Alexander Iljitsch Jegorow
Alexander Jegorow, hier trägt er die Insignien eines Komandarm zweiter Klasse (zwei Ränge unter Marschall)

Alexander Iljitsch Jegorow (russisch Александр Ильич Егоров; * 13. Oktoberjul./ 25. Oktober 1883greg. in Busuluk; † 23. Februar 1939 in Moskau) war ein Militärführer und Marschall der Sowjetunion in der Roten Armee.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Aufstieg zum Marschall

Jegorow stammt aus einer bäuerlichen Familie aus der Gegend von Samara. Er trat im Jahre 1901 in die Armee des russischen Zarenreiches ein und wurde 1905 zum Offizier ernannt. Während des Ersten Weltkriegs wurde er bis zum Oberstleutnant befördert. Im Krieg wurde er fünf Mal verwundet.

Schon 1904 soll er in der Partei der Sozialrevolutionäre gewesen sein, was er später versucht hatte als „einmalige Verirrung“ darzustellen. Nachdem die Bolschewisten die Macht übernommen hatten, wurde er Kommandeur in der Roten Armee. Im russischen Bürgerkrieg war er zuerst als Befehlshaber der 9. , dann der 10. Armee an der Verteidigung der Stadt Zarizyn beteiligt und übernahm zeitweise die Gesamtleitung der Stadtverteidigung. Von Juli bis Oktober 1919 war er Kommandeur der 14. Armee, die in der Ukraine am Kampf gegen die zarentreuen Kräfte der Weißen Armee beteiligt war. Von Oktober 1919 bis Dezember 1920 leitete er zuerst die Armeen der Südfront, die gegen die weißgardistischen Truppen unter der Leitung des zaristischen Generals Denikin kämpften, dann die Armeen der Südwestfront, die am Polnisch-Sowjetischen Krieg beteiligt waren, wobei Jegorow eine wichtige militärische Funktion zukam, da er die Verteidigung des sowjetisch gewordenen Südens der Ukraine übernahm.

In den Jahren 1925 und 1926 war er als Berater nach China entsandt worden. 1927 wurde er Oberkommandierender des Militärbezirks in der Weißrussischen SSR.

Im Jahr 1931 wurde er Chef des Generalstabes der Roten Armee, wo er bis Anfang des Jahres 1937 blieb. In dieser Zeit war er eine der maßgeblich an der Ausarbeitung des Verteidigungskonzepts der UdSSR beteiligten Personen und großer Verfechter der Modernisierung der Roten Armee. 1937-1938 war er Erster stellvertretender Verteidigungsminister und ab 1938 Befehlshaber im Transkaukasischen Wehrkreis.

1934 wurde Kandidat für das Zentralkomitee der KPdSU. Als im Jahr 1935 in der Roten Armee der Rang eines Marschall der Sowjetunion eingeführt wurde, war er einer der ersten fünf Träger dieses Titels.

Opfer des Stalinismus

Er schien auf Grund seiner Kontakte zu Stalin und Semjon Budjonny während des Polnisch-Sowjetischen Krieges im Jahre 1920 sicher vor Verfolgungen. Noch im Juni 1937 wird er offiziell als einer der Richter im Prozess gegen Michail Tuchatschewski während Stalins „Großem Terror“ aufgeführt. Es ist nicht sicher, ob dieser Prozess jemals stattgefunden hat. Bereits am 27. März 1938 wurde Jegorow jedoch verhaftet und 23. Februar 1939 erschossen. Das Todesdatum im Februar 1939 wurde später offiziell angegeben, aber einige sowjetische Quellen nehmen sein Todesdatum für einen späteren Zeitpunkt bis zum Jahre 1941 an. Die Leiche wurde nicht den Angehörigen übergeben, sondern im damals einzigen Moskauer Krematorium auf dem Donskoi-Friedhof eingeäschert und die Asche dort in ein Massengrab geworfen.

Nach Stalins Tod wurde Jegorow durch Nikita Chruschtschow rehabilitiert.

Literatur

  • Oleg Suwenirow. Tragedija RKKA. Moskau, 1998 (deutsch: Die Tragödie der Roten Armee).

Weblinks


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