpolizei befahl, am folgenden Tag 1.000 Weimarer durch das KZ zu führen und diese mit der Realität der Diktatur zu konfrontieren.

George S. Patton jr. war ein Pferdeliebhaber. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass er Sorge dafür trug, dass die westlichen Truppen das Gestüt Hostau, wo alle Pferde der Staatsgestüte im Einflussbereich der Deutschen Wehrmacht zusammengezogen waren, auch die berühmten Lipizzaner aus Piber, vor den sowjetischen Truppen in Sicherheit brachte, um den wertvollen Pferdebestand zu retten. Er hatte die Sorge, dass die sowjetischen Truppen den kulturellen Wert der Lipizzanerzucht nicht erkennen. Kurz vor Kriegsende wurde Patton zum Viersternegeneral befördert.

Nach dem Kriege war Patton Militärgouverneur von Bayern und residierte bei Bad Tölz. Er kam schon bald in Schwierigkeiten, da er die Entnazifizierung nicht zügig vorantrieb.

Patton liebte seinen Beruf und war der Ansicht, dass der Krieg zum menschlichen Leben dazugehöre. Seine Markenzeichen waren ein gravierter vernickelter Colt Single Action Army Revolver .45 Modell 1873 mit Elfenbeingriff, ein Smith & Wesson .357 Magnum und sein Bull Terrier Willi. Er war äußerst erfolgreich und umstritten, ein Zyniker. Pattons Äußerungen wurden von manchen als Bewunderung der SS verstanden: Die SS... eine verdammt gut aussehende Bande von sehr disziplinierten Hurensöhnen. Mit solchen wenig diplomatischen Äußerungen rief er das Unverständnis seiner Zeitgenossen hervor (er wollte ein Bündnis mit den Deutschen, um die Sowjetunion zu vernichten). Nachdem Patton am 22. September 1945 die NSDAP als „normale Partei“ bezeichnet und mit den US-amerikanischen Parteien verglichen hatte, wurde er durch Eisenhower von seinem Kommando über die 3. US-Armee abgelöst. Er wurde danach zur 15. Armee in Bad Nauheim versetzt.

Am 9. Dezember 1945, einen Tag vor seiner geplanten Rückkehr in die USA, begab sich der General gemeinsam mit seinem Chef des Stabes, Generalmajor Hobart R. „Hap“ Gay auf Fasanenjagd. Gegen 11:45 Uhr stieß der Wagen, ein Cadillac Model 75, gefahren von PFC Horace Woodring, auf einem Bahnübergang in Mannheim-Käfertal mit einem amerikanischen Lastkraftwagen, am Steuer der Technical Sergeant Robert L. Thompson, frontal zusammen. Während General Gay und der Fahrer unverletzt blieben, erlitt Patton einen Halswirbelbruch mit einer Querschnittlähmung, vermutlich weil er auf die Trennwand im Wagen aufschlug.

Er starb am 21. Dezember 1945 im Heidelberger Militärhospital infolge einer Lungenembolie. Auf eigenen Wunsch wurde er auf dem amerikanischen Soldatenfriedhof bei Hamm in Luxemburg (Luxembourg American Cemetery and Memorial) inmitten der Soldaten „seiner“ 3. US-Armee beigesetzt.

Später wurde er aus dem Gräberfeld an eine gesonderte Stelle näher beim Eingang umgebettet, damit die vielen Besucher, die speziell seinetwegen kommen, nicht die Totenruhe der umliegenden Soldaten stören.

Luxemburg verehrt ihn heute noch als seinen Befreier. So nennt sich Ettelbrück, eine Stadt mit 7.300 Einwohnern im Norden Luxemburgs, auch „Patton-Stadt”. Dies ist begründet durch die Ereignisse des Winters 1944/45. Der Norden Luxemburgs musste teilweise wiedererobert werden.

