Alexander I. Balas
Silbermünze von Alexander I. Balas

Alexander I. Balas (* vor 153 v. Chr.; † 145 v. Chr.) war als Usurpator ein König des Seleukidenreichs.

Balas stammte aus Smyrna und war von einfacher Herkunft. Von König Attalos II. von Pergamon und der Familie des (von König Demetrios I. entmachteten) Timarchos wurde er als Prätendent auf den Thron der Seleukiden aufgebaut, indem er als Sohn des Königs Antiochos IV. ausgegeben wurde. Zusammen mit seiner angeblichen Schwester Laodike, die in der Tat eine Tochter des Antiochos IV. war, wurde er im Sommer 153 v. Chr. nach Rom entsandt, wo er vom römischen Senat die Legitimität seines Anspruches bestätigt bekam.

Mit einem Söldnerheer aus Ephesos und der Hilfe des Königs Ptolemaios VI. von Ägypten landete Alexander Balas im Frühjahr 152 v. Chr. an der phönizischen Küste an und besetzte die Küstenstadt Ptolemais (heute Akkon). Hier konnte er erfolgreich eine Gegenregierung zu Demetrios I. aufbauen, die unter anderem von den Judäaern unter Jonathan anerkannt wurde. Balas setzte unter anderem Jonathan als Hohepriester in Jerusalem ein, was den Beginn der Herrschaft der Hasmonäer über Judäa markierte. Im Jahr 150 v. Chr. ging Balas gegen Demetrios I. militärisch in die Offensive und besiegte ihn in einer Schlacht. Da sein Konkurrent in diesem Kampf fiel, konnte Balas die Alleinherrschaft über das Seleukidenreich antreten. Durch eine Heirat mit Kleopatra Thea, einer Tochter des Ptolemaios VI., vermochte er seine Stellung weiter zu festigen.

Seine weitere Regierungszeit verbrachte Alexander Balas allerdings hauptsächlich mit Ausschweifungen, was zu einem Zerfall der staatlichen Ordnung führte. Demetrios II., der Sohn König Demetrios' I., nutzte die Gelegenheit, um mit griechischen Söldnern aus seinem kretischen Exil nach Syrien zurückzukehren und den Thron zurückzuerobern. Der Zeitpunkt schien auch für Ptolemaios VI. günstig, sich die vormals zum Ptolemäerreich gehörenden syrischen Provinzen (Koilesyrien) wieder einzuverleiben. Ein angeblich in Alexanders Auftrag auf ihn ausgeführter Anschlag bot ihm Gelegenheit, die bisherige Freundschaft aufzukündigen und seine Tochter heimzuholen. In einer Schlacht am Oinoparas vor den Toren von Antiochia besiegte er 146 v. Chr. das Heer des Alexander, der zum nabatäischen Fürsten Zabdiël fliehen musste. Dieser ermordete ihn jedoch und sandte seinen Kopf an Ptolemaios. Weil aber auch der König von Ägypten bald darauf an seinen aus der Schlacht davongetragenen Wunden starb, konnte Demetrios II. die Herrschaft antreten.

Nachkommen

Aus seiner Ehe mit Kleopatra Thea hatte Alexander Balas einen Sohn, Antiochos VI. Dionysos († 138 v. Chr.), der ebenfalls kurzzeitig den Königsthron besteigen konnte. Der Usurpator Alexander II. Zabinas gab sich lediglich als ein Sohn von ihm aus.

Wirkungsgeschichte

Alexander Balas ist die Titelfigur in Georg Friedrich Händels Oratorium Alexander Balus.

Quellen


Vorgänger Amt Nachfolger
Demetrios I. König des Seleukidenreiches
152/150–145 v. Chr.
Demetrios II.

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