Geschichte Simbabwes
Karte von Simbabwe
Spuren der Steinzeit: Felszeichnungen der San
Besucher in Groß-Simbabwe
Shona-Gehöfte

Die Geschichte Simbabwes beschreibt die Geschichte auf dem Gebiet des heutigen Staates Simbabwe von den Anfängen bis heute.

Inhaltsverzeichnis

Steinzeit

Bis um die Zeitenwende war das heutige Hochland von Simbabwe von steinzeitlichen Jägern und Sammlern bewohnt, die zu den Khoisan-Völkern gehörten. Ihre späte Steinzeitkultur unterschied sich von der Jungsteinzeit anderer Regionen durch das völlige Fehlen von Töpferei, Ackerbau und Viehzucht. Diese übernahmen die Khoikhoi erst von den eisenzeitlichen Einwanderern, den San.

Eisenzeit

Probleme der Forschung

Schriftliche Aufzeichnungen sind bisher erst seit dem Eintreffen der Portugiesen um 1500 n.Chr. verfügbar. Ältere arabische Aufzeichnungen aus der Region existieren, allerdings hat der wichtigste Autor, Al Masudi aus dem 10.Jh. wohl nur notiert, was ihm an der Küste über das Hinterland berichtet wurde. Daher wurde das Geschehen davor vor allem aus archäologischen Funden rekonstruiert, die verlässlicher sind als mündliche Überlieferungen.

Gesamtafrikanischer Kontext

Nach den archäologischen Funden wurde die Eisenverhüttung in Afrika (ob gleichzeitig oder gar vor anderen Weltregionen sei dahingestellt) in der Sahelzone erfunden und dann von den Bantu im heutigen Kamerun übernommen und mit ihrer Expansion ins östliche und südliche Afrika getragen. Am Sambesi und am Okavango kam sie in den Jahrhunderten um die Zeitenwende an. Neben diesem anschließend ausführlicher dargestellten Bild gibt es auch die Ansicht, die Bantu hätten erst um die Wende vom ersten zum zweiten Jahrtausend den Sambesi erreicht. Nach beiden Theorien war das Hochland von Simbabwe von Bantu besiedelt, als zwischen 1200 und 1450 Groß-Simbabwe seine Blütezeit hatte.

Früheisenzeitliche Kultur

Um die Zeitenwende begannen Bantuvölker aus Ostafrika, sich über den Sambesi nach Süden auszubreiten. Sie brachten eine früh-eisenzeitliche Kultur mit sich, zu der auch Töpferei, Landwirtschaft und Viehzucht gehörten, allerdings im Wesentlichen Schafe und Ziegen, kaum Rinder. Mabveni, die erste eisenzeitliche Siedlung aus dem späten 2. Jahrhundert, wurde im Hochland von Simbabwe gefunden. Um 1000 nach Chr. hatten sie sich auf das gesamte Hochland ausgedehnt. Während der Einwanderung der Bantu scheinen in der Gegend ansässige Khoikhoi die Viehzucht von ihnen übernommen zu haben.

Eisenzeitliche Kultur

Eine zweite Bantueinwanderung mit fortgeschrittenerer Eisenzeitkultur hinterließ Mitte des ersten Jahrtausends Spuren am oberern Sambesi. Diese Menschen scheinen westlich am Hochland von Simbabwe vorbei an den Limpopo gezogen zu sein. Dort entstand im 9. und 10. Jahrhundert eine Kultur mit großen Siedlungen von mehreren Tausend Einwohnern (u. a. Musina). Kurz vor der Jahrtausendwende erfuhr diese Kultur einen Niedergang, möglicherweise durch ökologische Erschöpfung der Region. Anscheinend verließ ein großer Teil der Bewohner das Limpopogebiet und breitete sich im 10. bis 15. Jh. von Südwesten her über das Hochland von Simbabwe aus.

Sie werden von mehreren, aber nicht allen Historikern als Vorfahren der heutigen Shona angesehen, die ungefähr 80 % der heutigen Bevölkerung ausmachen. Sie brachten eine Kultur später Eisenzeit mit sich und betrieben außer Ackerbau in großem Maße Rinderzucht. An den Rändern des Hochlandes führte die Rinderzucht zu Transhumanz. Die Stadt Simbabwe und andere Dauersiedlungen lagen auf dem weniger malariaverseuchten Hochland, wo in der sommerlichen Regenzeit Ackerbau betrieben wurde. In der Trockenzeit wurden die Rinder nach Möglichkeit in das kaum besiedelte Tiefland getrieben, wo reichlich trockenes Gras zur Verfügung stand.

