Alexander Petrowitsch Iswolskij
Alexander Petrowitsch Iswolskij

Alexander Petrowitsch Iswolski (russisch Александр Петрович Извольский; * 23. Februarjul./ 6. März 1856greg. in Moskau, † 3. Augustjul./ 16. August 1919greg. in Paris) war russischer Diplomat und Außenminister.

Iswolski entstammte dem Kleinadel und war zunächst russischer Gesandter in Belgrad (1897), München (1897–1899), Tokio (1899–1903) und Kopenhagen (1903–1906) gewesen, bevor er 1906 von Zar Nikolaus II. zum Außenminister berufen wurde.

Iswolski vertrat einen Bündniskurs mit Großbritannien, den er im August 1907 mit einem Abkommen (Vertrag von Sankt Petersburg (1907)) verwirklichte, das Streitfragen zwischen den beiden Mächten in Afghanistan, Persien und Tibet löste („The Great Game“). Im September 1908 gelang es ihm, bei den Verhandlungen im Verlauf der Bosnischen Annexionskrise ein Durchfahrtsrecht russischer Kriegsschiffe durch die Dardanellen zu erreichen (Abkommen von Buchlau). Im Oktober 1909 schloss er mit Italien das sogenannte Abkommen von Racconigi, in dem sich beide Länder zur Aufrechterhaltung des status quo auf dem Balkan verpflichten. Die weiteren Verhandlungen rund um die Krisen auf dem Balkan brachten für Russland jedoch vor allem Misserfolge, so dass Iswolski im September 1910 vom Posten des Außenministers zurücktrat. Anschließend war er bis 1917 Botschafter in Paris, wo er entschieden das Bündnis der späteren Alliierten des Ersten Weltkrieges gegen das Deutsche Reich verteidigte. Im Exil in Frankreich verbleibend gehörte er zu den Unterstützern einer Militärintervention gegen Sowjetrussland.

Literatur

Friedrich Stieve (Hrsg.): Iswolski im Weltkriege. Der Diplomatische Schriftwechsel Iswolskis aus den Jahren 1914–1917. Neue Dokumente aus den Geheimakten der russischen Staatsarchive. Im Auftrage des Deutschen Auswärtigen Amtes. Berlin 1925.

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