Alexander von Daniels

Alexander Joseph Alois Reinhard Edler von Daniels (* 9. Oktober 1800 in Düsseldorf; † 4. März 1868 in Berlin) war Professor der Rechtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin, königlich preußischer Kronsyndikus, Autor zahlreicher Schriften und Politiker.

Inhaltsverzeichnis

Familie

Er entstammte einem alten rheinländischen Adelsgeschlecht und war der Sohn des Gutsbesitzers und königlich preußischen Landgerichtsrats Alexander Adam Joseph Maria Edler von Daniels (1772–1826) und der Elisabeth Mörs (1778–1851).

Daniels heiratete in erster Ehe am 28. Juni 1827 in Kleve Wilhelmine von Gruben (um 1804–20. November 1840). Aus dieser Ehe stammen vier Töchter. In zweiter Ehe heiratete er am 8. April 1843 in Hamm (Westfalen) Hulda von Pestel (* 30. März 1816–3. April 1912). Aus dieser Ehe stammen weitere acht Kinder.

Leben

Er studierte seit 1818 in Heidelberg und Bonn Rechtswissenschaft, wurde 1919 Mitglied der Alten Bonner Burschenschaft,[1] trat 1821 als Auskultator bei dem Oberlandesgericht zu Paderborn in den preußischen Staatsdienst, war seit 1826 Kammergerichtsassessor, bis Mitte 1830 am rheinischen Appellationsgerichtshof zu Köln, dann beim Landgericht in Kleve. Daniels war 1843 Justizrat am Rheinischen Revisions- und Kassationshof beschäftigt und trat bei Vereinigung des letztern mit dem Obertribunal (1852) als Rat in dieses ein. Zugleich hatte er seit 1844 an der Universität über deutsche Rechtsgeschichte und den Code Napoleon Vorlesungen gehalten. 1848 Mitglied der Preußischen Nationalversammlung und der von ihr niedergesetzten Verfassungskommission, vertrat er entschieden die Prärogativen der Krone, sprach gegen das Steuerverweigerungsrecht und gegen die Aufhebung des Jagdrechts auf fremdem Grund und Boden. 1849 in die Erste Kammer gewählt und 1854 vom König zum lebenslänglichen Mitglied des Herrenhauses berufen und zum Kronsyndikus ernannt, bewies er sich hier als einer der Vorkämpfer des christlichen Staats und als entschiedener Gegner jeder liberalen Neuerung, wie er auch als Referent für die rheinische Gesetzgebung ebenfalls konservativen Grundsätzen die ausgedehnteste Geltung zu verschaffen suchte.

Werke

Seine zahlreichen Schriften sind teils privatrechtlichen, teils prozessualischen, teils rechtsgeschichtlichen Inhalts. Hervorzuheben sind:

  • Grundsätze des rheinischen und französischen Strafverfahrens (Berlin 1849);
  • Lehrbuch des gemeinen preußischen Privatrechts (Berlin. 1851-52, 4 Bde.; zweite Bearbeitung, das. 1862);
  • Rechtsdenkmäler des deutschen Mittelalters (mit v. Gruben und Kühns, Berlin 1857-63, 2 Abtlgn. in 3 Bdn.);
  • Spiegel der deutschen Leute (Berlin 1858);
  • Handbuch der deutschen Reichs- und Staatenrechtsgeschichte (Tübingen 1859-63, 2 Tle. in 4 Bdn.);
  • System des preußischen Zivilrechts (Berlin 1866, 2 Bde.).

Am bekanntesten ist seine Abhandlung Alter und Ursprung des Sachsenspiegels (Berlin 1853), worin er ebenso wie in den Rechtsdenkmälern gegen Homeyer die unhaltbare Ansicht verteidigte, daß der Sachsenspiegel nur ein Auszug aus dem Schwabenspiegel und dem Sächsischen Weichbildrecht sei.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Helge Dvorak: Biografisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I Politiker, Teilband 1: A-E. Heidelberg 1996, S. 180.

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Edler von Daniels — Infobox Military Person name=Alexander Edler von Daniels lived=17 March 1891 ndash; 6 January 1960 placeofbirth=Trier placeofdeath=Bielefeld caption= nickname= allegiance=flagicon|German Empire German Empire (to 1918) flagicon|Germany Weimar… …   Wikipedia

  • Herbert von Daniels — Herbert Eduard Ludwig Karl Hermann Ottomar Edler von Daniels (* 31. März 1895 in Arolsen[1] oder Gotha[2]; † 21. Dezember 1965 in Gütersloh) war ein deutscher Sport und SS Funktionär. Inhaltsverzeichnis 1 Leben und Wirken …   Deutsch Wikipedia

  • Daniels — ist der Familienname folgender Personen: Inhaltsverzeichnis A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z A Alexander …   Deutsch Wikipedia

  • Barbara von Brandenburg (1464–1515) — Barbara von Brandenburg (* 30. Mai 1464 in Ansbach; † 4. September 1515 Ansbach) war eine Markgräfin von Brandenburg und durch Heirat nacheinander Herzogin von Glogau und Königin von Böhmen. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Rezeption …   Deutsch Wikipedia

  • Anna Emilie von Anhalt-Köthen-Pleß — Anna Emilie von Anhalt Köthen (* 20. Mai 1770 in Pleß; † 1. Februar 1830 in Fürstenstein) war eine Prinzessin von Anhalt Köthen und Erbin der Standesherrschaft Pleß. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Nachkommen 3 Sie …   Deutsch Wikipedia

  • Dorothea von Pfalz-Veldenz — (* 16. Januar 1658 in Lützelstein; † 17. August 1723 in Straßburg) war eine geborene Pfalzgräfin von Pfalz Veldenz und durch Heirat Herzogin von Pfalz Zweibrücken. Leben Dorothea war eine Tochter des Pfalzgrafen Leopold Ludwig von Veldenz… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste von Jazzmusikern — Abk. Instrument acc Akkordeon acl Altklarinette afl Altflöte arr Arrangement as Altsaxophon b Bass bar …   Deutsch Wikipedia

  • Erich von Manstein — Generalfeldmarschall Erich von Manstein …   Wikipedia

  • Daniel Romanowitsch von Galizien — König Daniel von Halytsch Wolodymyr Daniel Romanowitsch von Galizien (ukrainisch Данило Галицький/Danylo Halytzkyj; * 1201; † 1264 in Chełm) war neben Alexander Newski der bedeutendste Fürst der Rus während der frühen Epoche der …   Deutsch Wikipedia

  • Daniel von Halitsch — König Daniel von Halytsch Wolodymyr Daniel Romanowitsch von Galizien (ukrainisch Данило Галицький/Danylo Halytzkyj; * 1201; † 1264 in Chełm) war neben Alexander Newski der bedeutendste Fürst der Rus während der frühen Epoche der …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”