Gerry Friedle

Gerry Friedle
DJ Ötzi bei einem Konzert im Rahmen des Friedberger Vorsilvesters am 30. Dezember 2005

DJ Ötzi (* 7. Jänner 1971 in St. Johann in Tirol; eigentlich Gerhard Friedle, auch Gerry Friedle genannt), alias Anton feat. DJ Ötzi oder DJ Ötzi Junior, ist ein österreichischer Entertainer, Pop/Schlager-Sänger und Volksmusiker (auch im Dancefloorbereich tätig). Mit über 16 Millionen verkauften CDs weltweit gilt er als einer der erfolgreichsten Musiker aus dem deutschsprachigen Raum.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Beginn

Gerhard Friedle, Sohn des österreichischen DJs Anton Friedle[1] wuchs zunächst bei Pflegeeltern, später bei seiner Großmutter auf. Nach einer Lehre zum Koch lebte er einige Jahre obdachlos.

Anfang der 1990er-Jahre war Gerry Friedle ein Stadtstreicher, der nicht sehr viel besaß. Als einzigen Ausweg sah er seine Lehre als Koch, wofür er täglich um Geld bettelte.

Um 1995 wurde Friedle auf einem Karaoke-Wettbewerb entdeckt und arbeitete im Anschluss als Animateur, DJ und Sänger, zunächst in Österreich, später auch auf Mallorca und in der Türkei.

Anfang des Erfolges

Ende der 1990er-Jahre wurde er von dem Produzententeam Ultimatief, das zu der Zeit auch mit A klana Indiana zusammenarbeitete, unter Vertrag genommen und sie arbeiteten ein Album, genannt Das Album (unter dem Namen Anton feat. DJ Ötzi), aus.

1999 erreichte Anton feat. DJ Ötzi zusammen mit seiner Interpretation des Titels „Anton aus Tirol“ größere Bekanntheit im deutschsprachigen Raum (75 Wochen in den österreichischen Charts). Da die Frauenstimme auf der Single-Veröffentlichung eine gerade zufällig im Studio anwesende Sängerin einer Abba-Cover-Band gesungen hatte, trat er nach dem überwältigenden Erfolg des Songs für die Tournee zusammen mit Antonia auf. Außerdem war seine Single in den niederländischen Charts auf Platz 2 und in Dänemark zeichnete sich mit seinem Debüt-Album ein ähnlich großer Erfolg mit dem dritten Platz ab.

Hey Baby – ein Welthit

Im Jahr 2000 wurde DJ Ötzis zweites Album Love, Peace & Vollgas veröffentlicht. Anfangs machte es in den Charts, im Gegensatz zu seinem Debüt, keine so gute Figur. Erst als sein damaliger Plattenfirmenchef eine Veröffentlichung in anderen Ländern erringen konnte, zeigte sich, welches Hitpotenzial der Song Hey Baby, eine Coverversion des Hits „Hey! Baby” von Bruce Channel aus dem Jahr 1961, hatte: Das Lied war im Vereinigten Königreich und in Australien auf Platz 1 sowie in 20 weiteren Ländern in den Charts vertreten. Er war der erste österreichische Künstler, der in Großbritannien eine Gold- und Platinauszeichnung erhielt. In den USA wurde der Titel von manchen Country-Sendern gespielt.

Musikalischer Abstieg

Im Jahr 2001 heiratete er in seinem Geburtsort seine Verlobte, die Musikmanagerin Sonja Kien. Am 17. September 2002 wurde ihre gemeinsame Tochter geboren.

Auch 2002 gab es einen großen Hit für den Tiroler. Er veröffentlichte mit der Hermes House Band die Cover-Version des Opus-Klassikers Live Is Life. In Österreich unbeachtet, gab es in vielen Ländern einen ähnlich großen Erfolg wie mit Hey Baby. Allein in Frankreich verkaufte sich die Single an die 800.000 Mal.

Im Sommer 2003 weigerten sich sämtliche deutschen Musiksender, seinen Nummer-1-Hit „Burger Dance” zu spielen. Bei dem Titel handelte es sich um ein Kinderlied („A Ram Sam Sam”), umgedichtet zu einer Aufzählung von Fast-Food-Anbietern. Der Musikjournalist Peter Illmann sagte in der RTL-Chart-Show über das Lied: „Dieser Song ist eine Unverschämtheit.”

Drei Jahre lang war musikalisch vom Österreicher wenig zu hören. Veröffentlichungen wie Not Without Us, Tanz den Rehakles oder Servus die Wadln waren kommerzielle Misserfolge.

