Geschichte Italiens

Die Geschichte Italiens beginnt in der Antike mit der Besiedlung durch italische Völker: Unter ihnen erlebte die Zivilisation der Etrusker um 600 v. Chr. ihre Blütezeit. Bereits im 8. Jahrhundert v. Chr. hatte die griechische Kolonisation des süditalienischen Festlandes und Siziliens begonnen. Ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. setzte die Expansion Roms ein: Italien wurde das Zentrum des Römischen Reiches und blieb es bis zum Untergang Westroms im Jahr 476 n. Chr. Im Mittelalter fiel Italien unter die Herrschaft germanischer Stämme und wurde, zumindest in Teilen, dem Heiligen Römischen Reich angegliedert. Die italienischen Städte vermochten sich im 12. und 13. Jahrhundert vom Einfluss des Kaisers zu lösen. Vom 14. bis 16. Jahrhundert erlebte die italienische Halbinsel die wirtschaftliche und kulturelle Blüte der Renaissance. Mit Anbruch der Neuzeit begann der Niedergang Italiens, das nun mehr zum Spielball der europäischen Großmächte - Frankreich, Spanien und Österreich - wurde. Nach beinahe vier Jahrhunderten der Fremdherrschaft konnte sich die Halbinsel in Folge dreier Unabhängigkeitskriege politisch vereinigen: Der moderne italienische Staat besteht seit 1861. 1946 wurde die Monarchie der Savoyen durch die Republik abgelöst.

Inhaltsverzeichnis

Vorrömische Zeit

Völker auf der italienischen Halbinsel zu Beginn der Eisenzeit

Ausgrabungen belegen, dass sich der Mensch vor mindestens 850.000 Jahren auf der italienischen Halbinsel niederließ.[1]

In Oberitalien waren Kelten (auch Gallier genannt), Lepontier und Ligurer angesiedelt, im Nordosten Veneter. Mittelitalien war von Umbrern (im heutigen Umbrien); Latinern, Sabinern, Faliskern, Volskern und Aequern (im heutigen Latium); Picenern (heutige Marken und nördliche Abruzzen) bewohnt. Im Süden ansässig waren Samniten (südliche Abruzzen, Molise und Kampanien); Japyger und Messapier (heutiges Apulien); Lukanier und Bruttii. Die Sikeler bewohnten den Ostteil Siziliens. All diese Völker waren indogermanischen Ursprungs.

Die Etrusker in Mittelitalien waren hingegen keine Indogermanen. Genauso wenig die Elymer und Sikaner auf Sizilien (Westteil). Auf Sardinien wohnten Sarden und Scherden.

Ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. begann die griechische Kolonisation des süditalienischen Festlandes. Dabei wurden verschiedene Städte gegründet: Taras, Kyme, Metapontion, Sybaris, Kroton, Rhegion, Paestum und Neapel. Auch in Sizilien wurden verschiedene griechische Kolonien (Naxos, Zankle und Syraka) gegründet. Die griechisch besiedelten Gebiete werden als Magna Graecia (Großgriechenland) bezeichnet.

Die Karthager, die sich zu einer bedeutenden See- und Handelsmacht entwickelt hatten, gründeten Kolonien auf Sizilien und Sardinien und gerieten während des 5. und 4. Jahrhunderts v. Chr. in dauernde Konflikte mit den griechischen Kolonien, vor allem Syrakus.

Römisches Reich

Das Römische Reich und seine Provinzen zur Zeit seiner größten Ausdehnung unter Kaiser Trajan im Jahre 117
Hauptartikel: Römisches Reich

Das alte Rom war ursprünglich eine kleine landwirtschaftliche Gemeinde, gegründet im 8. Jahrhundert v. Chr., die im Laufe der Jahrhunderte zu einem großen Imperium über den gesamten Mittelmeerraum und darüber hinaus wuchs. Handel, Künste und Kultur erreichten vor allem in der Kaiserzeit eine Hochblüte, die damalige Lebensqualität und der entsprechende Bevölkerungsstand sollten in Europa und Nordafrika erst Jahrhunderte später wieder erreicht werden. Die Errungenschaften Roms im Bereich Recht, Verwaltung und Kunst haben die westliche Zivilisation geprägt.

Die Reichskrise des 3. Jahrhunderts konnte Rom noch erfolgreich überwinden. Seit dem späten 4. Jahrhundert n. Chr. setzte aber ein unaufhaltbarer Niedergang ein, der zur Teilung in Weströmisches und Oströmisches Reich im Jahr 395 n. Chr. führte. Das Westreich wurde unter dem Druck der Franken, Vandalen, Hunnen, Goten und anderer Völker aufgelöst. Das Oströmische Reich endete erst mit der Eroberung von Konstantinopel durch die Osmanen im Jahre 1453.

Spätantike und Mittelalter

Italien unter der Herrschaft der Langobarden (blau) und der Byzantiner (orange) um 572 n. Chr.

Nach dem Untergang des Weströmischen Kaisertums 476 wurde Italien zuerst durch Odoaker regiert und war dann ab 489 bzw. 493 Bestandteil des Reichs der Ostgoten, die unter Theoderich im Auftrag des oströmischen Kaisers in Italien eingefallen waren. Unter Theoderich erlebte Italien auch eine letzte Blüte; bald darauf ging die Spätantike in Italien zu Ende: Ab 535 wurde Italien von den oströmischen Truppen unter Belisar und Narses erobert. Kaiser Justinian I. wollte damit seinen Traum von einem erneuerten römischen Reich verwirklichen, doch führten die Kämpfe zu einer Verelendung weiter Landstriche. Italien wurde schließlich 554 formal Teil des Oströmischen Reiches, doch fielen bereits 568 die Langobarden in Italien ein und eroberten große Teile des Landes, wobei der langobardische Herrschaftsraum bald in viele kleinere Herzogtümer (Dukate) zerfiel. Der oströmisch bzw. byzantinisch kontrollierte Rest wurde unter Kaiser Maurikios in das Exarchat von Ravenna zusammengefasst. Damit war die Einheit Italiens nach über 600 Jahren zerbrochen. Zwischen dem Langobardenreich und Süditalien entstand schließlich allmählich der Kirchenstaat (siehe Pippinische Schenkung, 754/756), also der weltliche Herrschaftsraum des Papstes (Patrimonium Petri), da auch Byzanz aufgrund der Bedrohung durch die Araber seit etwa 650 kaum mehr effektiv im Westen eingreifen konnte, von einigen Versuchen abgesehen.

Ottos Sieg über Berengar II. (Illustration einer Handschrift, um 1200)

Ab dem Jahr 774 eroberte der Frankenkönig Karl der Große das in Norditalien gelegene Langobardenreich und machte sich zum „König der Franken und Langobarden“. Im Zuge der karolingischen Reichsteilungen wurde (Nord-)Italien wieder ein selbständiges Königreich, zunächst unter karolingischen Königen, ab 888 unter einheimischen Königen fränkischer Herkunft wie Hugo von Vienne und Berengar von Ivrea (Nationalkönige). 951 gewann Otto der Große die Herrschaft über Nord- und Teile Mittelitaliens (so genanntes Reichsitalien) und begründete die Verbindung Reichsitaliens mit dem Deutschen Reich (Heiliges Römisches Reich). Nicht Bestandteil des Langobardenreichs und auch des späteren Heiligen Römischen Reichs war Venedig, das zunächst nur aus der Lagune von Venedig bestand, sich aber ab dem 12. Jahrhundert über ganz Ost-Oberitalien ausbreitete.

Im hohen und späten Mittelalter waren Teile Nord- und Mittelitaliens stark von der römisch-katholischen Kirche dominiert und unmittelbar von den Machtkämpfen um das Papsttum sowie von den Kämpfen zwischen den einzelnen Kommunen betroffen.

Süditalien blieb noch bis ins 11. Jahrhundert byzantinisch (Küstenstreifen) bzw. langobardisch (Fürstentümer Benevent, Capua, Salerno). Zur Verteidigung gegen die Araber, die 250 Jahre lang Sizilien beherrschten, warben diese langobardischen Fürsten gegen Ende des 11. Jahrhunderts normannische Söldner an, die danach ganz Süditalien einschließlich der Fürstentümer ihrer Auftraggeber eroberten und 1130 auf ehemals langobardischem, arabischem und byzantinischem Gebiet das sizilianische Königreich (Königreich Sizilien) begründeten, einen der mächtigsten Staaten des Hochmittelalters. Dieser musste sich anfangs gegen kaiserlichen und päpstlichen Widerstand wehren, konnte aber durch einen päpstlichen Parteiwechsel ab 1155 in die Rolle dessen neuen Beschützers gegen die Machtansprüche der römisch-deutschen Kaiser hineinwachsen, bis es 1190 per Erbfolge an die Staufer fiel, die als römisch-deutsche Kaiser bereits Norditalien kontrollierten, und von diesen 1194 auch erobert wurde. Palermo war Hauptstadt und Residenz des Kaisers Friedrich II., der im Süden aufgewachsen war. Mit dem Ende der Staufer 1268, die vom Papst (auch aufgrund deren eigenen Territorialpolitik und der päpstlichen Befürchtung, die Staufer würden den Kirchenstaat „umklammern“) nach Kräften bekämpft worden waren, fiel das süditalienische „Königreich Sizilien“ an die Anjous, und 1282 bzw. 1442 an Aragonien (später Krone Spaniens). Süditalien war trotz der dynastischen Verbindung in der Stauferzeit nie formal Teil des Heiligen Römischen Reichs.

In Norditalien emanzipierten sich die Städte ab dem Ende des 11. Jahrhunderts von der kaiserlichen Oberherrschaft und dehnten allmählich ihre Herrschaft über das Umland aus, indem sie die kleinen Valvassoren ihrer eigenen städtischen Lehensherrschaft unterwarfen. Typisch war bald die „republikanisch“ orientierte Konsularverfassung. Der sich ab 1164 formierende Lombardenbund besiegte den römisch-deutschen Kaiser Friedrich Barbarossa, der die Städte stärker der kaiserlichen Kontrolle unterwerfen wollte, 1176 in der Schlacht bei Legnano. Mit dem Ende der Staufer wurden die Städte faktisch unabhängig (wenn sie auch, sofern sie sich in Reichsitalien befanden, weiterhin formal die kaiserliche Oberherrschaft akzeptierten) und usurpierten kaiserliche Rechte (Regalien); nach den Staufern fehlte es den meisten nachfolgenden Kaisern jedoch an den Mitteln zu einer kraftvollen Italienpolitik.

