Glandotropes Hormon

Glandotropes Hormon
Lage von Vorder- und Hinterlappen (hell- bzw. dunkelrot) der Hypophyse

Die Adenohypophyse (lat.: Adenohypophysis) – aus vergleichend-anatomischer Sicht nicht sinnvoll als Hypophysenvorderlappen (HVL) bezeichnet – stellt den größeren Teil der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) dar. Er geht entwicklungsgeschichtlich aus der Rathke-Tasche der Mundbucht hervor und ist somit kein Hirnteil. Während der HVL beim Menschen (und auch Paarhufern) den vorderen Teil der Hypophyse darstellt, umgibt er bei einigen Säugetieren (z. B. Raubtieren und Pferden) die Neurohypophyse (Hypophysenhinterlappen) vollständig.

Inhaltsverzeichnis

Aufbau

Lichtmikroskopisches Bild eines Gewebeschnittes aus dem Hypophysenvorderlappen in der PAS-Orange-G Färbung, 200fach vergrößert. Azidophile Zellen färben sich hier gelb-orange, basophile rot-violett und die chromophoben Zellen bleiben farblos.

Der Aufbau der Adenohypophyse ist typisch für eine endokrine Drüse. Hier werden zahlreiche Hormone gebildet, die als Effektor- oder Steuerhormone wirken. Die Hormonproduktion des HVL selbst wird wiederum durch Releasing-Hormone und Statine des Hypothalamus gesteuert.

Der Hypophysenvorderlappen besteht aus drei Teilen:

Glandotrope Hormone

Glandotrope Hormone sind Steuerhormone des Hypophysenvorderlappens, welche die Hormonproduktion anderer endokriner Organe regulieren:

Der Begriff glandotrop leitet sich vom lat. glandula (dt. Drüse) ab und bedeutet so viel wie auf Drüsen wirkend.

Gonadotrope Hormone

  • FSH (Follikelstimulierendes Hormon), stimuliert die Gonaden
  • LH (Luteinisierendes Hormon), stimuliert die Gonaden

Nichtglandotrope Hormone

Effektorhormone, die nicht auf endokrine Drüsen, sondern direkt auf Erfolgsorgane wirken, sind:

  • STH (Somatotropes Hormon) oder Somatotropin
  • Prolaktin
  • MSH (Melanozyten-stimulierendes Hormon) oder Melanotropin welches im Hypophysenmittellappen produziert wird

Siehe auch


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