Comeback

Anfang 2006 brachte DJ Ötzi zusammen mit Marc Pircher das Lied „7 Sünden” heraus, eine Coverversion des Liedes von Uwe Busse. Damit konnte er in Österreich wieder an alte Erfolge anschließen, in Deutschland kam der Song nicht über Platz 30 hinaus.

Im September 2006 erschien eine Coverversion von „I Am the Music Man” von DJ Ötzi, im Original vom englischen Duo Black Lace. Hierbei handelt es sich um ein Kinderlied, wovon es ein Musikvideo im Zeichentrickstil gibt. Der Titel war bislang in Deutschland nicht offiziell erhältlich, deutschen Mallorca-Touristen allerdings durch die dortigen Mini Discos bekannt.

Sternstunden-Album

Einen neuerlichen Nummer-1-Hit in Deutschland und Österreich erreichte DJ Ötzi (diesmal zusammen mit Nik P.) im Februar 2007 mit einer Neuaufnahme des Schlagers Ein Stern (… der deinen Namen trägt). Der Song konnte sich in Österreich ganze 13 Wochen auf der Spitzenposition halten. In Deutschland blieb er 11 Wochen lang die Nummer 1. Sowohl in Österreich, Deutschland und der Schweiz schaffte er es mit Ein Stern auf Platz 1 der Jahrescharts 2007 und bekam in Österreich und in Deutschland je eine Doppel-Platin-Auszeichnung. Mitte Oktober wurde der Hit als Balladen-Version aufgenommen und konnte sich in der Schweiz sogar unter die Top 3 mischen.

Auch das Album Sternstunden ist wohl eines der erfolgreichsten des Jahres 2007. Es wurde mehrere Male in verschiedenen Editionen veröffentlicht und bekam ebenfalls Platinauszeichnungen in Österreich und Deutschland.

Im Herbst 2007 meinte er in einem Interview mit der Tageszeitung Österreich, dass er nicht mehr als DJ Ötzi angesprochen werden möchte, da er sich nicht als Mensch wahrgenommen fühle. Im November 2007 veröffentlichte DJ Ötzi seine nächste Single I will leb'n, allerdings nur als Promo-Version. Der offizielle Veröffentlichungstermin war der 8. Februar 2008.

Ende November 2007 brach DJ Ötzi den Guinness-Rekord für signierte Alben. Er schrieb über 4.000 Autogramme für sein Album Sternstunden.

Im Jänner 2008 brach der Titel „Ein Stern (… der deinen Namen trägt)“ einen seit fast 50 Jahren von Die Gitarre und das Meer gehaltenen Rekord: Mit insgesamt 41 Wochen in den deutschen Single-Top-10 verwies der Song Freddy Quinns Nummer-1-Hit aus dem Jahre 1959, der es auf 36 Wochen in den Top 10 gebracht hatte, auf Platz 2 der ewigen Bestenliste. Bis heute verkaufte er sich rund eine Million Mal.

Zusammenarbeit mit Dieter Bohlen

Im August 2008 wurde bekannt gegeben, dass Dieter Bohlen den Song „Noch in 100.000 Jahren” für DJ Ötzi schrieb. Dieser Track erschien im Herbst 2008 mit dem Album „Hotel Engel”.

Musikalische Definition

DJ Ötzis musikalisches Schaffen konzentriert sich hauptsächlich auf die Produktion von Cover-Versionen unterschiedlicher Stilrichtungen. Seine Interpretationen zielen auf leichte Tanzbarkeit und Partytauglichkeit (z. B. kurze, leicht zu merkende Refrains). DJ Ötzi bedient sich bei Elementen der Schlager-, der populären Tanz- und der volkstümlichen Musik.

Diskografie

Alben

Jahr Name Chartplatzierungen[2] Anmerkungen
AT DE CH
2000 Das Album (Anton feat. DJ Ötzi) 1 7 5 in Dänemark auf Platz 3
2001 Love, Peace & Vollgas 2 23 23 Auszeichnung: 2x Platin Österreich[3]
Never Stop the Alpenpop Rein internationales Album mit Chartplatzierungen in Australien, Schweden und Norwegen
2002 Today Is the Day 3 49 Auszeichnung: 1x Gold Österreich[3]
2003 Flying to the Sky 72 50
Greatest Partyhits 5 92
2004 Ich war immer der Clown 49
2006 I Am the Musicman (DJ Ötzi Junior)
2007 Sternstunden 2 7 16 Auszeichnung: 1x Gold Deutschland[4], 1x Gold Österreich, 1x Platin Österreich
Best Of 2 17 3 Auszeichnungen: 1x Platin Österreich, 1x Gold Schweiz
2008 Hotel Engel 1 26 5