In den Kommunen Ober- und Mittelitaliens setzte sich zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert die Signoria (Signorie) durch, eine Form monokratischer Herrschaftsausübung, bei der ein „starker Mann“ (signore) an der Spitze stand.

Gösch der italienischen Marine, mit den Wappen der vier großen Seerepubliken, von links oben im Uhrzeigersinn: Venedig, Genua, Pisa, Amalfi

Zahlreiche Stadtstaaten, allen voran Genua, Florenz, Pisa, Mailand und Venedig gelangten zu großer wirtschaftlicher (und kultureller) Blüte, besonders während der Renaissance. Vor allem die Hafenstädte hatten viele Vorteile für den Handel zwischen den Mittelmeerländern Europas, Asiens und Afrikas. Genua expandierte nach Korsika, in die nördliche Ägäis und ins Schwarzmeergebiet (vor allem Kaffa), Venedig nach Dalmatien, Albanien, den Peloponnes und in die südliche Ägäis einschließlich Kretas. Dazu kam 1489–1571 Zypern.

Nach der Entdeckung Amerikas 1492 (durch den Genuesen Columbus), aber auch Nordamerikas durch den aus Venedig nach England gegangenen Giovanni Caboto, sowie der zunehmenden Nutzung des Seeweges nach Indien verlor Italien nach und nach seine herausragende wirtschaftliche Bedeutung durch Verlagerung der Haupthandelsrouten vom Mittelmeer zum Atlantik. Andere Staaten, unter anderem Spanien und Portugal, nahmen an wirtschaftlicher und politischer Bedeutung zu, da sie auf Grund der Kolonialisierung Südamerikas neue Rohstoffressourcen und Absatzmärkte erschlossen. Zugleich verlor der Handel mit dem in den Nahen Osten und nach Nordafrika expandierenden Osmanenreich an Bedeutung, während zugleich die Konkurrenz von Holländern und Engländern zunahm. Besonders in Süditalien dominierte die Agrarwirtschaft und der Großgrundbesitz, Manufaktur und später Fabrik waren die Ausnahme.

Renaissance

Hauptartikel: Renaissance
Leonardo da Vinci - Das Abendmahl (1495-98)

Im Italien des späten 14. Jahrhunderts liegen die Anfänge der Renaissanceepoche; als Kernzeitraum gilt das 15. und 16. Jahrhundert.

Das wesentliche Charakteristikum ist die Wiedergeburt antiken Geistes. Der Humanismus war die prägende Geistesbewegung jener Zeit. Vorreiter der Entwicklung waren italienische Dichter des 14. Jahrhunderts wie Francesco Petrarca, der durch seine ausgiebige Beschäftigung mit antiken Schriftstellern und durch seinen Individualismus den Glauben an den Wert humanistischer Bildung förderte und das Studium der Sprachen, der Literatur, der Geschichte und Philosophie außerhalb eines religiösen Zusammenhangs als Selbstzweck befürwortete. Das theozentrische Weltbild des Mittelalters wurde abgelöst durch eine stärker anthropozentrische Sicht der Dinge.

In der Literatur leiten im 14. Jahrhundert Dante Alighieris „Göttliche Komödie“ (La Divina Commedia, 1307–1321), Francesco Petrarcas Briefe, Traktate und Gedichte und Giovanni Boccaccios Il Decamerone (1353) das Zeitalter der Renaissance ein. Graf Baldassare Castiglione beschreibt in Il Cortegiano (1528) den Idealtypus eines Renaissancemenschen.

Die italienische Renaissance wird in drei Perioden eingeteilt:

  1. Frührenaissance
  2. Hochrenaissance
  3. Spätrenaissance oder Manierismus

Der Begriff (ital. rinascita oder Rinascimento [riˌnaʃːiˈmento] = Wiedergeburt) wurde erstmals 1550 von dem italienischen Künstler und Künstlerbiographen Giorgio Vasari verwendet, um die Überwindung der mittelalterlichen Kunst zu bezeichnen. Um 1820/30 wurde er in der heute geläufigen Schreibweise aus dem Italienischen ins Französische übernommen, bis etwa 1840 im deutschsprachigen Schrifttum eine Entlehnung aus dem Französischen erfolgte, um eine kulturgeschichtliche Epoche Europas während des Übergangs vom Mittelalter zur Neuzeit zu benennen. Der Begriff wurde maßgebend vom Basler Historiker Jacob Burckhardt mit seinem Werk „Die Kultur der Renaissance in Italien“ geprägt.

Es gibt verschiedene Faktoren, warum sich die Renaissance im Italien des ausgehenden Mittelalters entwickelt hat. Dazu gehörte die Möglichkeit, griechisches und arabisches Wissen aufzunehmen. Auch die sozialen und politischen Zustände im Italien des ausgehenden Mittelalters trugen zu den Umbrüchen bei. In Italien war die Erinnerung an die Antike noch am lebendigsten.[2] Es war durch die Verbindungswege des Mittelmeerraums nach allen Seiten erschlossen. Der Wohlstand, der durch den Handel entstand, machte es möglich, große öffentliche und private Kunstprojekte in Auftrag zu geben. Außerdem konnte mehr Zeit für Bildung aufgewendet werden.[3]

Ökonomisch kam es in der Renaissance zur Durchbrechung des mittelalterlichen Zinsverbots und zur Abschaffung der mittelalterlichen Brakteatenwährung. Dies ermöglichte einerseits den Aufstieg der frühneuzeitlichen Bankhäuser wie die der der Medici (oder der Fugger in Süddeutschland), andererseits bedeutete das für die einfachen Menschen, insbesondere für die Landbevölkerung, einen großen sozialen Abstieg.

Im 15. Jahrhundert gehörte Italien zu den am stärksten urbanisierten Gegenden Europas. Die Städte boten relativ große politische Freiheit, die sich in wissenschaftlichen und künstlerischen Fortschritten widerspiegelte. In dieser Zeit existierte Italien nicht als politische Einheit, sondern war in Regionalstaaten aufgeteilt. Der Frieden von Lodi im Jahre 1454 stellte ein Gleichgewicht zwischen der fünf Großmächten auf der Halbinsel her: das Herzogtum Mailand, die Republik Venedig, Florenz, das Königreich Neapel und der Kirchenstaat. Gleichzeitig sicherte der Frieden Italien gegen den Einfluss fremder Staaten ab, insbesondere Frankreich und Spanien. Dieser Zustand war maßgeblich dem diplomatischen Geschick von Lorenzo dem Prächtigen, dem Stadtherrn von Florenz aus dem Hause der Medici, zu verdanken.

Die Kirche war zu Beginn des 15. Jahrhunderts innerlich zerstritten und büßte in ihrer Autorität als spirituelle Unterstützung im Alltag ein. Die Päpste des Renaissancezeitalters verhielten sich nicht anders als die weltlichen Fürsten: Man führte Kriege und versuchte durch Intrigen Macht und Reichtum der eigenen Familie zu vergrößern (Nepotismus am Heiligen Stuhl). Charakteristisch für die Skrupellosigkeit waren die Päpste aus dem Geschlecht Borgia, insbesondere Alexander VI.. In politischer Hinsicht verkörperte sein Sohn Cesare Borgia, Söldnerführer und Machtpolitiker, diese Zeit wie kein anderer. Bei dem Versuch, Italien zu einigen und König zu werden, scheiterte er nur knapp. Niccolò Machiavelli nahm ihn zum Vorbild für sein staatsphilosophisches Werk Der Fürst.

Frühe Neuzeit bis zum Wiener Kongress

Italien um 1494

Nach dem Tod König Ferrantes von Neapel 1494 intervenierte König Karl VIII. von Frankreich in Italien. Er zwang Florenz, den Kirchenstaat und Neapel zur Kapitulation (1495). Ferdinand von Aragón, Maximilian und Heinrich VII., sowie die italienischen Staaten Venedig, Mailand und der Kirchenstaat bildeten eine Heilige Liga (31. März 1495) und zwangen den französischen König zum Rückzug über die Alpen. Ludwig XII. nahm die expansive Politik Karls VIII. wieder auf und annektierte das Herzogtum Mailand. Ludwig XII. und Ferdinand von Aragón teilten im Vertrag von Barcelona 1500 das Königreich Neapel unter sich auf (Norden: Frankreich, Süden: Spanien). Im Vertrag von Lyon 1504 wurde nach einem erneuten Krieg Unteritalien wieder in das Königreich Aragóns eingegliedert, da die Franzosen Neapel verlassen mussten. 1507 gelang es den Franzosen, sich der Republik Genua zu bemächtigen. Die Liga von Cambrai (Österreich unter Maximilian I., der Papst, Spanien, England, Ungarn, Savoyen und einige italienische Staaten) versuchte im Oktober 1508 die Seerepublik Venedig aufzuteilen, scheiterte aber. Papst Julius II. (1503–1513) schwenkte auf ein neues politische Ziel um: Die Befreiung Italiens von den „Barbaren“. Die Eidgenossenschaft, Spanien, Venedig und der Papst vereinigten sich zur Heiligen Liga, um die Franzosen aus Mailand zu vertreiben, was ihnen 1512 gelang. Die Schweizer restituierten die Dynastie der Sforza und annektierten den größten Teil des Tessins (Domodossola, Locarno, Lugano). In der Schlacht von Marignano (Herbst 1515) unterlagen die Schweizer jedoch wieder den Franzosen und sie mussten Mailand räumen. Franz I. (von Frankreich) und Karl I. von Spanien einigten sich im Vertrag von Noyon 1516 über den Status Quo.

