Alexander Koester

Alexander Max Koester (* 10. Februar 1864 in Neustadt (heute Bergneustadt); † 21. Dezember 1932 in München) war ein deutscher Maler.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Alexander Koester wurde als Sohn eines Strumpffabrikanten in Bergneustadt geboren und ging auf Wunsch seiner Eltern 1882 in einer Apotheke in Wintzheim bei Colmar in die Lehre. Nach Beendigung der Lehre schrieb er sich an der Karlsruher Akademie ein und begann 1885 dort, bei Carl Hoff und Claus Meyer, sein Kunststudium. 1889 unternahm er mehrere Reisen. Einige Bilder zeigen holländische Motive. Bei Wanderungen durch das Inn- und Ötztal entstanden viele seiner Skizzen. Als Student verdiente er sein Geld durch Porträt-Malerei, dabei lag sein Interesse verstärkt in der Genremalerei. Nach dem Ende seines Studiums 1896 zog er mit seiner Familie in den beliebten Erholungsort Klausen in Südtirol, welchen er während seiner Studienreise 1891 zum ersten Mal besucht hatte, und widmet sich ganz der Malerei. Dabei entstanden viele Landschaftsgemälde und er entdeckte die Ente als sein Studienobjekt, welches er in einer großen Variationsbreite malte. Die Ente als Bildnis erfreute sich in kürzester Zeit großer Beliebtheit. Im selben Jahr warb ihn die Darmstädter Akademie an, Koester lehnte jedoch ab, weil er als freischaffender Künstler tätig sein wollte. Um näher an den oberbayerischen Landschaften zu sein, mietete sich Koester ein Atelier in München. Dort malte er überwiegend in den Sommermonaten. Ab 1908 reiste Koester vermehrt in das Bodenseegebiet, um große Wasserflächen in verschiedenen Wetterstimmungen zu malen. 1915, als Klausen zu Kriegsgebiet erklärt wurde, richtete er sich ein kleines Atelier in Dießen am Ammersee ein. Er widmet sich nun vermehrt der Darstellung von Uferlandschaften und Blumenstillleben, doch das Entenmotiv nimmt bis zu seinem Tod einen großen Stellenwert in seinem künstlerischen Schaffen ein. Sein Werk zeigt eine konsequente Entwicklung von einer noch sehr realistischen, detaillierten Darstellung in den 1890er Jahren zu einer immer freieren, großzügigeren Malweise der Impressionisten. Zuletzt verzichtete er unter heftigen, groben Pinselstrichen ganz auf Detaillierung. Er war Mitglied der Münchner Künstlergenossenschaft und beteiligte sich an zahlreichen Ausstellungen. Seit Alexander Koester im Jahre 1899 in Berlin seine ersten in der Landschaft eingebetteten Entenbilder präsentierte, kennt man ihn auch unter dem Namen „Enten-Koester“. Auf dem Kunstmarkt sind seine Enten am gefragtesten, wobei die Faustregel gilt: Je mehr Enten, desto teurer. Die Zahl der dargestellten Enten wird daher immer genau angegeben. Zu Unrecht wesentlich weniger beliebt sind seine Landschafts- und Genrebilder.

Auszeichnungen

1904 bekommt der Maler auf der Louisiana Purchase Exposition, der Weltausstellung in St. Louis, eine Goldmedaille für das Gemälde "Enten", eine weitere Goldmedaille erhält er von dem Prinzregenten Luitpold von Bayern für das Gemälde "Dem Ufer zu".

Werkauswahl

Enten auf einem Schilfteich
  • Beute
  • Dem Ufer zu
  • Ducks at the lake's edge
  • Ducks on a lake
  • Ducks on a sunny morning
  • Enten am Wasser
  • Enten im flachen Schilfwasser
  • Enten im Schilfwasser unter Asten
  • Entenschwarm mit 23 Enten in einem Teich

Ausstellungen

  • 1933: Alexander Koester, Gedächtnisausstellung des Künstlerbundes, München
  • 1985: Alexander Koester- Werke aus der Schenkung Else Eckhard, Neue Pinakothek, München
  • 1996. Alexander Koester- Ölbilder, Pastelle, Zeichnungen, Karl & Faber, München
  • 1999: Alexander Koester - Ölbilder, Grisaillen, Zeichnungen, Karl & Faber, München

Literatur

  • Stein, Ruth; Koester, Hans: Alexander Koester 1864-1932. Leben und Werk, Bongers, Recklinghausen 1988 ISBN 3-7647-0399-7
  • Alexander Koester: Werke aus der Schenkung Else Eckhard, Ausstellung in der Neuen Pinakothek in München, Hirmer, München 1985 ISBN 3-7774-3990-8

Museen im Besitz seiner Werke

München, Bayerische Staatsgemäldesammlungen (nur mehr wenige der ca. 200 Ölgemälde aus einem Nachlass)

Weblinks

 Commons: Alexander Koester – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Koester — Köster oder Koester ist der Familienname folgender Personen: Adolf Köster (1883–1930), deutscher Politiker (SPD) und Diplomat Albert Köster (1862–1924), deutscher Germanist und Theaterwissenschaftler Alexander Koester (1863–1932), deutscher Maler …   Deutsch Wikipedia

  • Alexander in Babylon — Jakob Wassermann * 1873 †1934 Alexander in Babylon ist ein historischer Roman von Jakob Wassermann, der 1905 in Berlin erschien. Das Manuskript neunhundert Seiten lang lag im September 1903 vor und wurde vom Autor erheblich gekürzt.… …   Deutsch Wikipedia

  • Hans von Koester — (* 29. April 1844 in Schwerin; † 21. Februar 1928 in Kiel) war ein deutscher Marineoffizier, zuletzt Großadmiral und zugleich der erste deutsche Offizier dieses Ranges. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Auszeichnungen 3 …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Biografien/Koe–Koj — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • Köster — oder Koester ist der Familienname folgender Personen: Adolf Köster (1883–1930), deutscher Politiker (SPD) und Diplomat Albert Köster (1862–1924), deutscher Germanist und Theaterwissenschaftler Alexander Koester (1863–1932), deutscher Maler Antje… …   Deutsch Wikipedia

  • Großherzogtum Baden — Wappen Flagge …   Deutsch Wikipedia

  • Bergneustadt — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Dießen am Ammersee — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Hotel Gasthof Seefelder Hof — (Диссен ам Аммерзее,Германия) Категория отеля: 3 звездочный отель Адрес …   Каталог отелей

  • Joseph Kerkhovens dritte Existenz — Jakob Wassermann * 1873 †1934 Joseph Kerkhovens dritte Existenz ist der letzte Roman von Jakob Wassermann. Das Werk, Ende Oktober 1933 beendet,[1] wurde zunächst S. Fischer in Berlin vorgelegt, dann aber im Dezember 1933 dem Querido Verlag… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”