Alexanderskirche (Zweibrücken)
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Alexanderskirche in Zweibrücken

Die Alexanderskirche in Zweibrücken ist eine spätgotische evangelische Hallenkirche. Sie wurde 1489 von Alexander von der Pfalz-Zweibrücken nach seiner Rückkehr aus einem Kreuzzug gestiftet. Mit deren Bau 1493 vom Baumeister Philipp Steinmetz begonnen wurde.

Der Bau der ältesten Kirche Zweibrückens hängt eng mit den Bauschulen am Mittelrhein zusammen. Angeregt vom Beispiel des Frankfurter Doms scheint die Vorhalle des Nordportals; der dreiseitige Chorschluss findet sich ähnlich an der Frankfurter Leonhardskirche. Maßwerksformen, soweit sie erhalten sind, erinnern an die Memorienpforte des Mainzer Domes. Sie beherbergt wertvolle Gemälde von Zweibrücker Malern und Grabdenkmäler. Bestattet ist hier unter anderem Ruprecht von Pfalz-Veldenz (* 1506 † 28. Juli 1544) Pfalzgraf Gustav Samuel Leopold von Pfalz-Kleeburg († 17. September 1731, in Zweibrücken), seit 1718 Herzog von Zweibrücken, verheiratet mit Pfalzgräfin Dorothea von Veldenz-Lützelstein (* 16. Januar 1658 in Lützelstein; † 17. August 1723 in Straßburg), deren Ehe kurz vor ihrem Tod 1723 geschieden wurde.

Die Kirche wurde im 2. Weltkrieg zerstört und nach ihrem vereinfachten Wiederaufbau von Otto Stahl und Richard Hummel am 26. Juni 1955 wieder eingeweiht. Das Innere wahrt mit der Einteilung in drei Schiffe zu sechs Jochen und den schmalen äußeren, von Emporen geteilten Seitenschiffen das überlieferte Raumbild. Durch die Kassettendecke, die auf schlanken Rundstützen mit Kelchblockkapitellen ruht, sind die einst vorhandenen reichen, verästelten Gewölbe ersetzt. Das Innere wird heute durch die Chorfenster von Erhardt Klonk aus Marburg und zahlreiche Epitaphien, meist des 16. Jahrhunderts, geprägt.

Im Hauptturm hängen 6 Glocken von Hermann Hamm aus Frankenthal. Sie wurden alle im Jahr 1957 gegossen und ertönen mit B°-des'-f'-as'-b'-c". Die größte Glocke ist mit 2370 kg, die schwerste Glocke der Stadt Zweibrücken.

Bis zu ihrer Kriegszerstörung war der von Chr. L. Hautt um 1760 neu errichtete Turm das Wahrzeichen der Stadt. Er wurde durch den schlichten, spitzhelmigen heutigen Turm ersetzt.

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