Alexander Hislop

Alexander Hislop (* 1807 in Duns (Berwickshire); † 13. März 1865 in Arbroath) war ein Pastor der Free Church of Scotland, der aufgrund seiner harschen Kritik an der römisch-katholischen Kirche bekannt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Alexander Hislop war ein Sohn von Stephen Hislop († 1837), einem Maurer und Ältesten der Relief Church. Alexanders Bruder, der auch den Namen Stephen Hislop trug (1817-1863) wurde als Indienmissionar und Naturalist bekannt.

Alexander war zunächst Gemeindeschuldirektor in Wick (Highlands, Caithness). Im Jahr 1831 heiratete er Jane Pearson. Eine Zeitlang arbeitete er als Herausgeber des Scottish Guardian. Als Vikar (probationer) der Church of Scotland entschied er sich bei der Kirchenspaltung im Jahr 1843 für die Free Church of Scotland. 1844 wurde er als Pastor der East Free Church in Arbroath ordiniert und wurde 1864 Senior-Pastor. Ein Jahr später starb er nach zwei Jahren Krankheit an einem paralytischen Schlaganfall.

Hislop schrieb mehrere Bücher. Am bekanntesten wurde sein Werk The Two Babylons: Papal worship Revealed to be the worship of Nimrod and His wife (Die zwei Babylons: Verehrung des Papstes enthüllt als Verehrung von Nimrod und seiner Gemahlin)

The Two Babylons

Das Buch wurde ursprünglich im Jahr 1853 als Traktat veröffentlicht und erschien nach grundlegenden Überarbeitungen und Erweiterungen im Jahr 1858 als Buch.

Hislop stellt die Behauptung auf, dass die römisch-katholische Kirche ein babylonischer Mysterienkult und heidnisch sei, während die Protestanten den wahren Jesus und den wahren Gott verehrten. Die römisch-katholischen Religionspraktiken seien tatsächlich heidnische Praktiken, die dem wahren Christentum während der Regierung des Kaisers Konstantin der Große aufgepfropft worden wären. Zu diesem Zeitpunkt sei die Mischung der römischen Staatsreligion und deren Anbetung der Mutter und des Kindes auf das Christentum übertragen worden, wobei eine Vermischung mit heidnischer Mythologie stattgefunden habe. Die Göttin sei zu „Maria“ und der Knabe („Jupiter-Puer“, „der Knabe Jupiter“) zu Jesus umbenannt worden.

Hislop stellte sich auf den Standpunkt, dass die Göttin, die in Rom als Venus oder Fortuna bezeichnet worden war, der römische Name des noch älteren babylonischen Kultes der Ishtar gewesen sei, deren Ursprünge auf eine blonde blauäugige Frau namens Semiramis zurückgehe.

Nach Hislop sei Semiramis eine außerordentlich schöne weiße Frau gewesen, die einen Sohn namens Nimrod geboren habe, einen großen, hässlichen schwarzen Mann, und ihn später geheiratet habe, um so Babylon und seine Religion samt einer angeblichen Jungfrauengeburt zu gründen. Dies sei eine Vorschattung der Geburt Christi gewesen, die Satan veranlasst habe. Später wurde Nimrod getötet, und Semiramis behauptete, dass das Kind, welches sie kurz darauf gebar, wäre die Wiedergeburt von Nimrod gewesen.

Hislop behauptet, der Kult und die Verehrung der Semiramis hätten sich weltweit ausgebreitet, wobei sich ihr Name mit der jeweiligen Kultur geändert habe. In Ägypten war sie die Isis, in Griechenland und Rom die Venus, Diana, Athena und eine Reihe anderer Namen, aber überall wurde sie angebetet und war für den Glauben zentral, der jeweils auf der babylonischen Mysterienreligion beruhte.

Nach Hislop hat Constantin zwar behauptet, zum Christentum konvertiert zu sein, er sei aber ein Heide geblieben und habe nur die Götter und Göttinnen mit christlichen Namen benannt um die beiden Religionen unter Satans Anleitung zu seinem politischen Vorteil zu vereinigen.