1525 gelang es Karl V. in der Schlacht von Pavia Mailand an sein Haus zu bringen und die italienische Oberherrschaft in Italien zu stürzen. Die Truppen des Kaisers plünderten 1527 Rom (Sacco di Roma), was einen bleibenden Eindruck auf das Papsttum hatte (Trienter Konzil). 1529 schloss Karl V. mit Frankreich und dem Papst im Vertrag von Cambrai Frieden, da die Osmanen auf Wien marschierten. Im Frieden von Crépy 1544 verzichtete Franz I. auch auf seinen Anspruch auf Neapel und erhielt von Karl V. im Gegenzug Burgund zurück. 1559 konnte Philipp II. im Frieden von Cateau-Cambrésis Neapel gewinnen.

Im Frieden von Utrecht 1713 nach dem Spanischen Erbfolgekrieg, der zum Teil in Italien stattfand, erhielt Österreich u. a. Mailand, Neapel (ohne Sizilien) und Sardinien von Spanien und wurde damit zur vorherrschenden Macht in Italien. Der Herzog von Savoyen erhielt hingegen Sizilien sowie Montferrat. 1720 tauschte das Haus Savoyen Sardinien gegen Sizilien von Österreich aus und erhielt somit die Königswürde: Erster Herrscher des neugegründeten Königreichs Sardinien-Piemont wurde Viktor Amadeus I. Spanien erwarb 1735/38 Neapel und Sizilien, 1748 Parma und gründete dort eine Sekundogenitur. Nach dem Aussterben der Medici in Florenz 1737 stiftete der Herzog von Lothringen dort eine Sekundogenitur für das Haus Habsburg-Lothringen. 1768 verkaufte die Republik Genua die Insel Korsika an Frankreich. Nachdem Italien von 1701 bis 1748 Kriegsschauplatz der Großmächte war (Europäische Erbfolgekriege), erlebte es von 1748 bis 1796 eine Friedenszeit.

40 Lirestück mit Napoleon als König von Italien
Rückseite desjenigen

1796/97 unterwarf Napoleon Bonaparte im Italienfeldzug große Teile Ober- und Mittelitaliens und zwang im Frieden von Campo Formio Österreich und das römisch-deutsche Kaisertum zur Anerkennung seiner Eroberungen und zum Verzicht der kaiserlichen Lehensrechte in Italien. Österreich erhielt aber das venezianische Erbe (außer den Ionischen Inseln). Frankreich gründete im unterworfenen Italien Vasallenstaaten: Teile Norditaliens wurden zur „Transalpinischen Republik“ zusammengefasst, die dann in Cisalpinische bzw. Cisalpine Republik umbenannt wurde. Genua wurde zur Ligurischen Republik, das 1799 eroberte Königreich Neapel zur Parthenopäischen Republik. 1798 nahmen die Franzosen Papst Pius VI. gefangen und ließen den Kirchenstaat zur Römischen Republik ausrufen. Im 2. Koalitionskrieg erlitt Frankreich 1799 in Italien eine Niederlage gegen Österreich und Russland. Die französische Herrschaft in Italien brach zusammen, die alte Ordnung (so der Kirchenstaat) wurde zum Teil wiederhergestellt. 1800 kam es zur französischen Wiedereroberung Italiens, Napoleon ließ Italien wieder neu ordnen. Das Großherzogtum Toskana wurde zum Königreich Etrurien, die Cisalpine Republik zur Republik Italien mit Napoleon als erstem Konsul. Piemont blieb unter französischer Militärverwaltung. Nach der Kaiserkrönung Napoleons I. 1804 wurde die Republik Italien zum Königreich Italien umgewandelt (Napoleon krönte sich 1805 in Mailand mit der Eisernen Krone zum König von Italien). Im Frieden von Preßburg 1805 nach dem 3. Koalitionskrieg verlor Österreich das venezianische Erbe wieder an Frankreich, das den Westteil Venetiens dem Königreich Italien zuschlug und aus dem östlichen Teil (den Gebieten an der östlichen Adria) einen neuen Vasallenstaat formte, die Illyrische Provinzen. 1806 wurden die Bourbonen erneut aus dem Königreich Neapel verjagt und Napoleons Bruder Joseph dort als Herrscher eingesetzt, 1808 sein Schwager Murat. Auf Sizilien und Sardinien konnten sich die (süditalienischen) Bourbonen und die Savoyer unter britischem Flottenschutz halten. 1808 besetzte Napoleon erneut den Kirchenstaat und schlug ihn zum Königreich Italien. Teile des Kirchenstaats wurden von Frankreich annektiert, ebenso das Königreich Etrurien, Ligurien und Parma. Bis auf Sizilien und Sardinien stand Italien also unter direkter oder indirekter französischer Herrschaft ehe 1814/15 die napoleonische Herrschaft auch in Italien zusammenbrach.

Italien nach dem Wiener Kongress

Durch den Wiener Kongress kam es zur Neuordnung Italiens: Österreich bekam zur Lombardei nun Venetien dazu, das damit seine Unabhängigkeit endgültig verlor; der Kirchenstaat wurde wiederhergestellt, verlor aber Avignon an Frankreich; Das Königreich Sardinien-Piemont bekam die Republik Genua zugesprochen; in Parma-Piacenza und Guastalla wurde Napoleons Frau, die Habsburgerin Marie-Louise, als Herrscherin eingesetzt; Modena-Reggio wurde fortan vom Haus Habsburg-Este regiert; das von einer Habsburger-Nebenlinie regierte Großherzogtum Toskana wurde wiederhergestellt; die zuvor formal getrennten Königreiche Neapel (umfasste Süditalien) und Sizilien wurden offiziell vereinigt (Königreich beider Sizilien).

Einigung Italiens

Hauptartikel: Risorgimento

Nach dem Wiener Kongress war das Königreich von Sardinien-Piemont der letzte bedeutende Staat in Italien unter einer einheimischen Dynastie. Italien blieb Spielball fremder Mächte, obwohl durch den Untergang des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation 1806 „Reichsitalien“ (italienische Gebiete, über die der Kaiser Oberhoheit bzw. Lehensrechte beanspruchte) endgültig Geschichte wurde. Je mehr die (in der Regel ausländischen) Fürsten der Staaten Italiens nun bestrebt waren, die Uhren auf die Zeit vor den napoleonischen Invasionen zurückzudrehen, desto mehr wurde Napoleon nicht mehr als despotischer Eroberer, sondern als fortschrittlicher, antiabsolutistischer Herrscher empfunden. Der Wunsch, Italien von Fremdherrschaft, Zerstückelung und Absolutismus zu befreien, erfasste immer mehr Menschen. Geheimbünde (u. a. die „Carbonari“) wurden gegründet, die Aufstände organisierten (v. a. 1848). Eine bedeutende Rolle spielten der Publizist Giuseppe Mazzini und die von ihm gegründete Bewegung „Giovine Italia“ (Junges Italien). Das vergleichsweise liberal regierte Königreich Sardinien-Piemont machte sich die Forderung nach einer Einigung Italiens zu Eigen, es kam zu den Italienischen Unabhängigkeitskriegen. Ein Angriff unter der Führung der Savoyer, Könige von Sardinien, auf das österreichische Lombardo-Venetien unter der Teilnahme von Freiwilligen aus ganz Italien fand 1848/49 statt. Es kam zur Bildung provisorischer Regierungen in Mailand und Venedig (vgl. Repubblica di San Marco). In der Folge kam es auch zur Erhebung gegen die weltliche Herrschaft des Papstes und zur Ausrufung einer Römischen Republik. Die Aufstände wurden schließlich niedergeschlagen, u. a. weil sich der Herrscher von Sardinien-Piemont (Carl Albert) nicht zu einer wirklichen Unterstützung durchringen konnte. In der Folge kam zur Restauration der Herrschaft Österreichs und Papst Pius’ IX. Carl Albert dankte 1849 zugunsten seines Sohnes Viktor Emanuel II ab. 1859 griffen die Savoyer erneut Österreich in Oberitalien an, diesmal mit Unterstützung Frankreichs (Sardinischer Krieg, Schlachten von Magenta und Solferino). Parallel dazu fanden Aufstände in der Toskana, Modena und anderen Gebieten statt. Als Folge schlossen sich Parma-Piacenza, Toskana, Modena und Teile des Kirchenstaats zunächst formal Sardinien-Piemont an (1860). Eine besondere Rolle in dieser „Risorgimento“ genannten Epoche des 19. Jahrhunderts spielten die Freiwilligenverbände unter Giuseppe Garibaldi, die 1860 das Königreich beider Sizilien unter ihre Kontrolle brachten („Zug der Tausend“). Auch hier musste der Monarch flüchten, Garibaldi rief sich zum Diktator von Sizilien aus. Der Ministerpräsident von Sardinien-Piemont, Cavour, sandte ein Heer in den Süden, einerseits um Garibaldi zu Hilfe zu kommen, andererseits aber auch, um zu verhindern, dass das Risorgimento eine republikanische Stoßrichtung bekam. Die Truppen von Sardinien besetzten auch weitere Teile des Kirchenstaats (Umbrien und Marken). Plebiszite in Umbrien, Marken und beiden Sizilien besiegelten den Anschluss an Sardinien-Piemont. Am 17. März 1861 wurde dann der König von Sardinien, Viktor Emanuel II., zum König von Italien proklamiert.

Königreich Italien

Italien bis zum Ersten Weltkrieg

Die Flagge des Königreichs

Das junge Königreich Italien war mit wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten, dem Nord-Süd-Gegensatz und dem Brigantenwesen im Süden konfrontiert. Es wurde versäumt, die Verhältnisse insbesondere im Süden (dem ehemaligen Königreich beider Sizilien) durch eine Landreform und eine gerechte Besteuerung zu verbessern. Über 75% der Bevölkerung waren zum Zeitpunkt der Einigung Analphabeten, lokale Dialekte bestimmen zumeist den alltäglichen Sprachgebrauch. Nur 2% beherrschten zu diesem Zeitpunkt die Schriftsprache auch als gesprochene Sprache.[4] Zudem standen Venetien und ein Rest des Kirchenstaats mit Rom noch unter Fremdherrschaft.

Im Jahre 1866 fielen nach einem weiteren Krieg gegen Österreich auch Venetien und der Großteil des Friauls an Italien, im Jahre 1870 schließlich auch der dem Papst 1860 verbliebene latinische Teil des Kirchenstaates. Daraufhin wurde Rom die neue Hauptstadt Italiens (Römische Frage). Papst Pius IX., der seine weltliche Herrschaft damit verloren hatte, sah sich bis zu seinem Tod 1878 als „Gefangener im Vatikan“ und verbot Katholiken die Teilnahme am politischen Leben Italiens.

