Alexandroupolis
Gemeinde Alexandroupolis
Δῆμος Ἀλεξανδρούπολης (Αλεξανδρούπολη)
Alexandroupolis (Griechenland)
DEC
Basisdaten
Staat: Griechenland
Verwaltungsregion: Ostmakedonien und Thrakien
Präfektur: Evros
Geographische Koordinaten: 40° 52′ N, 25° 53′ O40.85916666666725.8758333333337Koordinaten: 40° 52′ N, 25° 53′ O
Höhe ü. d. M.: 10-407 m
Alexandroupolis, Esymi
Fläche: 642,245 km²
Einwohner: 52.720 (2001[1])
Bevölkerungsdichte: 82,1 Ew./km²
Sitz: Alexandroupolis
LAU-1-Code-Nr.: 710100
Gemeindegliederung: 6 Gemeindebezirke
Website: www.alexpolis.gr
Lage in der Präfektur Evros
Bild:Dimos Alexandroupolis.png

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Alexandroupolis (griechisch Αλεξανδρούπολη (f. sg.), bis 1920 Dedeagats / Δεδέαγατς) (bulgarisch Dedeagatsch / Дедеагач, türkisch Dedeağaç) ist eine griechische Hafenstadt und Stadtgemeinde (Dimos, Δήμος) in Westthrakien und Hauptstadt der Präfektur Evros.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Alexandroupolis liegt direkt am Thrakischem Meer, einem Nebenmeer der Ägäis. Es bildet die Südgrenze der Stadt. Im Westen grenzt Alexandroupolis an die Präfektur Rodopi. Im Nordosten an die Gemeinde Soufli, im Osten der Stadt liegt die Gemeinde Traianoupoli.

Geschichte

Alexandroupolis ist eine recht neue Stadt. 1847 gab es hier ein Kaffeehaus und eine Militärposten gegen Schmuggler.[2]. Nach 1850 ließen sich mehr und mehr Fischer aus den umliegenden Dörfer im Bereich der heutigen Stadt nieder. 1870 begann der Bau der Eisenbahnlinie Richtung Edirne-Thessaloniki-Istanbul (Konstantinopel), welche die Entwicklung einer Stadt einleiteten.

Der erste Bebauungsplan Alexandroupolis wurde 1878 von russischen Ingenieure gezeichnet. Im Ersten Balkankrieg 1912 kam die Stadt aus osmanischer unter bulgarische Herrschaft und war als Dedeagatsch Ägäishafen Bulgariens. Als jedoch der Zweite Balkankrieg ausbrach, räumten die bulgarischen Truppen Anfang Juli 1913 Westthrakien und griechischen Truppen eroberten Dedeagatsch und Ferres. Wenig später trat Griechenland jedoch die Region und die zwei Städte, die mittlerweile mit bulgarische Flüchtlingen aus Westthrakien und Kleinasien (s. Thrakische Bulgaren) überfüllt waren, der Provisorische Regierung Westthrakien ab, mit dem Ziel, die zur selben Zeit in Konstantinopel laufenden Verhandlungen zwischen dem Osmanischen Reich und Bulgarien dahingehend zu beeinflussen, dass es zu keinem Frieden zwischen beiden Ländern kommt. Die bulgarische Flüchtlinge wurden in den folgende Tage und Wochen von türkischen Freischärler (Başı Bozuk[3]) unterstützt von der Spezialorganisation Teşkilât-ı Mahsusa vertrieben, wobei viele Bulgaren zu Tode kamen[4].

Nach dem Frieden von Bukarest im August 1913 wurde Westthrakien erneut bulgarisch, die bulgarische Kontrolle über das Region konnte erst Ende Oktober, Anfang November 1913 mit der Zersprengung der Provisorische Regierung Westthrakiens und der Vertreibung der Freischärlerverbände in die Türkei, wider hergestellt werden.

Im Frieden von Neuilly vom 27. November 1919 musste Bulgarien die Stadt an die Entente abtreten, im Vertrag von Sèvres vom 10. August 1920 wurde die Stadt Griechenland zugesprochen und in Alexandroupolis - nach König Alexandros I. - umbenannt. Anschließend wurde die bulgarische Bevölkerung (Thrakische Bulgaren) aus der Stadt und der Region vertrieben.

Verkehr

Alexandroupolis liegt an der historischen Via Egnatia. Weitere Anschlüsse gibt es zu:

Ihren Anfang bzw. ihr Ende nehmen in Alexandroupolis:

Die Nationalstraße 2 in ihrem Verlauf nach Osten bis Ardanio und die Nationalstraße 51 sind als Europastraße 85 ausgewiesen, die Autobahn 2 ist als Europastraße 90 ausgewiesen.

Die Bahnstrecke Thessaloniki-Edirne ist unterbrochen, die Bahnstrecke Thessaloniki-Istanbul nicht. Im Hafen findet man Schiffsverbindungen nach Samothrake, Límnos und Rhodos. Der Flughafen Alexandroupolis befindet sich etwas 7km östlich vom Stadtzentrum.

Stadtentwicklung

Alexandroupolis ist mittlerweile eine der am stärksten aufstrebenden Städte in Griechenland. Eines der Wahrzeichen ist der Leuchtturm der Stadt, der Fáros (griech. Φάρος) am Hafen.

Die Stadt soll auch Teil der strategisch wichtige Burgas-Alexandroupolis-Ölpipeline sein. Sie soll die Stadt Alexandroupolis mit der Schwarzmeer-Stadt Burgas verbinden.

Söhne und Töchter der Stadt

  • Hrisopigi Devetzi, eine Topathletin des Dreispungs kommt ebenfalls aus der Stadt.
  • Konstantinos Malamatina, der 1895 als Begründer der bekannten Retsinamarke (Weißwein) Malamatina gilt.
  • Todor Dinow (en:Todor Dinov), bulgarischer Maler, gilt als der Vater der bulgarische Animation

Partnerstädte


Siehe auch

Quellen

  1. Angaben des griechischen Innenministeriums ([1])
  2. Разбойников, Анастас и Спас Разбойников: Населението на Южна Тракия с оглед на народностните отношения в 1830, 1878, 1912 и 1920 година, Sofia 1999, S. 160
  3. Hüsein Mehmed: Die Pomaken und Torbeschen in Moesien, Thrakien und Makedonien. Sofia 2007
  4. Vgl.: Ljubomir Miletitsch: Разорението на тракийскитeѣ българи презъ 1913 година (bulg. Razorjawaneto na trakijskite balgari prez 1913 godina/ Die Vernichtung der thrakischen Bulgaren im Jahre 1913), Verlag Balgarski Bestseller, Sofia, 2003, ISBN 954-9308-14-6; Ljubomir Miletitsch: История на Гюмюрджинската република (bulg.; deutsche Übersetzung des Titels: „Die Geschichte der Gjumjurdschina Republik“; Stajko Trifonow:Thrakien. Der administrative Aufbau, Das politische und wirtschaftliche Leben in den Jahren 1912-1915; Erinnerungen von Dimitar Madscharow

Weblinks


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