Singles

Jahr Titel Chartplatzierungen[2] Anmerkung
AT DE CH UK
1999 Anton aus Tirol (als Anton feat. DJ Ötzi) 1 1 2 Auszeichnung: 3x Platin Österreich[3], 2x Platin Deutschland[4], 1x Gold Schweiz[5], sowie Top-3-Platzierungen in BeNeLux
2000 Gemma Bier trinken (als Anton feat. DJ Ötzi) 12 15 37
Hey Baby 4 11 1 Auszeichnung:
  • 1x Gold: Österreich[3], Deutschland[4]
  • 1x Platin: Schweden[6], Vereinigtes Königreich[7]
2001 Do Wah Diddy 9 29 75 9
Love, Peace & Vollgas 43 82
X-Mas Time 7 54 51
2002 Don’t Ha Ha (feat. Captain Jack) 15 59
Hey Baby (Unofficial World Cup Remix) 10 nur in Großbritannien für die Fußball-Weltmeisterschaft 2002 veröffentlicht
Live Is Life (Here We Go) (feat. Hermes House Band) 16 15 26 50
Today Is the Day 15 39
2003 Ramalamadingdong 37
Burger Dance 3 1 7 Auszeichnung: 1x Gold Österreich[3], 1x Gold Deutschland[4]
2004 Not Without Us 10 20 97
Tanz den Rehakles 43 37
Kanguru Dance 15 19
2005 Servus die Wadln 27 40
2006 7 Sünden (feat. Marc Pircher) 2 30 79
I Am the Musicman (als DJ Ötzi Junior) 12 24
2007 Ein Stern (… der deinen Namen trägt) (feat. Nik P.) 1 1 2 Auszeichnung: 2x Platin Deutschland [4], 2x Platin Österreich [3], 1x Gold Schweiz [5], Platz 1 in Belgien
2008 I will leb'n 6 7 44 Cover-Version der österreichischen Band Steirerbluat
Noch in 100.000 Jahren 4 10 49
2009 Tränen (feat. Kate Hall) 12 24

DVDs

  • 2001: Hör mal wer da singt

Auszeichnungen

DJ Ötzi wurde insgesamt zwölfmal für einen Amadeus Austrian Music Award nominiert, gewann ihn viermal und wurde nach Christina Stürmer (13 Nominierungen) am zweithäufigsten nominiert.

  • 2008:
ECHO Hit des Jahres
ECHO Deutschsprachiger Schlager
  • 2005:
Nominierung Bester Künstler Rock/Pop national
Aufnahme in den Signs of Fame Germany
  • 2003:
Nominierung Bester Künstler Rock/Pop national
Nominierung Single des Jahres national
Nominierung Single des Jahres national
  • 2002:
Auszeichnung Erfolgreichster österreichischer Künstler im Ausland
Nominierung Bester Künstler Rock/Pop national
  • 2001:
Auszeichnung Erfolgreichster österreichischer Künstler im Ausland
Nominierung Bester Künstler Rock/Pop national
Nominierung Beste Gruppe Rock/Pop national
Nominierung Single des Jahres national
  • 2000:
Auszeichnung Single des Jahres national
Auszeichnung Newcomer des Jahres national

Anmerkungen und Quellen

  1. Der Vater: Anton Friedle (* 7. Juli 1949) ist seit 1969 als „DJ Sir Anton” tätig, seit den 1990er Jahren auf Mallorca. 2001 veröffentlicht er die Single „Ötzi-Mann”, anschließend absolviert er auch Auftritte als Sänger. Seit Juni 2006 lautet sein Künstlername „DJ Sir Ötzi”, neue Veröffentlichung: „Die Alm”.
  2. a b Chartquellen: DE AT CH UK
  3. a b c d e f ifpi.at: Gold & Platin Datenbank (Zugriff am 9. Dezember 2007)
  4. a b c d e ifpi.de: Tonträger Gold/Platin (Zugriff am 9. Dezember 2007)
  5. a b [1] DJ Ötzi-Auszeichnungen auf hitparade.ch
  6. ifpi.se: Guld & Platina 2001 (Zugriff am 9. Dezember 2007)
  7. bpi.co.uk: Certified awards database (Zugriff am 9. Dezember 2007)

Siehe auch

  • ultimaTIEF – Produzententeam von u. a. DJ Ötzi

Weblinks


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