Alexei Araktschejew

Graf Alexei Andrejewitsch Araktschejew (russisch Алексей Андреевич Аракчеев, wiss. Transliteration Aleksej Andreevič Arakčeev; * 4. Oktober 1769; † 3. Mai 1834) war ein General der russischen Armee aus einer altadligen Familie des Gouvernements Nowgorod; seit 1808 war er Kriegsminister und dann auch Mitglied des Reichsrates.

Leben

Araktschejew

Araktschejew entstammt einer Grundbesitzerfamilie aus der Region Twer. Er wurde 1792, als tüchtiger Artillerieoffizier dem damaligen Großfürsten Paul als Organisator der Artillerie empfohlen, 1796 Kommandant von Sankt Petersburg und Generalmajor. 1797 wurde Araktschejew zum Baron und Generalquartiermeister erhoben. Infolge vielfacher Beschwerde über seine Härte im März 1798 als Generalleutnant verabschiedet, wurde er jedoch 1799 wieder in Aktivität gesetzt und zum Militärgouverneur von St. Petersburg ernannt, zog sich aber bald wieder die Ungnade des Zaren zu.

Trotz seiner Grausamkeit wurde er 1803 von Pauls Nachfolger Alexander I. zum Inspekteur der Artillerie und 1808 Kriegsminister ernannt. 1810 wurde er zum Mitglied des Reichsrats befördert. Vor allem verbesserte er die technische Ausstattung der russischen Artillerie. Um Ersparnisse zu erzielen und zugleich wüst liegende Ländereien urbar zu machen, gründete er mehrere Militärkolonien, veranlasste aber durch seine erneute Brutalitäten gegen die Bauern Aufstände, welche mit blutiger Gewalt unterdrückt wurden. Araktschejew wurde schnell zum persönlichen Vertrauten Alexanders I.

Ab 1815 leitete er nahezu alle Staatsgeschäfte, da sich Alexander spätestens ab 1818 fast nur noch mit der auswärtigen Politik beschäftigte. Im Jahr 1825 vom Zaren Nikolaus verabschiedet, zog sich Araktschejew auf sein Landgut Grusino zurück. 1833 stiftete er ein Kapital, welches, durch Verzinsung bis zum Jahr 1925 auf zwei Millionen Rubel angewachsen, als Preis für die beste Biographie Alexanders I. zur Auszahlung kommen sollte.

Alexei Andrejewitsch Araktschejew starb am 3. Mai 1834 auf seinem Gut Grusino.

Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text („public domain“) aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890. Bitte entferne diesen Hinweis nur, wenn Du den Artikel so weit überarbeitet oder neu geschrieben hast, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt und dies mit Quellen belegt ist, wenn der Artikel heutigen sprachlichen Anforderungen genügt und wenn er keine Wertungen enthält, die den Wikipedia-Grundsatz des neutralen Standpunkts verletzen.

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