Africae tabula nova 1570:
Hafenstadt Cefala = Sofala,
Manich = Manica,
Simbaoe = Groß-Simbabwe,
Zuama = Sambesi; fast alle großen Flüsse Afrikas entfließen in dieser Karte demselben zentralen See.

Es entstanden teils nacheinander, teils parallel mehrere Staaten. Groß-Simbabwe bei Masvingo, der größte Komplex alter Steinbauten in Afrika südlich des Äquators, wird als erstes Zentrum des Mutapa-Reiches angesehen, dessen Macht damals bis an die Küste reichte und auch nördlich und südlich über das heutige Simbabwe hinausging. Khami, ein ähnlich großer Komplex von Gemäuern 7 km westlich von Bulawayo entstand zunächst parallel und war später Zentrum des Torwa-Reiches.

Um 1450 wurde die Groß-Simbabwe verlassen, wahrscheinlich weil die Bevölkerungskonzentration das Land ausgelaugt hatte. Der Mutapa-Staat verlagerte sein Zentrum nach Norden und verlor seine Vormachtstellung an den Torwa-Staat. Neues Zentrum wurde für etwa 200 Jahre dessen Hauptstadt Khami. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde der Torwa-Staat von der Changamire-Dynastie übernommen. Kurz davor oder danach wurde Danangombe (Dhlodhlo) zur Hauptstadt.

Die Shona-Staaten hatten rege Handelsbeziehungen mit Swahili sprechenden Händlern entlang der Küste des indischen Ozeans. Man handelte Gold, Elfenbein und Kupfer gegen Tuch und Glas, der Fernhandel reichte bis China (Bodenfunde). Es existierte eine örtliche Textilproduktion und ihre Erzeugnisse hatten hohen Prestigewert. Diese konnte sich aber wegen der Verwendung von Webstühlen, die gegenüber anderen zeitgenössischen Modellen technisch veraltet waren, nicht dauerhaft gegen die Konkurrenz von importierten Tuchen behaupten.

Neuzeit

Das Matabele-Reich 1887, am Vorabend der Kolonisation.

Im Laufe des 15. Jahrhunderts konkurrierten islamische und portugiesische Händler um Einfluss an den Königshöfen. Als Portugal die mosambikanische Küste zu seiner Kolonie machte und den swahilischen Küstenhandel unterband, verlor das Shona-Reich seine führende Bedeutung. Im 17. Jh. wanderten die aus dem Kongo-Gebiet stammenden militärisch straff organisierten Nguni-Völker in das Gebiet südlich des Sambesi ein, am bekanntesten die Zulu in Südafrika. Im heutigen Simbabwe war es das Nguni-Volk der Ndebele (Matabele) die 1835 unter ihrem König Mzilikazi das Land eroberten und die Shona unterwarfen. Der letzte Shona-Staat der Changamire-Dynastie war durch Bürgerkriege geschwächt und wurde von den neuen Akteuren der Politik, afrikanischen wie europäischen, einfach übergangen. Das Gebiet des Matabelereichs war fast deckungsgleich mit dem der heutigen Republik Simbabwe. Hauptstadt war Bulawayo.

Weiße Herrschaft

Landklassifikation bis 1979:
weiß = Farmland in weißer Hand
pink = Farmland in afrikanischer Hand
blau = traditionelle afrikanische Landwirtschaft

Seit Gründung ihrer Niederlassungen an den Küsten Angolas und Mosambiks hatten die Portugiesen das Binnenland des südlichen Afrika von der West- bis zur Ostküste beansprucht, ohne diesen Herrschaftsanspruch ernsthaft durchzusetzen. Im 19. Jahrhundert stellten Händler, Jäger und Missionare der Briten (vgl. David Livingstone) und Kapholländer (Buren) die portugiesische Herrschaft im Binnenland unter Verweis auf das Fortbestehen des arabischen Sklavenhandels infrage und begannen, auch in das Gebiet nördlich des Limpopo einzugreifen.