Der Irredentismus beinhaltete die Forderung nach dem Anschluss des Trentino und Istriens, teilweise auch anderer Gebiete (Korsika, Nizza, Savoyen, Monaco, Tessin, Dalmatien, Malta, San Marino). 1882 wurde mit Österreich-Ungarn und dem Deutschen Reich der Dreibund geschlossen.

1881–1885 eroberte Italien äthiopische Gebiete am Roten Meer, die 1890 zur Kolonie Eritrea zusammengefasst wurden. 1889 wurde zudem der südliche Teil Somalias in Besitz genommen. Der Versuch, weitere äthiopische Gebiete zu erobern, scheiterte 1894–1896 (Niederlage von Adua). Im Krieg mit dem Osmanischen Reich 1911/12 eroberte Italien Libyen und den Dodekanes. Der italienische Expansionsdrang im Zeitalter des Imperialismus wurde vom emporgekommenen Grossbürgertum entscheidend mitgetragen, im Fall Libyen spielte Giolitti (s. unten) eine wichtige Rolle.

1900 wurde der Nachfolger Viktor Emanuels II., König Umberto I. (seit 1878), in Monza von einem Anarchisten ermordet. Sein Nachfolger wurde Viktor Emanuel III.. Politisch dominierend war aber Giovanni Giolitti, der von 1901–1914 mit Unterbrechungen Ministerpräsident war. Er beherrschte die italienische Politik dermaßen, dass man von der Ära Giolitti spricht.

Der Erste Weltkrieg

Karte der Italienfront 1915–1917
Schlacht von Karfreit (Oktober 1917)
Schlacht von Vittorio Veneto (Oktober/November 1918)

Obwohl Italien formell durch den Dreibund an Deutschland und Österreich gebunden war, erklärte die Regierung Salandra bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges die Neutralität des Landes, da der Dreibund nach Ansicht der italienischen Regierung ein Verteidigungsbündnis war (und Österreich-Ungarn offensiv in den Krieg eingetreten war). In der Folge entbrannte ein innenpolitischer Streit um eine italienische Kriegsteilnahme. Die Interventionisten, zu deren Lager auch der damals noch der Sozialistischen Partei zugehörige Mussolini gehörte, sahen in einem Kriegseintritt die Chance, die irredentistischen Pläne zu verwirklichen und gewannen schließlich die Oberhand. Die unter österreichischer Herrschaft stehenden Gebiete Trentino (damals ein Teil Tirols) und Küstenland (umfasste Istrien, Triest und einen Teil Friauls) waren die vorrangigen italienischen Ziele. Im März 1915 verhandelte Italien mit Österreich-Ungarn, das aber allenfalls bereit war, südliche Teile des Trentino abzutreten. Die Entente-Mächte versprachen Italien im Falle eines Kriegseintritts auf ihrer Seite mehr: Das südliche Tirol bis zum Brenner (inklusive Südtirol), die Gebiete, die das österreichische Küstenland ausmachten, die Ostadriaküste (v. a. Dalmatien, das bis Ende des 18. Jahrhunderts zur Republik Venedig gehört hatte), und eine Erweiterung des Kolonialbesitzes. Nachdem im Londoner Vertrag am 26. April 1915 diese Gebietserweiterungen bewilligt wurden, kündigte Italien am 4. Mai den Dreibund. Am 23. Mai erklärte Italien Österreich-Ungarn den Krieg (1916 auch dessen Verbündeten, dem Deutschen Reich) und trat auf Seiten der Entente in den Ersten Weltkrieg ein.

Italien und Österreich-Ungarn standen sich an zwei Fronten gegenüber: im gebirgigen Isonzo-Gebiet, das im österreichischen Küstenland lag, und in den Alpen im Trentino bzw. südlich davon. Italien war also im Ersten Weltkrieg weitgehend in einen Gebirgskrieg verwickelt, der die Verteidiger wesentlich begünstigte. Daneben gab es noch kleinere Seegefechte in der Adria. An der Isonzofront fanden von 1915 bis 1917 elf Schlachten statt, die Italien geringfügige Gebietsgewinne einbrachten. Im Trentino versuchte Österreich-Ungarn 1916, die italienische Isonzofront durch einen Großangriff in Richtung Venedig zum Einsturz zu bringen. Der Angriff scheiterte nach anfänglichen Gewinnen und musste dann wegen einer russischen Offensive an der Ostfront ganz eingestellt werden.

Als Italien 1917 in der elften Isonzoschlacht das Bainsizza-Hochplateau eroberte, geriet der Südabschnitt der angeschlagenen österreich-ungarischen Isonzofront in Gefahr. Für einen Entlastungsangriff am oberen Isonzo wurden mehrere deutsche Divisionen zur Verfügung gestellt. Im Oktober 1917 gelang deutschen und österreich-ungarischen Truppen bei Karfreit/Caporetto in der zwölften Isonzoschlacht ein Durchbruch, der das italienische Heer bis an den Piave zurück warf. Gleichzeitig brach die italienische Gebirgsfront nordöstlich von Asiago zusammen. Ein weiterer Vormarsch der Mittelmächte scheiterte jedoch am Monte Grappa und am Hochwasser führenden Piave. Kurz danach entsandten die Alliierten zur Stabilisierung der Front Verstärkungen. Der italienische Generalstabschef Cadorna wurde wegen dieser schweren (aber letztendlich nicht kriegsentscheidenden) Niederlage abgelöst.

Italien nach dem Vertrag von St. Germain

Im Juni 1918 gelang es Italien in der zweiten Piaveschlacht, einen weiteren österreichischen Durchbruchsversuch erfolgreich abzuwehren und die Donaumonarchie dabei entscheidend zu schwächen. Im Oktober 1918 begann Italien mit einer Großoffensive, bei der Österreich-Ungarn am 29. Oktober in der Schlacht von Vittorio Veneto militärisch unterlag. Danach lösten sich Teile der österreichischen Armee bedingt durch das Streben der verschiedenen Nationalitäten nach Selbstständigkeit nach und nach auf. Im Waffenstillstand von Villa Giusti wurde Österreich-Ungarn gezwungen, allen alliierten und italienischen Forderungen nachzukommen, was einer bedingungslosen Kapitulation gleichkam. Italienische Truppen besetzten danach die ihnen zugesprochenen Gebiete (unter anderem Südtirol). Einer geplanten italienischen Offensive durch das Inntal gegen das Deutsche Reich kam der Waffenstillstand an der Westfront zuvor. Außer dem Krieg mit Österreich-Ungarn war Italien im Ersten Weltkrieg noch an der Besetzung Albaniens beteiligt.

Italien hatte für den Krieg 5.615.000 Männer mobilisiert, davon kamen 650.000 um, 947.000 wurden (zum Teil schwerst) verletzt. Auch 589.000 italienische Zivilisten fanden im Ersten Weltkrieg den Tod.

Im Vertrag von St. Germain 1919 wurden dem Königreich Italien die bislang österreichischen Gebiete Trentino, Südtirol, das Kanaltal, das gesamte ehemalige österreichische Küstenland und ein Teil der Krain, die Stadt Zara und einige norddalmatinische Inseln zugesprochen. Italien bekam damit dennoch weniger als es erwartet hatte, die Herrschaft über den ganzen Ostadriaraum sowie eine Vergrößerung seines Kolonialbesitzes. Aus Protest verließ der italienische Ministerpräsident Vittorio Emanuele Orlando die Friedensverhandlungen.

Die mehrheitlich italienische Stadt Fiume, die dem Königreich nicht zugesprochen worden war, wurde 1919 von paramilitärischen Verbänden unter Leitung Gabriele D'Annunzios besetzt: Dieser rief die Italienische Regentschaft am Quarnero aus, die aber ohne internationale Anerkennung, auch von Seiten Italiens, blieb. Nachdem D'Annunzio zur Aufgabe gezwungen worden war, vereinbarten die Königreiche Italien und Jugoslawien im Grenzvertrag von Rapallo, einen freien und unabhängigen Freistaat Fiume anzuerkennen. Infolge eines Staatsstreiches 1922 übernahmen italienische Nationalisten die Macht im Stadt-Staat, die eine Angliederung an Italien anstrebten. Diese wurde mit dem Vertrag von Rom 1924 besiegelt.

Faschistische Diktatur unter Benito Mussolini

Hauptartikel: Italienischer Faschismus
Italiens Diktator Benito Mussolini

Die tiefe wirtschaftliche, soziale und politische Krise nach dem Ersten Weltkrieg, den Italien mitgewonnen hatte, dessen Sieg aber nach Ansicht der Nationalisten von italienischen Verzichtspolitikern und den Alliierten „verstümmelt“ worden war (Gabriele D'Annunzio prägte das enorm einflussreiche Schlagwort der Vittoria mutilata), führten das Land an den Rand eines Bürgerkrieges. Die zwei roten Jahre (Biennio rosso) 1919 und 1920 wurden von der politischen Agitation der Linken geprägt: Demonstrationen und Streiks, die vielfach mit gewaltsamen Fabrik- und Landbesetzungen endeten, legten die Wirtschaft Italiens lahm. Den italienischen Regierungen gelang es nicht, der schwierigen Lage Herr zu werden. Die Angst vor einer bolschewistischen Revolution nutzte Benito Mussolini aus, um sich als Garant von Recht und Ordnung zu etablieren. Unterstützung fand er dabei nicht nur bei den betroffenen Industriellen und Grundbesitzern, sondern auch in weiten Teilen des Bürgertums. Es folgten 1921 und 1922 die zwei schwarzen Jahre (Biennio nero). Faschistische Squadristen, die paramilitärisch organisierten Schwarzhemden, gingen mit Gewalt gegen sozialistische und katholische Gewerkschaftsbewegung sowie gegen linke, als subversiv bezeichnete politische Gegner vor. Insgesamt kamen zwischen 1919 und 1922 wohl etwa 1.000 Faschisten und Antifaschisten in den bürgerkriegsähnlichen Kämpfen ums Leben.

