Alexander von Oppeln-Bronikowski
Alexander von Oppeln-Bronikowski (um 1830)

Alexander August Ferdinand von Oppeln-Bronikowski (Pseudonym: A.Fd. von Oppeln, * 28. Februar 1783 in Dresden; † 21. Januar 1834 ebenda) war ein preußischer und polnischer Militär, deutscher Schriftsteller, Verfasser von Geschichtsromanen, Ritter der Ehrenlegion.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Bronikowski stammte aus einem sehr verzweigten deutsch-polnischen Adelsgeschlecht, das in Großpolen, der Neumark und Westpreußen begütert war. Sein Vater Johann Peter Friedrich, verheiratet mit Christine Karoline Wilhelmine von Thiele aus einer alten sächsischen Adelsfamilie, besaß ein kleines Gut in Großpolen, in der Nähe von Schildau bei Ostrowo. Im jungen Alter trat er in die kursächsische Armee ein, während des Siebenjährigen Krieges war er schon Oberst der kursächsischen Garde, nach der Beendigung des Kriegs kehrte er zunächst nach Polen zurück und war u.a. in der Thorner Konföderation der polnischen Protestanten tätig. Im Jahre 1769 siedelte er nach Sachsen über und trat wieder in die sächsische Armee ein, wo er allmählich den Grad eines General-Adjutanten des Kurfürsten erreichte.

Alexander erhielt den ersten Unterricht im elterlichen Heim, seine hochgebildete Mutter brachte ihm die Liebe zur Literatur bei. Im Alter von 15 Jahren trat er als Junker in die preußische Armee ein und war zunächst in Brieg stationiert, dann, schon als Leutnant, in Erfurt, Warschau (das damals zu Preußen gehörte) und zuletzt in Breslau. Während des Aufenthaltes in Erfurt gründete er zusammen mit einigen literaturinteressierten Offizierskollegen einen literarischen Zirkel und gab einen Almanach heraus, wo er einige Gedichte veröffentlichte.

Nach der Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena wurde Bronikowski aus der preußischen Armee entlassen und zog nach Prag und später nach Dresden. Im Jahre 1809 trat er als Hauptmann in die Armee des Herzogtum Warschau ein und nahm u.a. am russischen Feldzug Napoleons im Jahre 1812 teil, bei welchem er für seinen Einsatz den Orden der Ehrenlegion erhielt.

Nach dem Fall Napoleons setzte Bronikowski seine militärische Karriere fort, diesmal in der Armee Kongresspolens, in die er 1815 eintrat. 1817 wurde er zum Major befördert und lebte bis 1823 in Warschau, wo er rege Kontakte mit den dortigen Literaten pflegte und seine Kenntnisse der polnischen Sprache verbesserte. Im Jahre 1823 bat er um Abschied aus der polnischen Armee, verließ Warschau und kehrte nach Dresden zurück, wo er (mit einem Zwischenaufenthalt in Halberstadt) bis zu seinem Tode lebte.

Alexander von Oppeln-Bronikowski debütierte 1825 mit ein paar Erzählungen, die in der Dresdner Abendzeitung veröffentlicht wurden. Im selben Jahre erschien auch sein erster großer, vierbändiger historischer Roman Hippolyt Boratynski, in welchem er das Schicksal der polnischen Königin Barbara Radziwill, Gemahlin des letzten Jagellonen -Königs Sigismund II. August beschrieb. Der Roman wurde zu einem großen Erfolg und erlebte mehrere Neuauflagen und Übertragungen in fremde Sprachen. Bis zu seinem Tode schuf Bronikowski noch zwanzig historische Romane, in denen er sich vornehmlich mit der polnischen Geschichte und polnischen Legenden befasste. In seinem Oeuvre stand er unter dem Einfluss Walter Scotts, war aber sorgfältiger als der große Schotte, wenn es um historische Wahrheit und Details ging. Heute beinahe völlig vergessen, war Bronikowski einer der meistgelesenen Autoren des frühen 19. Jahrhunderts und genoss europäischen Ruhm durch Übersetzungen seiner Werke in die meisten europäischen Sprachen.

Werke von Alexander von Oppeln-Bronikowski (Auswahl)

  • Hippollyt Boratynski (1825–1826)
  • Kasimir, der große Piast (1826)
  • Der gallische Kerker (1827)
  • Das Schloss am Eberfluss (1827)
  • Der Mäusethurm am Goplo-See (1827)
  • Die Geschichte Polens von den ältsten Zeiten bis auf unsre Tage (1827)
  • Der Grimmenstein (1828)
  • Olgierd und Olga oder Polen im ersten Jahrhundert (1828–1832)
  • Die Frauen von Neidschütz (1832)
  • Die Frauen von Koniecpolski (1832)
  • Polen im 17. Jahrhundert oder Johannes III. Sobiesky und sein Hof (1832)
  • Schriften, Dresden und Leipzig 1825–1835, 21 Bände
  • Sammlung neuer Schriften, Halberstadt 1829–1834, 28 Bände

Siehe auch

Literatur

  • Franz Schnorr von Carolsfeld: Oppeln, Alexander August Ferdinand von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 3, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 355.
  • Deutsches Literaturlexikon, Band 2, Bern und München 1969
  • Jerzy Kałążny, Fiktion und Geschichte. Alexander von Oppeln-Bronikowski und sein Geschichtserzählen, Posen 1996
  • Polski Słownik Biograficzny, Band II., Krakau 1936



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