1888 erwarb der britische Kolonialpolitiker Cecil Rhodes, vom Ndebele-König Lobengula Schürfrechte. 1889 erhielt Rhodes eine Lizenz für die British South Africa Company, mit der er sich 1893 – durch Abteilungen der Kappolizei und angeheuerte Abenteurer unterstützt – das Matabele-Königreich und Gebiete nördlich des Sambesi zu Eigen machte (siehe auch unten). Er trieb die Besiedlung sowie die Edelmetall- und Mineralverarbeitung voran. Sowohl die Ndebele als auch die Shona unternahmen 1896–1897 erbitterte, aber erfolglose Aufstände gegen die europäische Kolonisierung.

1911 wurde Rhodes' Territorium geteilt: in Nordrhodesien (jetzt Sambia) und in Südrhodesien, das 1922 eine selbstverwaltete britische Siedlungskolonie wurde. 1930 wurde das Land in weiße und schwarze Siedlungsgebiete aufgeteilt und so die afrikanische Landwirtschaft in ertragsarme Gebiete verdrängt. 1950 gründete Joshua Nkomo die National Democratic Party, die für eine völlige Unabhängigkeit des Landes kämpfte. 1953 wurden die beiden Teile Rhodesiens wieder vereinigt und mit Njassaland, heute Malawi, zur Föderation von Rhodesien und Njassaland unter Führung von Roy Welenski verbunden. Nach der Auflösung der Föderation 1963 verlangten die in Südrhodesien ansässigen Weißen, unterstützt von der Apartheids-Regierung Südafrikas, ihre Unabhängigkeit (Rhodesien 1964).

Die einseitige Unabhängigkeitserklärung Rhodesiens

Während im benachbarten Nordrhodesien und Njassaland schwarzafrikanische Mehrheitsregierungen die Macht ergriffen, erklärte eine weiße Minderheitsregierung unter Ian Smith am 11. November 1965 einseitig die Unabhängigkeit. Großbritannien bezeichnete die Erklärung zwar für illegal, setzte aber keine gewaltsame Wiederherstellung der alten Zustände durch. Die Mehrzahl der afrikanischen politischen Führer ging darauf ins sambische Exil oder wurde von der weißen Regierung inhaftiert. Als Verhandlungen 1966 und 1968 scheiterten, verlangte Großbritannien von den Vereinten Nationen Wirtschaftssanktionen gegen Rhodesien. Die weiße Minderheitsregierung rief 1970 die Republik aus. Diese wurde von keinem Staat der Welt außer der Republik Südafrika anerkannt.

Das Zensuswahlrecht Rhodesiens orientierte sich im Gegensatz zu Südafrika nicht direkt an der Hautfarbe, sondern an Einkommen und Bildung. Unabhängig von der Hautfarbe war jeder, der das Registrierungsformular ausfüllen konnte und ein bestimmtes Einkommensniveau erreichte, war wahlberechtigt. Es bestanden zwei getrennte Wählerverzeichnisse A und B, wobei für B eine niedrigere Einkommensgrenze bestand. Unabhängig von der Zahl der Wähler waren für A 50 und für B nur 15 Abgeordnete vorgesehen. Die Zahl der für B vorgesehenen Sitze sollte zwar proportional mit der von der Steueraufkommen ihrer Wahlberechtigten mit der Zeit steigen, die Anforderungen waren aber so hoch angesetzt, dass eine Machtübernahme der schwarzen Mehrheit „nicht innerhalb von tausend Jahren“ stattfinden sollte (realistische Prognosen gingen davon aus, das dieser Fall etwa zwischen 2030 und 2070 hätte zustandegekommen wäre). Tatsächlich waren stets nur einige tausend Afrikaner registriert, obwohl theoretisch mehrere zehntaused wahlberechtigt gewesen wären.[1]

In Rhodesien herrschte keine Apartheid; die afrikanische Bevölkerung war in Wirtschaft und Verwaltung eingebunden und stellte die Mehrheit der Berufsoldaten (Offiziere erst ab 1977) und der paramilitärischen Polizei, Wehrpflicht bestand aber nur für Weiße.[2]

Buschkrieg und Unabhängigkeit (1970–1980)

