Geschichte Āzarbāydschāns
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Inhaltsverzeichnis

Die Geschichte bis zum Mongoleneinfall

Aserbaidschan teilte bis ins 19. Jahrhundert die Geschichte der heutigen Kaukasusrepublik Aserbaidschan, welche noch bis zu Ende des 19. Jahrhunderts den Namen Aran trug. Es gehörte einst zum Reiche der Meder und dann zu dem der Perser. Der Name Āzārbāyjān ist eine Abart des altpersischen Namens Atropategan, benannt nach einem persischen Feldherren der Antike, dem das Gebiet einst unterstand.

Im Jahr 1030 zogen die Armeen der turkmenischen Stammesverbände der Seldschuken und ein wenig später andere Stämme Oghusen auf ihrem Wege nach Kleinasien durch Aserbaidschan, das zu diesem Zeitpunkt noch überwiegend iranisch war. Diese Türken gründeten verschiedene Herrschaftshäuser, die nur formal dem Kalifen von Bagdad unterstanden.

In den Jahren zwischen 1220 und 1223 fanden die ersten Einfälle der Mongolen Subutais in Aserbaidschan statt, und im Jahre 1243 eroberte der Mongolenführer Baidschu diese Gebiete.

Die Geschichte bis zu Timur-i Lenk

Um das Jahr 1256 errichtete der mongolische Feldherr Chülegü Khan das mächtige Ilchanat. Bis zum Jahre 1258 war ganz Persien und das Kalifat von Bagdad erobert und Aserbaidschan bildete den Kern dieses mongolischen Teilreiches.

Unter Chülegüs Urenkel Ghazan Ilchan (1295-1304) brach die Oberschicht mit den alten Traditionen: Sie lösten sich endgültig aus dem mongolischen Gesamtreich, entsagten dem Buddhismus und dem Christentum und übernahmen den sunnitischen Islam als neue Religion.

Mit dem Tode des letzten direkten Nachkommens Chülegüs, Abu-Said Ilchan, begann im Jahre 1335 der Verfall des Ilchanreiches. Die Herrschaft ging auf verschiedene Nebenlinien über, unter denen das Reich bis zum Jahre 1390 unterging.

Auf dem Gebiet des heutigen Aserbaidschan traten zwei turkmenische Stammesförderationen hervor, die aus verschiedenen türkischen Stammessplittern gebildet wurden und das Land entscheidend beeinflussen sollten: Die Schwarzen Hammel und die Weißen Hammel.

Beide Stammesgebiete gehörten später zum Reiche des Tatarenherrschers Timur-i Leng.

Die Geschichte bis zum frühen 20. Jahrhundert

Timur unterwarf 1402 das Gebiet des heutigen Aserbaidschan. Er hatte den Traum, das Reich Dschingis Khans zu erneuern. Doch mit seinem Tode im Jahre 1405 brach dieses Gewaltreich schnell auseinander und das Ilchanat wurde von den Erben Chülegüs (kurzfristig) erneuert. Da dieses Reich nie wieder zu seiner einstigen Größe zurückfand, ging die Zeit der mongolischen Ilchane im Jahre 1498 endgültig zu Ende und verschiedene Khanate und Sultanate traten an dessen Stelle.

Die Safawiyya und die Schiiten

Ein Perser namens Safi ud-Din war der Gründer des wohl zunächst auf sunnitischer Grundlage beruhenden Sufi-Ordens (Tariqa) der Safawiyya und wurde zum Stammvater der bedeutenden Safawiden-Dynastie, die im Iran bis zum Jahre 1736 herrschen sollte. Eng verbunden mit der Dynastie der Safawiden war ebenfalls der Orden der kurdischen Zahediyeh, aus dem die spätere Safawiyya hervorging, sowie die sogenannten Kizilbasch, eine - zum Teil radikale - schiitische Gruppierung in Anatolien und Ostiran.

Ismail Safawi gelang es schließlich, mit Hilfe der Kizilbasch Transkaukasien und das Reich der Schwarzen Hammel zu erobern. Täbris wurde nun zur Hauptstadt des neuen persischen Reiches.

Ab dem Jahre 1501 an nannte sich Ismail Schah-in Schah, eine Anspielung auf die antiken Perserreiche, und behauptete ebenfalls, sowohl ein Nachkomme Prophet Muhammads als auch der persischen Sassaniden zu sein. Die Militärmacht der Safawiden blieb aber fest in turkomanischer Hand. Die Kizilbasch bildeten weiterhin die Militäraristrokratie des Reiches.

Die schiitische Einflussnahme auf den zentralasiatischen Islam wurde jedoch vorerst vom damaligen Usbeken-Khan Muhammed Schaibani, einem Verwandten der alten Tschagatai-Herrscher bekämpft. Dieser hatte in Zentralasien die Nachfolge der Timuriden angetreten und gerade sein eigenes Herrscherhaus begründet: Die Schaibaniden-Dynastie. Der religiöse Einfluss der Safawiden auf dem Gebiet des Osmanischen Reiches wurde durch den Massenmord Selims I. an den anatolischen Kızılbaş gewaltsam verhindert, nachdem Ismail I. schon bei Tschaldiran von den Osmanen vernichtend geschlagen worden war.

