Alexandrinischer Kodex
Folio 65v des Codex Alexandrinus enthält die letzten Abschnitte des Lukas-Evangeliums samt bildlicher Darstellung, wie man sie am Ende jedes im Codex enthaltenen Buches wiederfindet.

Der Codex Alexandrinus (London, British Library, MS Royal 1. D. V-VIII; Gregory-Aland no. A oder 02) stammt aus dem 5. Jahrhundert; er enthält das Alte Testament und den größten Teil des Neuen Testaments (es fehlen: Mt 1,1-25,6; Joh 6,50-8,52; 2Kor 4,13-12,6), auf 773 beschriebenen Blättern (32 auf 27 cm).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte der Handschrift

Kyrillos Loukaris

Die Handschrift ist seit dem 11. Jahrhundert in der Bibliothek des Patriarchen von Alexandria nachweisbar und wurde 1627 von dem Patriarchen Kyrillos Loukaris dem englischen König Karl I. geschenkt. Vor dem Umzug in die British Library in St. Pancras lag der Text neben dem Codex Sinaiticus in einem der berühmten Schaukästen in der Handschriftenabteilung des Britischen Museums[1]. Eine photographische Reproduktion des Kodex wurde 1879-1883 unter der Aufsicht von E.M. Thompson veröffentlicht.

Bedeutung in der Textgeschichte

Der Wert des Textes schwankt. In den Evangelien ist er das älteste Beispiel der byzantinischen Textform, die allgemein als eine Textform von geringem Wert angesehen wird. In den übrigen Teilen des Neuen Testaments steht er neben dem Codex Sinaiticus und dem Codex Vaticanus als typischer Vertreter des alexandrinischen Textes. Das mag darin begründet sein, dass der Schreiber für diese Teile ein anderes Exemplar als Vorlage hatte als für die Evangelien. Für die Evangelien ist der Codex Alexandrinus gering zu bewerten, für die Johannesoffenbarung aber ist der Codex Alexandrinus die wichtigste Handschrift.

Einzelnachweise

  1. In der Liste der aktuellen Ausstellung in der Sir John Ritblat Gallery: Treasures of the British Library ist die Handschrift nicht mehr enthalten

Siehe auch

Weblinks

Literatur

  • Bruce M. Metzger, Der Text des Neuen Testaments, Einführung in die neutestamentliche Textkritik, Stuttgart: W. Kohlhammer Verlag, 1966.



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