Unmittelbar nach der Unabhängigkeitserklärung 1965 begannen die Rebellen von ZANU und ZAPU mit einem Guerillakampf gegen die weiße Regierung. Die militäischen Erfolge der wenigen und unerfahrenen Kämpfer waren zunächst gering, erst ab 1972 weiteten sich die Kämpfe aus, die Rebellen erhielten Unterstützung aus der Sowjetunion, der Volksrepublik China und Nordkorea. Die gut ausgebildeten und disziplinierten rhodesischen Streitkräfte konnten die Angriffe aber jahrelang mühelos abwehren. Verhandlungen, die zu einer friedliche Lösung des Konflikts und zu einer Machtbeteiligung der afrikanischen Bevölkerung führen sollten, scheiterten.[3]
Ab Mitte der 1970er Jahre begann sich die Situation für die Weißen zu verschärfen: Die Unabhängigkeit Mosambiks bot den Rebellen einen zusätzlichen Rückzugraums, die Beziehungen zu Südafrika kühlten sich merklich ab, und auch der Guerillakrieg verschärfte sich zunehmend. Zwar konnten die Regierungstruppen weiterhin den größten Teil des Landes unter Kontrolle halten, allerdings war die rhodesische Wirtschaft den Auswirkungen des Krieges nicht länger gewachsen. Die Kriegskosten stellten eine immer größere Belastung für den Staatshaushalt dar, während gleichzeitig die wichtige Landwirtschaft unter Arbeitskräftemangel und Sabotageakten litt. Die Regierung erkannte, das der Krieg militärisch nicht mehr zu gewinnen war, und nahm Verhandlungen mit moderaten afrikanischen Führern auf, die nicht am Guerillakrieg beteiligt waren, um den Krieg im Rahmen einer Internal Settlement (dt. etwa „interne Einigung“) ohne Einbeziehung der Guerillas und ohne die Beteiligung des Auslandes zu beenden.[3]

Im März 1978 unterzeichnete Smith eine Vereinbarung mit drei schwarzen Führern unter Bischof Abel Muzorewa zur Bildung einer Übergangsregierung. Diese sollte auf eine baldige Konfliktlösung zugunsten der Europäer hinarbeiten, was in Anbetracht des weiterhin eskalierenden Guerillakriegs jedoch illusorisch war.

Muzorewa genoss die Unterstützung Smiths, der weißen Minderheitenregierung Südafrikas und der USA, während es ihm für bedeutende Anteile der afrikanischen Bevölkerung an Glaubwürdigkeit mangelte. So geriet die Regierung Muzorewa bald ins Wanken. 1979 lud die britische Regierung alle Beteiligten ins Lancaster House um eine Verhandlungsregelung im Bürgerkrieg zu erreichen: (Lancaster House Agreement). Nach der Konferenz in London (1979–1980), wurde der britische Lord Soames zum bevollmächtigten Kontrolleur über die Entwaffnung der revolutionären Guerilleros, die Durchführung von Wahlen und die Entlassung in die Unabhängigkeit ernannt. Viele westliche Beobachter rechneten zu diesem Zeitpunkt mit einer Koalitionsregierung unter Joshua Nkomo, dem politisch erfahrenen Führer der ZAPU, die sich allerdings wesentlich auf die zahlenmäßig unterlegene Volksgruppe der Ndebele stützte. In den freien Wahlen vom Februar 1980 errang jedoch Mugabe den Sieg, dessen ZANU ihren Rückhalt v. a. unter den zahlenmäßig dominierenden Shona hatte, und begründete damit seine andauernde Karriere als maßgeblicher Lenker Simbabwes. Etwa die Hälfte der bis dahin über 200.000 Weißen verließ in den folgenden Jahren das Land. US-Präsident Jimmy Carter begrüßte 1980 die Wahl des ZANU-Führers Robert Mugabe zum Premierminister und Nachfolger von Ian Smith.

Aufbau und Neuorientierung 1980–1990

Im Oktober 1981 kam es zu landesweiten Streiks von über 1.000 Krankenpflegerinnen und Lehrern, 200 von ihnen wurden verhaftet oder erhielten Bewährungsstrafen.

Am 18. Dezember 1981 explodiert in der Parteizentrale der ZANU eine Bombe und tötet sechs Menschen und verletzt mehr als 100.

Anfang Februar 1982 werden von den Sicherheitskräften der ZANU mehrere Waffenlager entdeckt, die nach Angaben des Staatsministers Muangagwa, von der ZAPU angelegt wurden. Aus diesem Grund werden am 17. Februar 1982 der zum Präsidenten ernannte Joshua Mqabuko Nyongolo Nkomo und zwei weitere Minister wegen des Plans einer Verschwörung aus dem Kabinett entlassen. In Folge der Regierungskrise brechen heftige Kämpfe (sog. Gukurahundi) zwischen ZAPU-Unterstützern (sog. Dissidents) im Ndebele-sprachigen Landesteil und der herrschenden ZANU aus. Die Regierung ging von einer heimlichen Beteiligung Südafrikas an den Unruhen aus und handelte entsprechend streng.