Nachdem er Ende 1921 aus der lose zusammenhängenden faschistischen Bewegung eine Partei, den Partito Nazionale Fascista („Nationale Faschistische Partei“, PNF) geschaffen hatte, organisierte Mussolini im Oktober 1922 mit etwa 26.000 faschistischen Anhängern einen Sternmarsch, der unter den Namen Marsch auf Rom (Marcia su Roma) in die Geschichte einging. Am 28. Oktober trafen diese Gruppen im strömenden Regen vor den Toren Roms ein. Der Anführer des Marsches reiste später mit einem Schlafwagen aus Mailand an, als in Folge angeblicher Putschdrohungen König Viktor Emanuel III. Ministerpräsident Luigi Facta bereits entlassen hatte. Der König ernannte daraufhin Mussolini zum Ministerpräsidenten; die Faschisten zogen zu einem Siegesmarsch in Rom ein.

Im Juli 1923 wurde durch ein neues Wahlgesetz, die Legge Acerbo, der Einfluss von Oppositionsparteien erheblich eingeschränkt. 1924 wurde der sozialistische Oppositionspolitiker Giacomo Matteotti entführt und ermordet. Indizien deuten darauf hin, dass Mussolini wahrscheinlich selbst den Auftrag für diesen Mord gegeben hatte – in einer berühmt-berüchtigten Rede vor der Abgeordnetenkammer am 3. Januar 1925 gab der „Duce“ das selbst zu. Zugleich nutzte er die Gelegenheit, den Aufbau der faschistischen Diktatur anzukündigen und voranzutreiben, nachdem er im Gefolge der Krise zeitweise unter starken Druck der Kirche, von Gewerkschaften und Opposition, aber auch von „intransigenten“, revolutionär-squadristischen Kreisen des Faschismus geraten war. 1926 wurden endgültig alle Oppositionsparteien verboten. Zu den Wahlen 1928 traten nur noch Kandidaten an, die vom PNF zugelassen wurden; mit der Schaffung des „Faschistischen Großrats“ (Gran Consiglio del Fascismo) existierte nun auch ein Gremium, das Partei- und Staatsfunktionen vereinte. Der institutionelle Umbau des italienischen Staates zur faschistischen Diktatur war somit abgeschlossen.

Getreu der nationalistischen Ideologie, unternahm das Regime eine strikte Italianisierungspolitik. Die größten Leidtragenden waren die ethnischen Minderheiten im Lande, insbesondere Frankoprovenzalen, Slawen und Südtiroler.

Am 11. Februar 1929 wurden die Lateranverträge zwischen dem Vatikan und dem Königreich Italien abgeschlossen. In dem von dem Kardinalstaatssekretär Pietro Gasparri und Benito Mussolini unterzeichneten Vertragswerk werden die Souveränität eines Kirchenstaates anerkannt, die Beziehungen zwischen der Kirche und dem italienischen Staat geregelt und dem Vatikan Entschädigungen zugesprochen. Das faschistische Regime löste damit die seit 1870 mit der Einnahme Roms durch italienische Truppen schwelende Frage des Verhältnisses von katholischer Kirche und italienischem Staat. Dieser Erfolg brachte dem Faschismus die Zustimmung auch vieler bürgerlich-konservativer Kreise, die von der faschistischen Gewaltpolitik noch abgeschreckt worden waren.

Wirtschaftspolitisch hatte das Regime mit den Folgen der Großen Depression zu kämpfen. Bankrotte Unternehmen wurden von der öffentlichen Hand übernommen und unter den Schutzschirm des neugegründeten Staatskonzerns Istituto per la Ricostruzione Industriale gestellt. Es wurde massiv in die öffentlichen Infrastrukturen investiert. Mehr und mehr unterstütze das Regime einen protektionistischen Kurs: Die Weizenschlacht (battaglia del grano) sollte die Autarkie im Bereich der Nahrungsmittelversorgung erreichen. Die Trockenlegung des Gebiets der Pontinischen Ebene diente als umfangreiches Arbeitsbeschaffungsprogramm für arme Familien aus dem Norden Italiens, besonders Venetien und Emilia.

Die Grundlagen für Italiens Sozialgesetzgebung wurden ebenfalls in dieser Zeit gelegt.

International verfolgte Italien in den folgenden Jahren zunächst eine Politik, die das Land als Stütze der internationalen Ordnung und als Friedensgaranten im Mittelmeerraum erscheinen lassen sollte. Das brachte beispielsweise zunächst gute Beziehungen zu Großbritannien mit sich. Zunehmend jedoch radikalisierten sich die faschistische Kultur und Politik – eine Rückkehr zur rohen Gewalt, jetzt auf internationaler Ebene, war die logische Konsequenz eines Weltbildes, das auf dem Gedanken eines ewigen Kampfes und der imperialistischen Expansion Italiens fußte. Der Italienisch-Äthiopischen Krieg (1935-1936) markierte eine neue, aggressiv-expansionistische Phase in der faschistischen Außenpolitik: Abessinien konnte trotz internationaler Proteste erfolgreich erobert werden und wurde mit den bestehenden Kolonien Eritrea und Somalia zu Italienisch-Ostafrika zusammengeschlossen. Der militärische Erfolg festigte die Herrschaft der Faschisten und deren Popularität im Inland, führte aber zu einer zunehmenden Isolierung im Ausland: Der Völkerbund verhängte Sanktionen gegen das Land, an denen sich Deutschland unter Hitler nicht beteiligte. Dies und die Intervention beider Staaten im Spanischen Bürgerkrieg zugunsten der aufständischen nationalistischen Militärs um Francisco Franco führte 1936 zu einem Bündnisvertrag, der sogenannten „Achse Rom-Berlin“. 1937 trat Italien aus dem Völkerbund aus und dem Antikomintern-Pakt zwischen Deutschland und Japan bei; 1939 folgten die Okkupation Albaniens und das als „Stahlpakt“ bezeichnete offizielle Kriegsbündnis mit dem Deutschen Reich. Schon 1938 hatte Italien rassistische Gesetze erlassen, die vor allem die Juden diskriminierten.

Der Zweite Weltkrieg

In den Zweiten Weltkrieg griff Italien zunächst nicht ein, da das Land für einen umfassenden militärischen Konflikt noch längst nicht gerüstet war und seine Streitkräfte sich nach der Intervention im Spanischen Bürgerkrieg sowie dem Italienisch-Äthiopischen Krieg in einer Phase der Modernisierung (die jedoch sehr langsam vorankam) befanden. Mussolini proklamierte 1939 die „Nichtkriegführung“ (non belligeranza) Italiens, kündigte aber auch an, zum passenden Zeitpunkt das „entscheidende Gewicht“ (peso determinante) seines Landes in die Waagschale zu werfen.

Dieser Moment war am 10. Juni 1940 gekommen. Angesichts des erfolgreichen deutschen Feldzugs gegen Frankreich fürchtete Mussolini, auf einer Friedenskonferenz ohne eigene militärische Erfolge ins Hintertreffen zu geraten. Der „Duce“ erklärte Großbritannien und Frankreich trotz anders lautendem Rat seiner Generäle den Krieg und begründete diesen Schritt mit der Ambition Italiens, das Imperium Romanum wieder aufleben zu lassen. Italien würde sein Territorium auf Nizza, Korsika, Malta, die gesamte Küste Dalmatiens mitsamt Albanien, Kreta und weitere griechische Inseln ausweiten. Zu den bisherigen Kolonien würden Tunesien, Ägypten (mit Sinai-Halbinsel), Sudan und Teile Kenias hinzukommen, um eine Landverbindung von Libyen nach Italienisch-Ostafrika sicherzustellen. Auch die Territorien von Britisch- und Französisch-Somaliland sowie Teile Französisch-Äquatorialafrikas sollten somit in Besitz genommen werden, mit der Türkei und arabischen Staaten Vereinbarungen über Einflusszonen getroffen werden. Zudem sollten Aden und Perim unter italienische Kontrolle geraten.

Die italienischen Kriegsanstrengungen waren jedoch nicht mehr von Erfolg gekrönt: Der Angriff gegen das bereits geschlagene Frankreich blieb nach geringen Geländegewinnen in den Alpen (vgl. Vichy-Regime) stecken; die Offensive gegen die Briten in Nordafrika Ende 1940 und der Feldzug gegen Griechenland (ab dem 28. Oktober 1940) gerieten zu regelrechten Katastrophen, die nur durch das Eingreifen der deutschen Wehrmacht überdeckt werden konnten. Die neuere Forschung schreibt die desaströsen Ergebnisse mangelnder Ausbildung, zum Teil schlechter Ausrüstung, vor allem aber dilettantischer strategischer Planung und maßloser Selbstüberschätzung insbesondere des „Duce“ selbst zu. Trotz auf dem Papier gegebener Überlegenheit gelang es der italienischen Marine nicht, die britische Marine aus dem Mittelmeer zu vertreiben. Später verhinderte Treibstoffmangel entsprechende Ambitionen.

1941 nahm ein italienisches Expeditionskorps am deutschen Feldzug gegen die Sowjetunion teil. Auch auf dem Balkan verfolgten die Italiener teilweise ein zutiefst nationalistisches Regiment, vor allem gegenüber den Slowenen und in der Zusammenarbeit mit der faschistischen Bewegung der Ustascha in Kroatien. 1942 scheiterte die letzte deutsch-italienische Offensive in Nordafrika; seitdem riss die Kette der militärischen Katastrophen für das faschistische Regime nicht mehr ab. Nach der Kapitulation der Achsentruppen in Tunesien im Mai 1943 eroberten Amerikaner und Briten im Sommer desselben Jahres die Inseln Lampedusa und Pantelleria und landeten im Juli 1943 auf Sizilien (Operation Husky).

Unter dem Eindruck dieser verheerenden Niederlagen setzte der Faschistische Großrat am 25. Juli 1943 Mussolini mit einfacher Mehrheit ab. Mussolini wurde gefangen genommen. König Viktor Emanuel III., dessen Tochter Mafalda im KZ Buchenwald ums Leben kam, übernahm den Oberbefehl über die Streitkräfte und beauftragte Marschall Pietro Badoglio, eine Militärregierung zu bilden. Badoglio erklärte die faschistische Partei und ihre Gliederungen per Gesetz für aufgelöst. Am 8. September wurde ein Waffenstillstand zwischen der Badoglio-Regierung und den Alliierten abgeschlossen, der Waffenstillstand von Cassibile.

