Alexander Leslie, 1. Earl of Leven
Alexander Leslie

Alexander Leslie, 1. Earl of Leven (* etwa 1580; † 4. April 1661) war ein schottischer Soldat, von 1605 bis 1638 in schwedischen Diensten. In dieser Zeit stieg er dort zum Feldmarschall auf. Er war der Sohn von Hauptmann George Leslie und ein Familienmitglied der Leslies von Balquhain.

Schon in früher Kindheit wurde er gemäß dem schottischen Brauch des „Fosterage“ zum Clan der Campbells von Glenorchy geschickt und lebte fortan mit ihnen. Dadurch kam Leslie in Kontakt mit der Sippe der Argylls, da Lord Lorne, der Sohn des Marquis von Argyll ebenfalls ein sogenannter „Fosterling“ war, der bei den Glenorchy aufwuchs. Diese Verbindung erklärt auch die Zugehörigkeit von Campbells zum schwedischen Regiment Leslies. Der bekannteste unter ihnen war Hauptmann Charles Campbell (gen. Karl Kammel) dessen Portrait heutzutage im Schloss Skokloster in Schweden zu sehen ist. Er heiratete 1637 Agnes Renton (gestorben am 29. Juni 1651, eine Tochter von David Renton von Billie) und bekam einen Sohn, Gustav Leslie, der später Oberst in der schwedischen Armee wurde.

Inhaltsverzeichnis

In schwedischen Diensten

Alexander Leslie schloss sich 1605 der schwedischen Armee an und diente dort 33 Jahre. Ein Großteil der Zeit nahm er am dreißigjährigen Krieg teil (1618–1648).

1626 wurde Alexander Leslie vom schwedischen König zum Ritter geschlagen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er schon den Rang eines Generalleutnants. Im Winter 1632 wurde Leslie schwer verwundet. Nach seiner Genesung übernahm er aber erneut ein Kommando und wurde schließlich 1636 zum Feldmarschall ernannt. Er war 1636 einer der Armeeführer in der Schlacht bei Wittstock, wo er Johan Banér unterstand. Dass die Schlacht siegreich beendet werden konnte, wird aber weniger der Führung Banérs zugesprochen, als der koordinierten taktischen Führung Alexander Leslies und General James Kings.

Rückkehr nach Schottland

Im Jahre 1638 führten Ereignisse in seinem Heimatland Schottland dazu, das Leslie dorthin zurückkehrte. Er übernahm dort die Führung der Armee der sogenannten Covenanters in den Bischofskriegen. Schottische Landbesitzer und Clanhäuptlinge forderten ihre Untergebenen auf, sich den Covenanters anzuschließen und schnell bildete sich eine Armee von über 20.000 Soldaten. Ihr 1639 angefertigtes Banner trug die Aufschrift:“ Für Christus’ Krone und das Covenant“. Die englischen Offiziere John Aston und Sir Cheney Culpeper berichteten, dass nicht zuletzt durch Leslies Ruf und seine militärischen Fähigkeiten, viele sich seiner Armee anschlossen.

Edinburgh Castle
Schloß Balgonie

Da Leslie aus seiner Tätigkeit in der schwedischen Armee noch ausstehende Zahlungen zu bekommen hatte, ließ er diese durch die Lieferung von Kanonen und Musketen abgleichen. Diese waren dann sehr hilfreich beim Überraschungsangriff auf das Schloss von Edinburgh. Nicht ein Mann wurde bei diesem Angriff auf das Schloss verloren. Er setzte seinen Feldzug im Norden von England fort und erreichte einen überwältigenden Sieg gegen die königstreuen Truppen in der Schlacht von Newburn. Nachdem er noch Newcastle eingenommen hatte, sah sich der englische König gezwungen mit den schottischen Covenanters den Frieden von London zu schließen.

1641 verlieh ihm König Charles im Holyrood Palast die Titel Lord Balgonie und Earl of Leven. Gleichzeitig machte er ihn zum Hauptmann des Schlosses Edinburgh und zu einem seiner persönlichen Berater. Trotzdem entschied sich Leslie dafür im Englischen Bürgerkrieg als Kommandant in der schottischen Armee zu dienen, die zusammen mit den Parlamentstruppen gegen den englischen König kämpfte. Deshalb warfen ihm einige vor, dass er den Eid gebrochen hätte, den er König Charles gegeben hatte.

1644 marschierte er mit einer Armee nach England und nahm an der Schlacht von Marston Moor teil, bei der die Armee des englischen Königs entscheidend geschlagen wurde. Als Charles 1646 vor der schottischen Armee kapitulierte, wurde Alexander Leslie beauftragt, ihn 1647 nach England zu bringen. Leslie war trotz seiner siebzig Jahre noch sehr aktiv, übergab das Kommando aber dennoch an David Leslie, einen weitläufigen Verwandten, den er für sehr fähig hielt.

Im Jahre 1651 wurde Leslie von einer Gruppe englischer Dragoner gefangengenommen und nach London gebracht. Er verbrachte einige Zeit im Tower von London und wurde erst nach Zahlung von 20000 englischen Pfund freigelassen. Daraufhin zog er sich aus dem öffentlichen Leben zurück und zog nach Northumberland. Als er sich einige Zeit später nochmals in London aufhielt, wurde er erneut festgenommen, nach Verhandlungen mit der Königin von Schweden aber wieder freigelassen.

Er starb im Jahre 1661 auf Schloss Balgonie in Fife, Schottland.

Siehe auch

Literatur

  • W. Fraser: The Melvilles, Earls of Melville, and the Leslies, Earls of Leven, Edinburgh, 1890

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