Alexander M. Haig
Portrait

Alexander Meigs Haig jr. (* 2. Dezember 1924 in Philadelphia, USA) ist ein ehemaliger General der US Army und NATO-Oberbefehlshaber in Europa. Er war außerdem Stabschef des Weißen Hauses unter den Präsidenten Richard Nixon und Gerald Ford, sowie Außenminister unter Ronald Reagan.

Inhaltsverzeichnis

Karriere

Frühe militärische Karriere

Haig begann nach seiner Schulausbildung eine militärische Laufbahn und absolvierte die Militärakademie in West Point. Die Georgetown University in Washington (D.C.) schloss er mit einem Master of Arts in Internationalen Beziehungen ab. Als Soldat hatte er Einsätze in Japan, Korea und Vietnam, wo er eine Infanteriedivision kommandierte und schwer verwundet wurde. 1966 wurde er zum Divisionskommandeur befördert, von 1967 bis 1969 war er stellvertretender Kommandeur einer Militärakademie.

1969 kehrte er in die USA zurück, um ein Mitglied im Nationalen Sicherheitsrat unter Henry Kissinger zu werden. Kissinger entsandte ihn wiederholt in Sondermissionen nach Kambodscha, Laos, Thailand, Vietnam und Paris. Haig half dem südvietnamesischen Präsidenten Nguyễn Văn Thiệu, einen letzten Waffenstillstand 1972 auszuhandeln. 1972 wurde Haig zum General befördert. Anfang 1973 wurde er zum stellvertretenden Generalstabschef der US Army im US-Verteidigungsministerium ernannt.

Stabschef im Weißen Haus

Als Präsident Richard Nixon seinen Stabschef Bob Haldeman wegen dessen Verwicklung in die Watergate-Affäre entließ, berief er Haig zum „Assistant to the President“. In der Watergate-Affäre spielte Haig als Nixons Stabschef des Weißen Hauses von 1973 bis 1974 eine große Rolle als Krisenmanager. Haig blieb auch unter Präsident Gerald Ford zunächst im Amt bis er von Donald Rumsfeld abgelöst wurde.

Die Autoren Len Colodny und Robert Gettlin spekulierten 1991 in ihrem Buch Silent Coup: The Removal of a President, dass Haig der Informant „Deep Throat“ sein könnte, wobei er darauf hinwies, dass Bob Woodward und Haig sich kennen lernten, als Woodward beim Marinegeheimdienst arbeitete. Diese These stellte sich als falsch heraus, als W. Mark Felt, der frühere Vizedirektor des FBI, sich 2005 als Woodwards und Carl Bernsteins Quelle bekannte.

NATO-Oberbefehlshaber Europa

Von 1974 bis 1979 amtierte Haig als NATO-Oberbefehlshaber in Europa (SACEUR). Am Morgen des 25. Juni 1979 verübte die Rote Armee Fraktion (RAF) einen Anschlag auf Haig als er auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz im NATO-Hauptquartier in Casteau, Belgien war. Die Terroristen hatten ein unter der Straße verlaufendes Rohr mit Sprengstoff gefüllt und die Ladung gezündet, als Haigs Wagenkolonne die Stelle passierte. Sein Mercedes wurde zwar getroffen und zerstört, jedoch konnten sich Haig und sein Fahrer unverletzt in Sicherheit bringen. Aus Unzufriedenheit mit der Politik Präsident Carters reichte er 1979 vorzeitig seinen Rücktritt ein. Er ging zum Rüstungsunternehmen United Technologies Corporation (UTC), dessen Chef er wurde.

Außenminister

Alexander M. Haig jr. im Januar 1981

Im Januar 1981 berief Präsident Ronald Reagan ihn zum Außenminister. Seine Amtszeit als Außenminister war geprägt von Zusammenstößen mit dem moderateren Verteidigungsminister Caspar Weinberger über die Notwendigkeit von Militäreinsätzen. Nach seiner Auffassung waren die fortschreitende Aufsplitterung der Macht unter immer mehr Nationen, die zunehmende Bedrohung der USA und ihrer Verbündeten durch innere Unruhen sowie die sowjetische Aufrüstung die drei außenpolitischen Hauptgefahren jener Zeit.

Als Präsident Reagan am 30. März 1981 nach einem Mordanschlag zeitweise amtsunfähig war, erklärte Haig vor Reportern:

„Verfassungmäßig, meine Herren, gibt es den Präsidenten, den Vizepräsidenten und den Außenminister, in dieser Reihenfolge und falls der Präsident entscheiden sollte, das Steuer an den Vizepräsidenten zu übergeben, wird er dies tun. Fürs erste hab ich hier die Leitung im Weißen Haus, während des Schwebezustands vor der Rückkehr des Vizepräsidenten und in enger Tuchfühlung mit ihm. Wenn irgendetwas ansteht, werde ich mich natürlich mit ihm abstimmen.“

Diese Erklärung wurde vielfach als ein Versuch, seine Kompetenzen zu überschreiten, kritisiert. Haig irrte bei seiner Interpretation der Verfassung der Vereinigten Staaten, was die Nachfolgeregelung des Präsidenten betrifft und bezüglich des 25. Zusatzes zur Verfassung, der den Fall regelt, dass der Präsident handlungsunfähig ist.

In Haigs Amtszeit als Außenminister fiel auch der Falklandkrieg, in dem Haig im April 1982 nach der argentinischen Invasion noch vor der Ankunft der britischen Flotte im Kriegsgebiet eine Pendeldiplomatie betrieb. Haig reiste zu Gesprächen mit der britischen Regierung nach London und mit der argentinischen Regierung nach Buenos Aires, aber die Verhandlungen wurden abgebrochen und Haig kehrte am 19. April ergebnislos nach Washington (D.C.) zurück. Später wurde bekannt, dass die USA die Briten mit Fotos ihrer Satellitenaufklärung versorgt hatte, die der britischen Flotte einen wichtigen Vorteil bot.

Haig trat am 25. Juni 1982 als Außenminister zurück.

Spätere Jahre

Haig bemühte sich 1988 erfolglos um eine Nominierung als Präsidentschaftskandidat durch die Republikanische Partei und dient CNN zeitweise als Military Analyst - einer Art Militärexperte. Er ist Vater des Schriftstellers Brian Haig.

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