Italienische Sozialrepublik

Das Deutsche Reich versuchte, die Schwarzhemden wieder an die Macht zu bringen und ließ dazu Mussolini im Unternehmen Eiche befreien. Norditalien wurde bis nach Rom durch deutsche Truppen besetzt und in diesem Gebiet eine Marionettenregierung unter Mussolini installiert, die Italienische Sozialrepublik. Diese Parallel-Regierung blieb mit Deutschland aufs engste verbündet, erklärte seinerseits dem von den Alliierten besetzten Teil Italiens den Krieg und führte in Norditalien Krieg gegen echte oder vermeintliche Partisanen.

Zum 1. Oktober 1943 wurden im Norden Italiens die folgenden deutschen Operationszonen gegründet:

Entlang der Schweizer und französischen Grenze entstand aus einem etwa 50 km tiefen Streifen die Operationszone Nordwest-Alpen, die direkt dem Armeekommando 14 unterstand.

In den folgenden knapp zwei Jahren wurde vor allem Mittelitalien von den schweren Kämpfen entlang der langsam vorrückenden Front (Befreiung Roms am 4. Juni 1944) teilweise völlig verwüstet. Die Zivilbevölkerung wurde auch zum Ziel deutscher Repressalien (siehe Deutsche Kriegsverbrechen in Italien). Beim Massaker in den Ardeatinischen Höhlen wurden 335 italienische Zivilisten erschossen, unter ihnen 57 Juden.

Kommunistische, sozialistische, katholische und liberale Partisanen der Resistenza kämpften gegen die deutschen Besatzungstruppen. Der Beitrag der Partisanen zur Befreiung Italiens ist aber nicht unumstritten. Vor allem von Seiten der Kommunisten wurde deren Kampf als „nationaler Befreiungskrieg“ empfunden. Die jüngere Geschichtsschreibung hat den Begriff des „Bürgerkriegs“ aufgegriffen, der kontrovers diskutiert wird.[5]

Mussolini versuchte indes in die Schweiz zu flüchten. Er wurde jedoch in Dongo am Comer See am 27. April 1945 von kommunistischen Partisanen erkannt, gefangen genommen und zusammen mit seiner Geliebten Clara Petacci am 28. April 1945 in Giulino di Mezzegra erschossen.

Am 29. April 1945 kapitulierten die deutschen Streitkräfte bedingungslos. Für Italien endete der Krieg mit 291.376 militärischen und 153.147 zivilen Opfern.[6]

Judenverfolgung

Mit dem „Gesetz zum Schutz der italienischen Rasse“ vom 17. September 1938 erließ Italien Rassengesetze nach nationalsozialistischem Muster, die sich gegen die Afrikaner in den faschistischen Kolonien richteten und die Juden marginalisieren sollten. Letztere mussten den Öffentlichen Dienst verlassen, durften nur mehr geringen Grundbesitz haben und kleine Firmen leiten. Im Innenministerium wurde die „Generaldirektion für Demographie und Rasse“ eingerichtet, die eine Judenzählung betrieb, die die bis dahin in Italien unauffällige jüdische Bevölkerung ausgrenzte. Nach dem Kriegseintritt im Juni 1940 folgte Zwangsarbeit für italienische und Internierung in Konzentrationslagern für ausländische Juden. Der Katalog diskriminierender Gesetze und Verordnungen wurde ständig erweitert; als Mussolini im Juli 1943 gestürzt wurde, gab es kaum einen Beruf mehr, den Juden legal ausüben durften. Ab September 1943 wurden in der Italienischen Sozialrepublik die Juden enteignet, in Konzentrationslager eingewiesen und schließlich über Durchgangslager wie die Risiera di San Sabba bei Triest in die Vernichtungslager im Osten deportiert. Dabei arbeiteten nationalsozialistische und faschistische Behörden eng zusammen. Etwa ein Viertel der jüdischen Bevölkerung Italiens kam auf diese Weise um.[7]

Republik Italien

Von der Nachkriegszeit zum Ende des Kalten Krieges

Italien in seinen bestehenden Grenzen

König Viktor Emanuel III. trat, diskreditiert durch den Faschismus (Ernennung Mussolinis zum Premier, Unterzeichnung der Rassengesetze), 1946 zugunsten seines Sohnes Umberto (II.) zurück. Wenig später fand, gleichzeitig mit der Wahl zu einer verfassunggebenden Versammlung, eine Volksabstimmung über die künftige Staatsform statt. Das Ergebnis fiel knapp zugunsten der Republik aus, Angehörige des Hauses Savoyen mussten danach Italien verlassen. Die republikanische Verfassung trat 1948 in Kraft. Auf Grund der Erfahrungen mit der faschistischen Diktatur legte man den Schwerpunkt der politischen Macht auf ein kompliziertes parlamentarisches System mit zwei gleichberechtigten Kammern. Die von beiden Kammern abhängige Regierung hat eine relativ schwache Stellung. Die erstmals vorgesehene umfassende Dezentralisierung wurde in den Jahren danach nur zögerlich durchgesetzt.

Im Pariser Vertrag von 1947 verlor Italien seine Kolonien Libyen, Äthiopien und Eritrea. Italienisch-Somaliland wurde zuerst von den Briten besetzt und anschließend von den Vereinten Nationen als Treuhandgebiet wieder unter italienische Verwaltung (1949-1960) gestellt.

Auch das italienische Mutterland war von Gebietsabtretungen betroffen. Die Gemeinden Briga und Tenda (frz. La Brigue und Tende) mussten an Frankreich abgetreten werden, das italienische Dodekanes (mit Rhodos) fiel an Griechenland. Italien musste auch den Großteil Julisch Venetiens (Istrien, die Städte Fiume und Zara sowie die norddalmatinischen Inseln) an Jugoslawien abtreten. Triest und sein Umland wurden zunächst internationalisiert und in zwei Zonen geteilt (Schaffung eines Freies Territoriums Triest), ehe 1954 eine definitive Regelung getroffen wurde: Die Stadt Triest blieb bei Italien, das südliche Umland wurde Jugoslawien zugeschlagen. Mit dem Pariser Vertrag von 1947 wurden damit, vorbehaltlich des Territoriums um Triest, die heutigen Grenzen Italiens festgelegt. Im Zuge dieser Grenzänderungen, sowie bereits zuvor zwischen 1943 (Waffenstillstand) und 1945 kam es seitens der kommunistischen Partisanen Jugoslawiens zu Massakern an der einheimischen italienischen Bevölkerung sowie slawischen Antikommunisten (Foibe-Massaker). Zwischen 200.000 und 350.000 ethnische Italiener (Esuli) wurden in der Zeit von 1943–1954 von Jugoslawien vertrieben. Jene Gebiete, die das faschistische Italien während des 2. Weltkriegs oder kurz davor erworben hatte, also „Mittelslowenien“ , Dalmatien und Albanien (das nach der Aufteilung Jugoslawiens die albanischsprachigen Teile des Kosovos und Mazedoniens umfasste), verlor Italien ebenso.

Unter Ministerpräsident Alcide de Gasperi, „Italiens Adenauer“, gehörte das Land zu den Mitbegründern der NATO, des Europarats und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Seine Partei, die Democrazia Cristiana (ital. für Christliche Demokratie) war die wichtigste politische Partei Italiens zwischen 1945 und 1993 und stellte fast alle Ministerpräsidenten in diesem Zeitraum. Sie verstand sich als gemäßigte katholische Volkspartei.

Die Kommunistische Partei Italiens (KPI) mit ihren langjährigen Vorsitzenden Palmiro Togliatti und Enrico Berlinguer war mit über zwei Millionen Mitgliedern und zirka 30 Prozent der Wählerstimmen die stärkste und politisch einflussreichste KP der kapitalistischen Industriestaaten. Im Parlament belegte sie den zweiten Platz. 1976 konnte die Partei ihr bestes Ergebnis bei den italienischen Parlamentswahlen verzeichnen, 34,4%, blieb aber hinter den Christdemokraten stehen. 1984 gelang es der KPI zum ersten und einzigen Mal als stärkste Partei hervorzugehen: Sie erreichte bei der Europawahl 33,3% der Stimmen und landete knapp vor den Christdemokraten mit 32,97%.

Obwohl sich die KPI unter Berlinguer vom Kommunismus sowjetischer Prägung nach und nach lossagte und versuchte, den moderaten Weg des Eurokommunismus zu beschreiten, hielt die Furcht vor einer kommunistischen Machtbeteiligung oder -übernahme bis zuletzt an. Dies führte in den 70er Jahren unter anderem zu einer massiven Kapitalflucht aus Italien. Auch von Seiten der USA gab es erhebliche Bedenken gegen eine eventuelle Regierungsbeteiligung der Kommunisten, da man einen Domino-Effekt in ganz Westeuropa befürchtete.[8]

Unter Beibehaltung eines reinen Verhältniswahlrechts (ohne 4- oder 5-Prozent-Hürde) gelang es der Democrazia Cristiana durch die Einbeziehung von i. d. R. vier oder fünf kleineren Parteien (Sozialisten, Sozialdemokraten, Republikaner und Liberale, sog. Pentapartito), die Kommunisten auf recht wirksame Weise von einer Regierungsübernahme abzuhalten. Obwohl die kleineren Regierungsparteien zur Durchsetzung ihrer eigenen Interessen regelmäßig Regierungskrisen herbeiführten, blieben wegen des erzwungenen Ausschlusses der Kommunisten und des somit bedingten Mangels an Alternativen immer dieselben Parteien und Politiker an der Macht. Zur Sicherung ihrer Wählerstimmen und des Machterhalts machten diese Parteien immer wieder großzügige, z. T. sogar unmoralische Konzessionen und Kompromisse verschiedenster Art, die zu kolossaler Staatsverschuldung (sozialpolitische Geschenke) und zur faktischen Behinderung der Mafiabekämpfung (Vorteile gegen Beschaffung von Wählerstimmen) führten.

