Alexander Wrabetz
Alexander Wrabetz (2008)

Alexander Wrabetz (* 21. März 1960 in Wien) ist Generaldirektor des öffentlich-rechtlichen Österreichischen Rundfunks (ORF).

Inhaltsverzeichnis

Ausbildung

Wrabetz besuchte von 1970 bis 1978 das 2. Bundesgymnasium XIX Wien. Er wuchs in Wien-Döbling in einem politisch der FPÖ nahestehenden Elternhaus auf. Sein Vater war in den 1970er Jahren Anwalt der Partei. Bereits während seiner Studienzeit an der Universität Wien von 1978 bis 1983 engagierte sich Wrabetz im Umfeld der SPÖ. Für die Nationalratswahl im Jahr 1983 organisierte er den erfolgreichen Vorzugsstimmen-Wahlkampf von Josef Cap, dem heutigen Mediensprecher und Klubobmann der sozialdemokratischen Nationalratsfraktion. Von 1983 bis 1984 war er Bundesvorsitzender des Verbandes Sozialistischer StudentInnen Österreichs.

Berufliche Laufbahn

Alexander Wrabetz bei einer Diskussionsveranstaltung im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach (2005)

Nach Abschluss des Studiums und der Promotion zum Doktor der Rechtswissenschaften im Jahr 1983 absolvierte Wrabetz sein Gerichtsjahr. Von 1984 bis 1987 arbeitete er in der Girozentrale und Bank der Österreichischen Sparkassen AG. 1987 wechselte er als Assistent des Vorstandes in die Österreichische Industrieverwaltungs-AG (ÖIAG), war ab 1992 Geschäftsführer der Voest Alpine Intertrading GmbH in Linz und danach, von 1995 bis 1998, Vorstandsmitglied der ebenfalls zur ÖIAG gehörenden VAMED in Wien. In mehreren Unternehmen der ÖIAG war er im Aufsichtsrat tätig und weiters ab 1995 Mitglied des ORF-Kuratoriums, dem Vorgängerorgan des heutigen ORF-Stiftungsrates.

Gerhard Weis, Generaldirektor des ORF von 1998 bis 2001, bestellte ihn zum kaufmännischen Direktor des Unternehmens wo ihn Monika Lindner in Ihrer Amtsperiode bestätigte. Aufgrund der Auslagerung der ORF-Sendetechnik und deren Verkauf an ein Konsortium mit Beteiligung des Raiffeisen-Konzerns konnte Wrabetz im Jahr 2005 den höchsten operativen Gewinn in der Geschichte des ORF präsentieren.

ORF-Generaldirektor

Als Kandidat für die Wahl zum Generaldirektor wurde Wrabetz von den ORF-Stiftungsräten Huberta Gheneff-Fürst, Peter Fichtenbauer (beide der FPÖ nahestehend), Karl Krammer (der SPÖ nahestehend) und Pius Strobl (den Grünen nahestehend) nominiert. Am 17. August 2006 wurde Wrabetz im ersten Wahlgang mit 20 von 35 möglichen Stimmen vom Stiftungsrat des ORF zum Nachfolger von Monika Lindner, die sich ebenfalls um die Position beworben hatte, gewählt. Er hat die Arbeit am 1. Jänner 2007 aufgenommen. Mit Start 10. April 2007 versprach er die „größte Programmreform in der Geschichte des ORF“. Der Wahl waren monatelange öffentliche Diskussionen um die Qualität und Programmgestaltung des ORF vorausgegangen, wobei insbesondere Lindner und Werner Mück (damals Chefredakteur der Fernsehinformation) vorgeworfen wurde, ihre Nähe zur ÖVP zu sehr in ihre Arbeit einfließen zu lassen. Wrabetz' Wahl durch den großteils politisch besetzten Stiftungsrat wird als Niederlage des so genannten „Freundeskreises“ der ÖVP und Bundeskanzler Wolfgang Schüssels gewertet, die Lindner favorisiert hatten. Für Wrabetz stimmten neben den „Freundeskreisen“ der SPÖ, der Grünen und der FPÖ auch vier von fünf BZÖ-Stiftungsräten sowie zwei der ÖVP zugerechnete Mitglieder des Stiftungsrates. Alexander Wrabetz gilt als SPÖ-nahe.

Im April 2011 erklärte er, zur Wiederwahl im August 2011 zu kandidieren. Am Nachmittag des 9. August 2011 wurde er als erst zweiter ORF-Generaldirektor mit 29 von 35 Stimmen wiederbestellt.[1]

Familie

Alexander Wrabetz ist mit der Allgemein- und Sportmedizinerin Petra Wrabetz verheiratet. Das Paar hat zwei Söhne (* 1988 und 1991) und eine Tochter (* 1993).

Einzelnachweise

  1. Wrabetz wieder GD

Weblinks


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