Denkmal in Marienbad

Zitate

  • „Möge Gott Gnade mit meinen Feinden haben, denn ich werde sie nicht haben.“ (Im Original: „May God have mercy upon my enemies, because I won't.“)[1]
  • „Ich habe große Achtung für die deutschen Soldaten. In Wirklichkeit sind die Deutschen das einzige anständige in Europa lebende Volk.“ (in seinem 1974 erschienenen dokumentarischem Nachlass bzw. in seinem Tagebuch: Auszug - Notizen, Ausg. 2 - 1974 - 889 Seiten - Master of War: The Patton Papers 1940-1945)
  • „Sag Menschen nie, wie sie Dinge tun sollen. Sag ihnen was zu tun ist, und sie werden dich mit ihrem Einfallsreichtum überraschen.“ (Im Original: „Don't tell people how to do things. Tell them what to do and let them surprise you with their results.“) Aus: Schmitz, Heribert „Raus aus der Demotivationsfalle“, Gabler-Verlag, Wiesbaden 2005 (D).
  • „Ein guter Plan heute ist besser als ein perfekter Plan morgen.“ [2]
  • „Irgendwo auf Sizilien gibt es 400 hübsch angeordnete Gräber. Und das nur weil ein Mann im Dienst schlief. Aber es sind deutsche Gräber, weil wir den schlafenden Bastard vor ihnen erwischt haben.“ (Aus seiner Rede an die 3. Armee am 5. Juni 1944)
  • „Ich würde lieber eine deutsche Division vor mir haben, als eine französische hinter mir" (Im Original: I would rather have a German division in front of me, than a French one behind me) [3]
Falschzuschreibungen
  • „Es ist nicht das Ziel des Krieges für dein Land zu sterben, sondern den anderen Bastard für seins sterben zu lassen." (Im Original: „The object of war is not to die for your country but to make the other bastard die for his.“) [4]

Literatur

  • George S. Patton, Jr.: War As I Knew It; Houghton Mifflin, ISBN 0-395-73529-7 (1947/1975), (Soft Cover); ISBN 0-395-08074-6 (1947/1975), (Hard Cover)
  • Patton's photographs: War as he saw it, edited by Kevin Hymel. Potomac Books; ISBN 1-57488-871-4 (2006) (Hard Cover), ISBN 1-57488-872-2 (2006) (Soft Cover; Alkali Paper).
  • Ladislas Farago: The last days of Patton, Berkley Books, New York 1982, ISBN 0-425-05388-1
  • George Forty: The armies of George S. Patton, Arms & Armour, London 1996, ISBN 1-85409-295-2
  • Stanley P. Hirshson: General Patton, Harper Collins, New York 2002, ISBN 0-06-000982-9
  • Earle Rice: George Patton, Chelsea House Publ., Philadelphia, Penn. 2004, ISBN 0-79-107403-X
  • Trevor Royle: Patton: Old Blood and Guts. – London : Weidenfeld & Nicolson, 2005. – ISBN 0-297-84676-0
  • Robert K. Wilcox: Target: Patton, The Plot to Assassinate General George S. Patton - Washington, D.C. 2001 : Regnery Publishing, ISBN 1-59698-579-8.[5]

Film

Siehe auch

  • Patton war Befehlshaber der fiktiven First United States Army Group (dt. 1. US-Heeresgruppe) zur Täuschung der deutschen Spionage über die Invasion (Operation Fortitude)
  • Patton wurde in den 1950er Jahren zum Namensgeber der Panzer Patton I und Patton II der US Army
  • Die Militärsiedlung Pattonville im Landkreis Ludwigsburg wurde ebenfalls nach ihm benannt
  • Er diente ebenfalls als Namensgeber der Patton Avenue in der ehemaligen Amerikanischen Wohnsiedlung in Bad Nauheim. Diese wurde 2010 im Zuge der Neubebauung in Paul-Ehrlich-Straße umbenannt.[7]

Einzelnachweise

  1. www.quotedb.com, Abgerufen 9. Juni 2007
  2. nach http://www.hoeners.de/murph.html, Abgerufen 9. Juni 2007
  3. General George Patten quotes
  4. Patton (1970) - Memorable quotes
  5. Nachweis über die Existenz des Buches
  6. siehe Filmographie
  7. Wetterauer Zeitung (vom 8. April 2010)

Weblinks

 Commons: George S. Patton – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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