Die 1970er Jahre gingen als anni di piombo (bleierne Jahre) in die Geschichte ein. Der linksextreme Terrorismus der Roten Brigaden und die blutigen Attentate neofaschistischer Extremisten, an denen auch die Geheimdienste beteiligt waren, versetzten das Land in Angst und Schrecken und führten zu einer bedrohlichen Destabilisierung der politischen Situation, so dass ein Staatsstreich nach südamerikanischem Vorbild nicht unwahrscheinlich schien. Bekannt sind die Putschversuche von einigen Carabinieri-Offizieren im Jahr 1964 (Piano solo) und der Golpe Borghese von Fürst Junio Valerio Borghese.

Ministerpräsident Aldo Moro in Gefangenschaft der Roten Brigaden

Die schwierigen Umstände führten zu einer Annäherungen von Christdemokraten und Kommunisten. Maßgeblich beteiligt an der Ausarbeitung des sogenannten historischen Kompromisses (compromesso storico) waren der Christdemokrat Aldo Moro und der Kommunist Enrico Berlinguer. Nach den Wahlen von 1976, bei denen die Kommunisten stark zulegen konnten, wurde Giulio Andreotti Ministerpräsident einer Minderheitsregierung, die auch auf die Tolerierung der KPI angewiesen war. Am 11. März 1978 kam es, abermals unter Führung von Andreotti, zur Bildung einer Regierung der nationalen Solidarität, an der erstmals auch die Kommunisten direkt beteiligt sein sollten. Zu einer Regierungsbeteiligung kam es aber doch nicht. Wenige Tage später, am 16. März, wurde Aldo Moro entführt. Am 9. Mai 1978 wurde er nach 55-tägiger Geiselhaft tot im Kofferraum eines Autos aufgefunden. Die Roten Brigaden bekannten sich letztlich zu Moros Entführung und seiner Ermordung. Die Hintergründe der Tat sind bis heute nicht vollständig aufgeklärt.

Der Anschlag von Bologna 1980 markierte den blutigen Höhepunkt der terroristischen Aktivitäten in Italien. 1990 stellte sich im Rahmen von gerichtlichen Ermittlungen heraus, dass eine geheime Parallelstruktur innerhalb des italienischen Staatsapparats mittels einer sogenannten Strategie der Spannung über Jahrzehnte versucht hatte, eine Regierungsbeteiligung der Kommunisten zu verhindern. Die Ergebnisse der Untersuchungskommission „Terrorismus und Massaker“ (1994–2000) des italienischen Senats bestätigten, dass Rechtsextremisten im Rahmen dieser Strategie eine Reihe von Terroranschlägen gegen die Zivilbevölkerung verübt hatten.[9] Die Aufdeckung dieser Zusammenhänge löste 1990 eine Staatskrise in Italien aus (Gladio-Affäre), die gerichtliche Aufklärung der Vorgänge dauert bis heute an. Gesichert ist, dass die italienischen Militärgeheimdienste, die von NATO und CIA betriebene Organisation Gladio sowie die Geheimloge Propaganda Due dabei eine zentrale Rolle spielten.[9][10][11]

Trotz des großen Einflusses der Katholischen Kirche auf die italienische Gesellschaft, konnten in den 70er Jahren bedeutende Reformen verabschiedet werden. 1970 wurde die Ehescheidung per Gesetz erlaubt. Das Gesetz musste einer Volksabstimmung unterzogen werden, welche die Befürworter der Ehescheidung deutlich gewannen (59,3 % bei einer Wahlbeteiligung von 87,7 %). Im Jahr 1979 wurde die Abtreibung legalisiert. Im Jahr 1984 wurde ein neues Konkordat mit der Kirche unterzeichnet: Der Katholizismus verlor dadurch den Status als Italiens Staatsreligion.

Nach dem Krieg erlebte auch Italien sein Wirtschaftswunder (miracolo economico). In den Jahren 1959, 1960, 1961, 1962 wuchs das Bruttosozialprodukt um respektive 6,4, 5,8, 6,8 und 6,1 Prozent. Auch die 1980er wurden von einem außerordentlichen Wachstum gekennzeichnet. 1987 kündigte die Regierung Craxi den sorpasso an: Italien hatte das Vereinigte Königreich an Wirtschaftsleistung überholt und war nun zur fünftgrößten Wirtschaftsnation der Welt aufgestiegen.[12] [13][14]

Der Boom blieb hauptsächlich auf den Norden bzw. die Mitte Italiens beschränkt. Viele Süditaliener mussten nach wie vor ihre Heimat verlassen, um Arbeit zu finden, und ins europäische Ausland (besonders Deutschland, Schweiz, Belgien und Frankreich) oder in die norditalienischen Regionen auswandern.

Gleichzeitig verschlechterte sich die Lage der öffentlichen Haushalte dramatisch. Die Staatsverschuldung etwa verdoppelte sich im Laufe der 1980er Jahre. Die Inflation blieb immer relativ hoch, verglichen mit der Bundesrepublik Deutschland, die Währung wurde aus Wettbewerbsgründen abgewertet.

Nach dem Ende des Kalten Krieges

Die erste Hälfte der 90er Jahre ist von wichtigen Ereignissen gekennzeichnet.

Im Kampf gegen das organisierte Verbrechen gelang es dem Staat bedeutende Erfolge einzufahren. Nach den Attentaten gegen die Staatsanwälte Giovanni Falcone und Paolo Borsellino wurden die Gesetze noch einmal verschärft.

Finanziell stand Italien vor dem Kollaps. Dies veranlasste die Regierung unter Giuliano Amato zu einem radikalen Sparkurs. Als äußerste Maßnahme wurden sämtliche Bankkonten einer einmaligen Sonderbesteuerung unterworfen. Die Regierung Ciampi setzte den Sparkurs fort. Im Zuge der Sanierung der Staatsfinanzen machte man sich an eine Privatisierung der zahlreichen, durch politische Patronage korrumpierten Staatsbetriebe.

Am bedeutendsten waren die Umwälzungen auf politischer Ebene. Ab 1992 erfolgte durch die Aufdeckung von Korruptions- und Parteifinanzierungsskandalen Tangentopoli und Mani pulite eine grundlegende Neuordnung der Parteienlandschaft. Die Christdemokraten, die Sozialisten, die Liberalen und die Republikaner, die das Land vierzig Jahre lang geführt hatten, hörten auf als eigenständige Parteien zu existieren. Gleichzeitig stürzte der Zusammenbruch des Ostblocks die Kommunisten in eine tiefe ideologische Krise. Aus der KPI gingen die als sozialdemokratisch auftretende PDS (Partito Democratico della Sinistra) sowie zahlreiche kommunistische Neugründungen hervor. Im Norden des Landes wurde der Unmut der Bevölkerungen über die korrupte Politik von der damals sezessionistisch auftretenden Lega Nord angesprochen.

Der Ausgang der Parlamentswahlen 1994, bei denen erstmals ein gemischtes Mehrheits- und Proporzwahlrecht mit Sperrklausel Anwendung fand, war gänzlich ungewiss. Überraschend deutlich konnte sich die Koalition des Baulöwen und Medienmoguls Silvio Berlusconi behaupten. Seine Partei, Forza Italia, nur ein paar Monate vor dem Wahltermin gegründet, wurde auf Anhieb stärkste Kraft. Sein Bündnis mit der Lega Nord und der Nationalen Allianz, die aus dem postfaschistischen Movimento Sociale Italiano hervorging, ging nach nur wenigen Monaten in die Brüche. Die einberufene Technikerregierung unter Lamberto Dini verabschiedete eine wichtige Rentenreform.

Die Wahlen von 1996 konnte eine Mitte-links-Koalition unter Führung des ehemaligen Christdemokraten Romano Prodi für sich entscheiden. In der Regierung Prodi I (1996–1998) gab es erstmals in der Geschichte Italiens (reform-) kommunistische Minister. Prodis strikter Sparkurs ebnete Italien den Weg zum Euro. Von seinen Verbündeten verlassen musste er zurücktreten und Massimo D'Alema bzw. Giuliano Amato den Vortritt lassen.

Die Wahlen 2001 konnte Berlusconis Bündnis Casa delle Libertà für sich entscheiden. Nach fünf Jahren Amtszeit wurde er abgewählt und musste sich erneut Romano Prodi geschlagen geben. Mitte Mai 2006 wurde dann auch mit Giorgio Napolitano der Kandidat Romano Prodis zum Präsidenten der Republik gewählt, mit dem zum ersten Mal ein ehemaliges Mitglied der KPI dieses Amt einnimmt.

Auf der Ebene der Gemeinden, Provinzen und Regionen gab es etliche wegweisende Reformen, die die Regierungsarbeit auf diesen Ebenen nachhaltig verbesserten. Zu zahlreichen Neuerungen kam es auf der nationalen Ebene in der Verwaltung und in der Ministerialbürokratie. Bemerkenswert sind auch die 1997 eingeleiteten Reformen der Streitkräfte, die im Juni 2005 durch die Aussetzung der Wehrpflicht professionalisiert wurden. Auf eine von allen Seiten als notwendig erachtete Verfassungsreform zur Stärkung der Regierung, zur Verbesserung der parlamentarischen Arbeit und zur Einführung einer Vertretung der Gebietskörperschaften konnte man sich trotz verschiedener Versuche bisher noch nicht einigen.

Die italienischen Staatsfinanzen leiden weiterhin an einer extrem hohen Steuerhinterziehung (je nach Schätzung 20-30% des BIP), an mehr und mehr demografisch bedingt zunehmenden Finanzlasten im Gesundheitswesen und in der Altersversorgung, sowie an einer zu zentralistisch gesteuerten Finanzierung der Regionen, Provinzen und Gemeinden. Diese Probleme und die Zinslast auf die hohen Staatsschulden bedingen eine allgemein als zu hoch empfundene Steuer- und Abgabenlast, die sich negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung und auf ausländische Investitionen auswirkt. Als problematisch wird hier auch die Schwerfälligkeit der italienischen Justiz und Verwaltung angesehen.

Die Wirtschaft ist nach wie vor regional sehr unterschiedlich entwickelt: In Norditalien herrscht fast Vollbeschäftigung und in Mittelitalien gingen die Arbeitslosenzahlen zurück. Die strukturellen Probleme Süditaliens sind weitgehend ungelöst – die Wirtschaftskraft erreicht nur 70% des EU-Durchschnitts. Als besonders negativ gilt dort noch immer der Einfluss der organisierten Kriminalität auf das Wirtschaftsleben.

