Alexander Hollerbach

Alexander Hollerbach (* 23. Januar 1931 in Gaggenau in Baden) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler mit den Schwerpunkten Staatskirchenrecht und Rechtsphilosophie.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Hollerbach studierte nach seinem Abitur am Altsprachlichen Gymnasium in Rastatt Rechtswissenschaften an den Universitäten Freiburg im Breisgau, Heidelberg und Bonn. Sein erstes juristisches Staatsexamen legte er in Freiburg i. Br. ab. Im Jahr 1957 promovierte er bei Erik Wolf mit einer Arbeit betitelt „Der Rechtsgedanke bei Schelling. Quellenstudien zu seiner Rechts- und Staatsphilosophie“. Aufgrund seiner von Konrad Hesse betreuten Habilitationsschrift über „Verträge zwischen Staat und Kirche in der Bundesrepublik Deutschland“ wurde Hollerbach im Jahr 1964 die akademische Lehrbefugnis für die Fächer Rechtsphilosophie, Staats- und Verwaltungsrecht und Kirchenrecht verliehen. Im Jahr 1966 wurde Hollerbach Ordinarius für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der damals noch Wirtschaftshochschule genannten Universität Mannheim, wo er sich besonders Fragen der Reform von Universität und universitärer Lehre widmete. Als Nachfolger von Erik Wolf kehrte er schon im Jahr 1969 nach Freiburg i. Br. an das von diesem gegründete Seminar für Rechtsphilosophie und evangelisches Kirchenrecht zurück. Das Seminar wurde allerdings, ökumenischer Offenheit entsprechend, in „Seminar für Rechtsphilosophie und Kirchenrecht“ umbenannt.

Hollerbach ist Träger des Päpstlichen Gregoriusordens. Er wurde im Jahre 1978 zum ordentlichen Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften berufen. Er moderierte in den Jahren 1984 bis 1998 die Essener Gespräche zum Thema Staat und Kirche. Bei Hollerbach haben Dutzende von Wissenschaftlern promoviert, darunter auch der Heidelberger Rechtsprofessor Armin von Bogdandy.

Zu seinem 70. Geburtstag widmeten ihm seine akademischen Schüler Joachim Bohnert, Christof Gramm, Urs Kindhäuser, Joachim Lege, Alfred Rinken und Gerhard Robbers eine Festschrift mit dem Titel „Verfassung – Philosophie – Kirche“.

Am 25. November 2009 verlieh ihm die Theologische Fakultät der Universität Freiburg die Ehrendoktorwürde. 2011 erhielt er das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland.

Schriften

  • Alexander Hollerbach: Der Rechtsgedanke bei Schelling. Quellenstudien zu seiner Rechts- und Staatsphilosophie, Frankfurt am Main 1957
  • Alexander Hollerbach: Verträge zwischen Staat und Kirche in der Bundesrepublik Deutschland, Frankfurt am Main 1965, ISBN 978-3-465-00480-6

Herausgeberschaft

Literatur

  • Joachim Bohnert/Christof Gramm/Urs Kindhäuser/Joachim Lege/Alfred Rinken/Gerhard Robbers, Vorwort. In: dies. (Hrsg.), Verfassung - Philosophie - Kirche. Festschrift für Alexander Hollerbach zum 70. Geburtstag, Verlag Duncker & Humblot, Berlin 2001, ISBN 3-428-09356-9
  • Stefan Mückl: Das Recht der Staatskirchenverträge: Colloquium aus Anlaß des 75. Geburtstages von Alexander Hollerbach, Duncker & Humblot Berlin 2007, ISBN 978-3-428-12580-7

Weblinks


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