Die Geschichte Āzarbāydschāns bis zum 20. Jahrhundert

Ab 1813 musste Persien als Folge der russisch-persischen Grenzkriege im Kaukasus die ehemalige persischen Provinzen Aran und Schirwan an die siegreichen Russen abtreten. Nachdem auch bestimmte osmanische Gebiete in der Region an die Russen fielen, kam es zu massiven Umsiedlungen von Armeniern - vor allem aus dem osmanischen Reich und aus Arrân - in die christlich-russisch besetzen Gebiete der ehemaligen persischen Provinz Armenien, sowie der turksprachigen Aserbaidschaner aus Armenien und anderen Gebieten in die nun von Russen besetze Provinz Arran. Somit waren die Aserbaidschaner als Volk zwischen zwei Staaten - Russland und Persien - geteilt. Um russische Gebietsansprüche gegen Persien zu erweitern, wurde die Provinz Arran (unter massiven Protesten Persiens) ebenfalls in Aserbaidschan umbenannt, während der südliche Teil, das historische Aserbaidschan, weiterhin in persischem Besitz blieb. Das nördliche (von Russland annektierte) Gebiet, die ehemalige Provinz Arran, bildet heute den souveränen Staat Aserbaidschan. Die südlichen Gebiete, das eigentliche Aserbaidschan, ist heute in 3 iranische Provinzen aufgeteilt (siehe: Aserbaidschan (Iran)).

Die Geschichte bis heute

Nach dem Zusammenbruch des Zaristischen Russlands (1917) und der Unabhängigkeit der jetzt Aserbaidschan genannten Republik wurde eine Vereinigung mit der iranischen Provinz Aserbaidschan angestrebt.

1918 wurde auch im iranischen Aserbaidschan die Unabhängigkeit von Persien und der Beitritt zur „Republik Groß-Aserbaidschan“ (Büyük Azärbaycan Cumhuriyäti) erklärt: Ziel der Republik war der Zusammenschluss mit der benachbarten Türkei.

Um jedoch Groß-Aserbaidschan vor Rückeroberungen der Russen und der Perser zu schützen, wurde von der aserbaidschanischen Volksvertretung beschlossen, fremde Truppen ins Land zu lassen: In Nordaserbaidschan marschierte - zum Teil unter dem Jubel der Bevölkerung - die Kaukasusarmee Enver Paschas ein, während die iranischen Gebiete unter die Kontrolle der Briten geriet, die nun als Statthalter des persischen Schahs anzusehen waren.

1920 erfolgte die Auflösung der Republik Groß-Aserbaidschan und die Machtverhältnisse von 1828 wurden wiederhergestellt. 1920 versuchte Scheich Mohammed Khiabani kurzfristig die iranische Provinz Aserbaidschan mit Hilfe der Roten Armee in der Unabhängigkeit zu halten: Parallel zur Iranischen Sowjetrepublik in Gilan rief er den Staat Azadistan (Land der Freien) aus, der allerdings nur sechs Monate später wieder unterging.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Aserbaidschan beeinflusst von der Politik des Reza Khan Pahlavi. Reza Khan kam aus einfachen Verhältnissen, der Vater war Fischer und seine Mutter Teppichknüpferin. Der Vater sparte sich das Geld vom Munde ab, um seinen Sohn auf eine Militärschule schicken zu können. Reza Khan trat der - vom zaristischen Russland aufgebauten - persischen Kavallerie bei. Dort wurde er in einem Eliteregiment, den persischen Kosaken, aufgenommen und stieg dort schnell auf: Reza Khan wurde einer der jüngsten Kosakenhetmane, die die persische Reiterei aufweisen konnte, nahm den persischen Titel Pahlavi („der Ruhmreiche“) an und wurde schließlich in den Rang eines Brigadegenerals der regulären Armee erhoben. Im Jahre 1921 nahm er an einem Staatsstreich teil, und das turkmenisch-kadscharische Herrscherhaus Persiens ernannte ihn zum Kriegsminister.

1923 wurde Reza Shâh zum Ministerpräsidenten Persiens ernannt. In dieser Eigenschaft setzte er im Jahre 1925 den letzten turkmenischen Kadscharen-Schah des Landes, Ahmed Schah, ab und bestieg als Reza Khan Pahlavi Schah-in Schah den Pfauenthron. Damit begründete er jene Dynastie, die im Iran bis zur islamischen Revolution des Jahres 1979 herrschte.

Im allgemeinen galt der neue Schah als Reformer und er suchte den engen Schulterschluss mit Atatürk. Nach dessen Vorbild begann er, den Iran für den Westen zu öffnen. Doch im Verlaufe des Zweiten Weltkrieges, er bezog nun offen Stellung gegen die alliierten Westmächte, musste er im Jahre 1941 auf Druck der USA zugunsten seines Sohnes Mohammed Reza Schah Pahlavi abdanken. Dieser krönte sich selbst zum Schah und wurde zum letzten Herrscher Irans. 1946 proklamierten die Aserbaidschaner wie die Kurden unter dem Schutz der Roten Armee einen eigenen Staat. Die Aserbaidschanische Volksregierung] ging ebenfalls wie die in Mahabad ausgerufene Republik Kurdistan 1946 wieder unter, nachdem die UdSSR sich wieder zurückgezogen hatte. Diese Ereignisse werden als Irankrise bezeichnet.

Mit dem Sturz des Schahs wurde auch in Āzarbāydschān - mit der Unterstützung der aserbaidschanischen Bevölkerung - das Islamische Recht eingeführt. Bis heute bilden aserbaidschanische Geistliche, unter anderen der jetzige iranische Staatspräsident Seyyed Alī Chāmene'ī, den Kern der Islamischen Republik.

Mit dem Fall der UdSSR forderten 1989 tausende von Aserbaidschanern (die westlichen Medien berichteten von rund 20.000 Teilnehmern) auf beiden Seiten der Grenzen die Wiedervereinigung beider Landesteile - gemessen an der Gesamtbevölkerung der Aserbaidschaner jedoch nur eine kleine Minderheit, was unter anderem ein Grund dafür war, warum die Vereinigung nicht gelang.


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