Hislop ist eine beliebte Quelle für Jack Chick , der Nachdrucke seines Buches erstellen ließ und für Dave Hunt, der zuweilen auf Hislop hinweist. Obwohl zahlreiche Kritiken zu diesem Buch erschienen sind, wird es immer noch von vielen als ein maßgebliches Werk protestantischer Apologetik angesehen.

Kritik

Das Buch wurde vielmals für seinen Mangel an Beweisen kritisiert und es widerspricht in vielen Fällen den aktuellen Erkenntnissen: so hat die römische Staatsreligion vor dem Christentum keine zentrale Muttergöttin verehrt und Jupiter wurde nie als „Jupiter-Puer“ benannt. Ebenso hat Semiramis Jahrhunderte nach Nimrod gelebt und konnte weder seine Mutter gewesen sein noch ihn geheiratet haben. Außerdem zieht Hislop nicht akzeptable sprachliche Verbindungen und macht unlogische Wortspiele; so würden sich die Buchstaben IHS, die in der katholischen Heiligen Kommunion auf den Hostien ständen, auf Isis, Horus und Seth beziehen, in Wirklichkeit handelt es sich aber um eine Abkürzung für IHSOUS, die latinisierte Schreibweise des Namen Jesus im Griechischen (ἰησοῦς, in Großbuchstaben: ΙΗΣΟΥΣ), sie stehen im Volksmund allerdings für „Iesus Hominum Salvator“ („Jesus Retter der Menschheit“).

Stattdessen würde das Buch, wenn es sich als wahr herausstellen würde, die christlichen Traditionen in ihrer Gesamtheit diskreditieren, da die Standpunkte, die es bei der römisch-katholischen Kirche angreift auch von einigen Protestanten vertreten werden. 2011 erschien eine kritische Ausgabe des Werkes Hislops, die gleichzeitig die Arbeiten von Ralph Woodrow und Dr. Eddy Lanz bietet.

Veröffentlichungen

(Sources of information include COPAC)

  • Christ's Crown and Covenant: or national covenanting essentially connected with national revival; Arbroath und Edinburgh, 1860
  • Infant Baptism, according to the Word of God and confession of faith. Being a review, in five letters, of the new theory of Professor Lumsden, as advocated in his treatise entitled, „Infant baptism: its nature and objects“; Edinburgh, 1856
  • The Light of Prophecy let in on the dark places of the Papacy; Edinburgh, 1846 (Auslegung von 2.Thess 2,3-12)
  • The Moral Identity of Babylon and Rome; London, 1855
  • The Red Republic; or Scarlet Coloured Beast of the Apocalypse; Edinburgh, 1849
  • The Rev. E.B. Elliott and the „Red Republic“; Arbroath, um 1850
  • The Scriptural Principles of the Solemn League and Covenant: in their bearing on the present state of the Episcopal churches; Glasgow, 1858
  • The Trial of Bishop Forbes; Edinburgh, 1860 (Erzählung aus der East Free Church in Arbroath)
  • Truth and Peace (in reply to a pamphlet, entitled „Charity and mutual forbearance“ by „Irenicus“); Arbroath, 1858
  • The Two Babylons; or, the Papal Worship proved to be the worship of Nimrod and his wife; Edinburgh, 18531 (18582); ISBN 1-881316-36-X
  • Unto the Venerable the General Assembly of the Free Church of Scotland: the petition of the undersigned; Edinburgh, 1860 (Die Arbeit bezieht sich auf James Lumsdens Infant Baptism; Hislop gehörte zu den Unterzeichnern der Petition.)

Literatur

  • Ewing, William: Annals of the Free Church of Scotland 1843-1900; Edinburgh, 1914
  • The Monthly Record of the Free Church of Scotland; 1. April 1865, Obituary
  • Artikel Stephen Hislop in: Dictionary of National Biography, Bd. 9; London, 1908
  • Smith, George: Stephen Hislop, Pioneer Missionary & Naturalist in Central India from 1844 to 1863; London, 1888
  • Ralph Woodrow: The Babylon Connection?; 1997; ISBN 0-916938-17-4
  • Von Babylon nach Rom? – The Two Babylons?, 2011; ISBN 978-3-9811529-5-1. Eine kritische Ausgabe, die neben dem Werk Hislops auch die Arbeiten von Ralph Woodrow und Dr. Eddy Lanz enthält.

Weblinks


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