Am 4. März 1982 verlassen neun weiße Abgeordnete der Republikanischen Front (RF) ihre Fraktion, um als Unabhängige im Parlament mit der Regierung zu kooperieren. Nach einer Kabinettsumbildung werden zwei Abgeordnete der RF am 16. April 1982 zu Ministern ernannt.

Am 18. April 1982 wird die Hauptstadt Salisbury in Harare umbenannt.

1987 erfolgten „Strafexpeditionen“ der Regierung Mugabe (ZANU) nach Nord- und Süd-Matabeleland gegen die konkurrierende ZAPU-Bewegung mit zahlreiche Zivilopfern. Verhandlungen über einen Friedensvertrag erbrachten dann 1987 die Vereinigung mit der ZAPU zur ZANU-PF (1988).

Auf diese Art gestärkt, beschloss die Regierungspartei, die Wahlen von 1990 zu einer Abstimmung über die Einführung einer Einparteienregierung und die Verankerung des Sozialismus in der Verfassung zu machen. Trotz des für sie günstigen Ergebnisses wurde das Projekt aus Angst vor einer internationalen Kapitalflucht wieder abgesetzt und stattdessen IWF-unterstützte ökonomische Maßnahmen und Sparprogramme beschlossen. Nicht zuletzt wurde dieser Umschwung begründet durch die 1992 eingetretene, wahrscheinlich schlimmste Dürre des Jahrhunderts im südlichen Afrika, die Simbabwe so massiv traf, dass der nationale Notstand ausgerufen wurde.

Außenpolitik 1980–1989

Die USA versuchten ab 1980, die Beziehungen zu Simbabwe zu verbessern, das enge Beziehungen zur Sowjetunion unterhielt, und gaben zwischen 1981 und 1986 Hilfszahlungen von insgesamt 350 Millionen US-Dollar. Als Führer der Blockfreien-Bewegung übte Robert Mugabe stetig Kritik an den USA und unterstützte auch eine Resolution im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, die die US-Invasion in Grenada verurteilte, enthielt sich aber der Stimme bei der Verurteilung des sowjetischen Abschusses eines südkoreanischen Passagierflugzeugs. US-Präsident Ronald Reagan suspendierte im Juli 1986 ein US-Hilfsprogramm über 20 Millionen US-Dollar.

Am 8. August 1981 treffen mehr als 100 Militärberater aus Nordkorea ein, um eine Elitetruppe der Streitkräfte aufzubauen und auszubilden.[4]

Die ZAPU unterstützte Widerstandsgruppen des südafrikanischen African National Congress (ANC) beziehungsweise die Umkhonto We Sizwe. Südafrika reagierte am 25. Juli 1982 mit einem Bombenangriff auf den Luftwaffenstützpunkt Thornhill in Harare und zerstörte 10 Flugzeuge und beschädigte 5 schwer.[5][6]

Diktatur und Wirtschaftskrise 1990 – Gegenwart

Die gegenwärtige simbabwische Politik ist umstritten: Protest vor der Botschaft Simbabwes in London, 2005

Trotz der Mehrheitsregierung, die aber immer mehr die Züge einer persönlichen Diktatur annahm, hatten die Weißen – weniger als 1 % der Bevölkerung – aber 70 % des urbaren Landes zu kommerzieller Nutzung in den Händen. 1999 begann man, die Wiederverteilung zurück geführten Landes als ein lebenswichtiges Programm zu proklamieren. Auch um andere interne Schwierigkeiten zu überspielen (vor allem die starke Korruption von Verwaltung und Partei bei gleichzeitigen Entlassungen im öffentlichen Sektor), jedoch auch wegen der Agrarkrise, wurden die Weißen, die den größten Teil des Bruttosozialproduktes, sowie der Nahrungsmittel, erzeugten, von Robert Mugabe immer schärfer unter psychischen und physischen Druck gesetzt. Simbabwe wurde in diesem Zusammenhang wegen Verletzungen von Menschenrechten und der Verschiebung der Wahlen 2002 vom Commonwealth suspendiert. Die unabhängige Tageszeitung Daily News wurde verboten. Im Dezember 2003 trat das Land aus dem Commonwealth aus, nachdem es im Vorjahr wegen Wahlfälschung zeitweise ausgeschlossen worden war. Die wichtigste Oppositionspartei ist seit Mitte der 1990er Jahre die MDC (Movement for Democratic Change), die vor allem aufgrund der zunehmenden Unzufriedenheit ihre Basis stetig verbreitern konnte.

