Alexander von Oheimb
Alexander von Oheimb

Alexander Wilhelm Heinrich August von Oheimb (* 19. Januar 1820 in Enzen, heute Stadthagen; † 8. August 1903 auf Gut Hudenbeck, heute Porta Westfalica) war ein deutscher Regierungsbeamter und Abgeordneter.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Alexander von Oheimb wurde 1820 in Enzen im Fürstentum Schaumburg-Lippe geboren. 1838 legte er am Gymnasium in Minden das Abitur ab und studierte danach an den Universitäten Berlin und Bonn Rechtswissenschaften. 1839 wurde er Mitglied, später Ehrenmitglied des Corps Borussia Bonn.[1]

Nach dem Studium war er am Landgericht Paderborn in verschiedenen Positionen tätig. 1849 erfolgte die Übernahme in den preußischen Staatsdienst und er wurde Regierungsassessor bei der Bezirksregierung in Minden. 1852 war Alexander von Oheimb Hilfsarbeiter beim preußischen Finanzministerium, 1854 wurde er an die Bezirksregierung in Koblenz versetzt und führte ab 1856 den Titel eines Regierungsrates. 1856 wurde Oheimb Schaumburg-Lippischer Kabinettsminister, er wurde vom preußischen Staatsdienst beurlaubt und 1859 schließlich entlassen. 1868 erfolgte auch die Entlassung aus dem Staatsdienst des Fürstentums Schaumburg-Lippe. Am 16. Juli 1869 wurde Oheimb mit der kommunalen Verwaltung des Landratsamtes im Kreis Minden betraut. Der Kreistag übte am 30. Dezember 1869 sein Vorschlagsrecht aus und schlug ihn einstimmig zum 1. Kandidaten für das Landratsamt vor, am 29. Januar 1870 erfolgte die endgültige Ernennung zum Landrat. Das Amt des Landrats übte er bis zu seiner endgültigen Entlassung aus dem Staatsdienst im Jahr 1892 aus. Oheimb starb 1903 auf seinem Rittergut in Holzhausen an der Porta Westfalica.

Alexander von Oheimb war evangelisch und verheiratet, sein Bruder Ferdinand von Oheimb war Landrat des Kreises Lübbecke.

Abgeordneter

Alexander von Oheimb war Mitglied des Provinziallandtages der Provinz Westfalen und seit 1889 dessen Vorsitzender. Von 1867 bis 1884 war er für die Konservativen Mitglied des Reichstages. 1867 wurde er als Vertreter des Wahlkreises Fürstentum Lippe (-Detmold) in den konstituierenden Reichstag des Norddeutschen Bundes gewählt.[2] Für das Fürstentum Lippe war er Bevollmächtigter zum Bundesrat des Norddeutschen Bundes.

1871 vertrat er für den Wahlkreis Minden 1 (Minden - Lübbecke) im Reichstag.[3]

Auszeichnungen

Landwehrdienstauszeichnung II. Klasse, Roter Adlerorden II. Klasse mit Stern, Preußischer Kronenorden I. Kasse mit Brosche, Wirklicher Geheimer Rat und Exzellenz, Rechtsritter des Johanniterorden, Ehrenbürger der Stadt Minden.

Einzelnachweise

  1. Kösener Korps-Listen 1910, 19, 168
  2. Fritz Specht / Paul Schwabe: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Aufl. Berlin: Verlag Carl Heymann, 1904, S. 292; vgl. auch: Georg Hirth (Hg.): Deutscher Parlaments-Almanach. 2. Ausgabe. Berlin: Verlag Franz Duncker, 1867, S. LXVII
  3. Fritz Specht / Paul Schwabe: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Aufl. Berlin: Verlag Carl Heymann, 1904, S. 135; vgl. auch A. Phillips (Hg.): Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1883. Statistik der Wahlen zum Konstituierenden und Norddeutschen Reichstage, zum Zollparlament, sowie zu den fünf ersten Legislatur-Perioden des Deutschen Reichstages. Berlin: Verlag Louis Gerschel, 1883, S. 85; vgl. auch: Georg Hirth (Hg.): Deutscher Parlaments-Almanach. 9. Ausgabe vom 9. Mai 1871. Berlin: Verlag Franz Duncker, 1871, S. 235

Siehe auch

Gut Oheimb

Weblinks


Vorgänger Amt Nachfolger
Carl von Schlotheim Landrat des Kreises Minden
1869–1892
Christoph Bosse

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