Alexander Holle
Generalleutnant Alexander Holle, 1942

Alexander Holle (* 27. Februar 1898 in Bielefeld; † 16. Juli 1978 in München) war ein deutscher Offizier, zuletzt Generalleutnant im Zweiten Weltkrieg.

Leben und Wirken

Generalleutnant Alexander Holle, 1942

Alexander Holle wurde als fünftes von sechs Kindern des Oberstaatsanwaltes Alexander („Alex“) Holle und seiner Ehefrau Elisabeth geb. Röder in Bielefeld geboren.

Er trat am 16. November 1915 als Fahnenjunker beim Infanterie-Regiment „Herwath von Bittenfeld“ (1. Westfälisches) Nr. 13 in Münster (zugehörig der 13. Division) ein. Nach fünfmonatiger Ausbildung beim Ersatz-Bataillon einschließlich des üblichen Fahnenjunker-Kursus in Döberitz rückte er Anfang Mai zu seinem aktiven Regiment nach Verdun, wo er unter anderem auch an den Kämpfen beim „Toten Mann“ und bei der Correttes-Höhe teilnahm. Im September 1916 kam das Regiment in einen der Brennpunkte der Schlacht an der Somme bei Bouchavesnes, wo es die Trümmer dieses Dorfes erstürmte und acht Tage lang gegen ununterbrochene Gegenangriffe der Franzosen besetzt hielt. Nach schweren Verlusten wurden die Truppen abgelöst und ohne Ruhepause wieder bei Verdun in der Nähe ihrer alten Stellung auf Höhe 304 wieder eingesetzt. Hier erkrankte Holle an Paratyphus, erlangte aber bald im Feldlazarett seine Felddienstfähigkeit wieder. Beim Sturm auf Höhe 304 am 26. Dezember 1916 erhielt er das Eiserne Kreuz II. Klasse und wurde kurz darauf zum Leutnant befördert.

Im April 1917 erfolgte seine Versetzung als Ballonbeobachter zur Feld-Luftschiffer-Abteilung 7, die bis zum Mai 1918 am Chemin des Dames eingesetzt wurde und dann bei der großen Offensive über Aisne, Vesle bis zur Marne nach Dormans kam, wo Holle am 2. Juni das Eiserne Kreuz I. Klasse erhielt. Während seiner Beobachtungstätigkeit im Fesselballon war Alexander Holle dreimal von feindlichen Fliegern abgeschossen worden und jedes Mal mit dem Fallschirm gelandet. Nach dem verhängnisvollen Marne-Übergang am 15. Juli 1918 nahm das Regiment teil an der großen Rückzugsbewegung von Château-Thierry über Laon-Hirson und von hier nach dem Waffenstillstand über Namur, Sankt Vith nach Deutschland, wo Anfang Dezember in Kassel die Demobilmachung erfolgte.[1]

Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte er zunächst bei der Reichswehr einer Minenwerferkompanie beim Infanterie-Regiment 16 in Oldenburg an. 1931 wurde er zum Stab der 1. Division nach Königsberg versetzt, kam einige Jahre später als Major zur Luftwaffe und wurde mit Wirkung zum 1. April 1937 Kommandeur der III. Gruppe des Kampfgeschwaders „Immelmann“ in Anklam. Am 1. Oktober 1937 wurde er zum Oberstleutnant der Luftwaffe und Kommandeur der I. Gruppe Sturzkampfgeschwader „Immelmann“ ernannt.[2]

Während des Zweiten Weltkriegs war er Oberst und Stabschef eines Fliegerkorps im Felde und als Fliegerführer Nord (Ost) in Kirkenes u. a. an der Bekämpfung des britischen Geleitzuges PQ 17 im Jahre 1942 beteiligt.

Nachdem Ihm bereits am 11. Mai 1942 das Deutsche Kreuz in Gold verliehen worden war, erhielt er am 30. Dezember 1942 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. [3] Es folgte am 1. Februar 1943 seine Beförderung zum Generalmajor und schließlich am 1. Januar 1944 zum Generalleutnant. Seine letzte Dienststellung war von Dezember 1944 bis Kriegsende die des Kommandierenden Generals der Luftwaffe in Dänemark und des IV. Flieger-Korps.

Vom 8. Mai 1945 bis Mai 1948 ist Holle in Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung heiratete er am 12. Mai 1948 in Flensburg Friedel Bekowies, mit der er eine Tochter Ingrid hat.

Am 16. Juli 1978 verstarb Alexander Holle in München. Zu seiner Trauerfeier hatte die Bundeswehr eine Abordnung geschickt. Zwei Soldaten hielten die Ehrenwache am Sarg und trugen auf einem Samtkissen das Ritterkreuz des Verstorbenen.

Einzelnachweise

  1. Chronikblätter der Familie Luyken, 1926, S. 268
  2. Chronikblätter der Familie Luyken, 1978, S. 213 f.
  3. Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939-1945, Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S.401

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