Infolge der Enteignungen, von korrupter Devisenbewirtschaftung und der aufrecht erhaltenen hohen Rate der Agrarexporte verschlechterte sich die soziale Lage, besonders auf dem Lande. Die Wirtschaft litt nicht zuletzt darunter, dass in Simbabwe eine HIV/AIDS-Pandemie wütet; nach Schätzungen der UN leidet ein Drittel der Bevölkerung daran.

Mitte der 1990er Jahre begann Präsident Mugabe eine Kampagne gegen Homosexualität, die er als unnatürlich und 'unafrikanisch' darstellt. Homosexuelle – die für Mugabe „minderwertiger als Schweine“ sind – können mit 10 Jahren Gefängnis bestraft werden. Angesichts seines hohen Alters wird mit seinem Rücktritt in näherer Zukunft und einem u. U. heftigen Machtkampf gerechnet, aber Mugabe will um jeden Preis regieren bis er stirbt und ist bereit, dieses Ziel mit Gewalt durchzusetzen. Per Gesetz ist jede Kritik an der Regierung verboten und Oppositionelle werden mit Gewalt verfolgt und unterdrückt.

Laut einer Dokumentation des britischen Senders BBC hat Mugabe im November 2001 so genannte Jugendbildungsstätten eröffnet, die in Wirklichkeit jedoch moderne Folterlager sein sollen. In diesen Lagern sollen nach Mugabes Vorstellungen alle Jugendlichen Simbabwes umerzogen werden, um gegen sämtliche politische Gegner vorgehen zu können. Der Sender behauptete, dass die Jugendlichen die Methoden der Folter lernen und sogar das Töten von Menschen anhand von Puppen. Einige wenige sollen sogar als Versuchspersonen dienen, die dauerhaft geschädigt aus den Lagern zurückkehren. Mugabe wolle durch diese Methoden die Jugend des Landes psychisch brechen und gefügig machen. Die Opposition solle dadurch noch schärfer bekämpft werden. Auch wenn diese Jugendcamps „nur“ eine Staatsjugend nach dem Vorbild von Komsomol und FDJ darstellen, ist dies eine typisch totalitäre Maßnahme.

Die „beschleunigte Landreform“ (fast-track land reform) seit 2000 entwickelte sich von einem Programm zur Landumverteilung von weißen Farmern zu landlosen schwarzen Bauern zu einer gewalttätigen Kampagne gegen die Opposition mit teils rassistischen Elementen. Nach Berichten der ARD werden die besetzten Farmen von Verwandten und Freunden Mugabes in Besitz genommen. Zusammen mit Dürreperioden trug sie zur anhaltenden Wirtschaftskrise und Nahrungsmittelknappheit im Land bei. Die Inflationsrate des Landes betrug 2007 fast 100.000 %, daraufhin verbot der Diktator Mugabe Preissteigerungen. Die „Operation Murambatsvina“, in deren Rahmen Slumsiedlungen niedergewalzt wurden, wurde international kritisiert.

Siehe auch

Quellen

  1. vereinfachte Darstellung zum rhodesischen Wahlrecht bei: Dolf Sternberger, Bernhard Vogel, Dieter Nohlen, Klaus Landfried (Hrsg.): Die Wahl der Parlamente und anderer Staatsorgane. Band II. Afrika: Politische Organisation und Repräsentation in Afrika. De Gruyter, 1978, ISBN 3-11-004518-4, S. 1627-1690.
  2. Martin Pabst: Simbabwe. C. H. Beck, München 1999, ISBN 3-40-639878-2, S. 63.
  3. a b Martin Pabst: Simbabwe. C. H. Beck, München 1999, ISBN 3-40-639878-2, S. 58–63.
  4. Fischer Weltalmanach. 1983, ISSN 0430-5973
  5. Dan Smith: Der Fischer-Atlas Kriege und Konflikte. Frankfurt a. M. 1997, ISBN 3-596-13637-7.
  6. K. O'Brien: Special Forces for Counter Revolutionary Warfare: the South African Case. ISSN 0959-2318

Literatur

Weblinks


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