Seit dem Anfang der 1990er Jahre ist das ursprüngliche Auswanderungsland Italien mit einem wachsenden Zuzug von Ausländern konfrontiert. Im Jahr 1991 zählte das nationale Statistikinstitut ISTAT noch 625.034 ausländische Bürger, Ende 2009 waren es rund 4.279.000.[15]

Ereignisse seit 2008

Im Januar 2008 zerfiel das von Romano Prodi geführte Mitte-links-Bündnis, nachdem sich der Koalitionspartner UDEUR aus dem Bündnis zurückgezogen hatte. Prodi erhielt bei der Vertrauensfrage vor dem italienischen Parlament nicht die nötige Mehrheit und verkündete nach nur 20 Monaten im Amt seinen Rücktritt. Staatspräsident Giorgio Napolitano beauftragte daraufhin den Senatspräsidenten Franco Marini mit der Bildung einer Übergangsregierung. Ziel dieser Regierung sollte eine Reformierung des Wahlrechts sein.[16] Allerdings gelang es Marini nicht, die von Berlusconi geführte Opposition zu einer Beteiligung an der Regierung zu bewegen, weshalb dieser das Mandat zur Regierungsbildung am 4. Februar 2008 wieder zurückgab.[17] Daraufhin sah sich Staatspräsident Napolitano gezwungen, beide Kammern des Parlaments am 6. Februar aufzulösen und Neuwahlen am 13. und 14. April 2008 auszuschreiben.[18]

Aus diesen ging mit 46,8 % der abgegebenen Stimmen zur Wahl der Abgeordnetenkammer und 47,3 % zur Wahl des Senats Silvio Berlusconis neues Wahlbündnis Popolo della Libertà - Lega Nord - Movimento per l’Autonomia als klarer Sieger hervor und konnte in der 16. Legislaturperiode mit einer ausreichenden Mehrheit in beiden Parlamentskammern die Regierung bilden. Die vierte Regierung Silvio Berlusconis wurde am 8. Mai 2008 vereidigt; ihr gehörten 13 Minister mit und zehn Minister ohne Geschäftsbereich an. Unter den insgesamt 23 Ministern waren fünf Frauen.[19]

Auch Italien wurde von der Finanzkrise getroffen. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte bereits im Jahr 2008 um 1%, im Jahr 2009 um weitere 5%. Dank seines Bankensystems und der niedrigen Verschuldung der italienische Privathaushalte konnte sich das Land vorerst[20] im Trubel der Krise abseits halten,[21] wurde aber im Laufe des Jahres 2011 ebenfalls von der Eurokrise erfasst.

Angeführt vom Präsidenten des Abgeordnetenhauses Gianfranco Fini verließen seit Mitte 2010 zahlreiche Parlamentarier Berlusconis Koalition, bis dieser im November 2011 über keine eigene Mehrheit mehr im Abgeordnetenhaus verfügte. Diese Tatsache und die Zuspitzung der Eurokrise bewogen Silvio Berlusconi am 12. November 2011 zum Rücktritt. Staatspräsident Napolitano beauftragte daraufhin den parteilosen und ehemaligen EU-Kommissar Mario Monti mit der Bildung einer neuen Regierung, die seit dem 16. November amtiert. Unter den 17 Ministern sind drei Frauen, die das Innen-, Justiz- und Arbeitsministerium führen.

Staats- und Regierungschefs Italiens

Siehe auch

Literatur

  • Girolamo Arnaldi: Italien und seine Invasoren. Vom Ende des Römischen Reiches bis heute. Wagenbach, Berlin 2005, ISBN 3-8031-3617-2.
  • Wolfgang Altgeld: Kleine italienische Geschichte. Reclam, Stuttgart 2004, ISBN 3-150-10558-7.
  • Giulia Brogini Künzi: Italien und der Abessinienkrieg 1935/36. Kolonialkrieg oder Totaler Krieg? Schöningh, Paderborn 2006, ISBN 3-506-72923-3.
  • Stefan Breuer: Nationalismus und Faschismus. Frankreich, Italien und Deutschland im Vergleich. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2005, ISBN 3-534-17994-3.
  • Anne Bruch: Italien auf dem Weg zum Nationalstaat. Giuseppe Ferraris Vorstellungen einer föderal-demokratischen Ordnung. Krämer, Hamburg 2005, ISBN 3-89622-077-2.
  • Martin Clark, Modern Italy, 1871 to the Present, 3. Auflage, Pearson Longman, Harlow u.a. 2008, ISBN 978-1-405-82352-4.
  • Furio Durando u. a.: Magna Graecia. Kunst und Kultur der Griechen in Italien, Hirmer, München 2004, ISBN 3-7774-2045-X.
  • Moses I. Finley: Das antike Sizilien. Von der Vorgeschichte bis zur arabischen Eroberung. Dtv, München 1993, ISBN 3-423-04592-2.
  • Daniel Glowotz: Byzantinische Gelehrte in Italien zur Zeit des Renaissance-Humanismus. Wagner, Schneverdingen 2006, ISBN 3-88979-110-7.
  • Elke Goez: Geschichte Italiens im Mittelalter. Primus Verlag, Darmstadt 2010, ISBN 978-3-8967-8678-4. (Rezension)
  • Regine Igel: Terrorjahre. Die dunkle Seite der CIA in Italien. Herbig, München 2006, ISBN 3-7766-2465-5.
  • Bernd Rill: Sizilien im Mittelalter. Das Reich der Araber, Normannen und Staufer. Belser, Stuttgart 1995, ISBN 3-7630-2318-6.
  • Volker Reinhardt: Geschichte Italiens. Von der Spätantike bis zur Gegenwart. Beck, München 2003, ISBN 3-406-50284-9.
  • Lutz Klinkhammer: Zwischen Bündnis und Besatzung. Das nationalsozialistische Deutschland und die Republik von Salò 1943–1945, Niemeyer, Tübingen 1993.
  • Dieter Münch: Einführung in die politische Geschichte Italiens. 1943–2009. Baltic Sea Press, Rostock 2009.
  • Regine Wagenknecht: Judenverfolgung in Italien. 1938–1945; „Auf Procida waren doch alle dunkel“. Edition Parthas, Berlin 2005, ISBN 3-936324-22-0.
  • Rudolf Lill: Geschichte Italiens in der Neuzeit. WBG, Darmstadt 1986(3), ISBN 3-534-06746-0.
  • Michael Seidlmayer: Geschichte Italiens. Vom Zusammenbruch des Römischen Reiches bis zum ersten Weltkrieg. Mit Beiträgen von Theodor Schieder
  • Jens Petersen: Italien als Republik: 1946–1987. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1989, ISBN 3-520-34102-6.
  • Neil Christie: From Constantine to Charlemagne. An Archaeology of Italy, AD 300-800, Bodmina: Ashgate Publishing, Ltd. 2006.

Weblinks

  • Immagini di storia: Bildersammlung zur italienischen Geschichte von der Spätantike bis zum 20. Jahrhundert. Die Bilder sind meist kommentiert, allerdings in italienischer Sprache.

Einzelnachweise

  1. Giovanni Muttoni, Giancarlo Scardia, Dennis V. Kent, Enrico Morsiani, Fabrizio Tremolada, Mauro Cremaschi, Carlo Peretto: First dated human occupation of Italy at ~0.85 Ma during the late Early Pleistocene climate transition, in: Earth and Planetary Science Letters 307 (2011) 241–252.
  2. Jacob Burckhardt: Die Kultur der Renaissance in Italien. Bearb. v. Walter Goetz. 12. Auflage. Kröner, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-520-05311-4. Burckhardt kennzeichnet die Italiener der beginnenden Renaissance als ein „noch halb antikes Volk.“
  3. Burckhardt a.a.O. Darin: Die Republiken: Venedig und Florenz.
  4. Varietätenlinguistik des Italienischen, S. 7, Prof. Dr. Maria Lieber, TU Dresden, WS 2009/2010
  5. Karl-Heinz Frieser (Hrsg.): Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg Band 8, die Ostfront 1943/44. Der Krieg im Osten und an den Nebenfronten, München 2007, ISBN 978-3-421-06235-2, S. 1161
  6. Morti e dispersi per cause belliche negli anni 1940-45, Istituto Centrale di Statistica, Rom 1957
  7. Carlo Moos: Ausgrenzung, Internierung, Deportationen, Antisemitismus und Gewalt im späten italienischen Faschismus (1938–1945), Chronos Verlag, Zürich 2004, ISBN 3-0340-0641-1
  8. Schlappheit und Schlendrian Die Zeit, 16. Januar 1976
  9. a b Gunther Latsch: Die dunkle Seite des Westens. In: Der Spiegel. Nr. 15, 11. April 2005, S. 48–50.
  10. Karl Hoffmann: Vor 25 Jahren: Bomben-Anschlag im Bahnhof von Bologna. In: Deutschlandfunk. 2. August 2005, abgerufen am 20. Juli 2008.
  11. Daniele Ganser: Nato-Geheimarmeen und ihr Terror. In: Der Bund. Bern 20. Dezember 2004, S. 2 ff. (PDF, ethz.ch, abgerufen am 20. Juli 2008).
  12. Craxi will nicht weichen Die Zeit, 27. Februar 1987
  13. Italien: Das Wunder Die Zeit, 7. August 1987
  14. Madonna, was ist passiert in bella Italia? Der Spiegel, 3. August 1987
  15. Projekt Migranten, S. 7
  16. Tagesschau: Franco Marini: Die letzte Hoffnung der Linken (nicht mehr online verfügbar) vom 30. Januar 2008.
  17. Tagesschau: Neuwahlen in Italien rücken näher (nicht mehr online verfügbar) vom 4. Februar 2008.
  18. Sciolte le Camere, si vota il 13 e 14 aprile Corriere della Sera, 6. Februar 2008
  19. Stol.it über die Regierung Berlusconis
  20. Model economy? Consider Italy The Globe and Mail, 18. Mai 2009
  21. Italien hält sich im Trubel abseits Handelsblatt, 11. Februar 2010

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