Alexei Yashin

Alexei Walerjewitsch Jaschin (russisch Алексей Валерьевич Яшин; * 5. November 1973 in Swerdlowsk, ehemalige Sowjetunion heute Russland) ist ein russischer Eishockeycenter, der zur Zeit bei Lokomotive Jaroslawl in der Kontinentalen Hockey-Liga spielt.

Inhaltsverzeichnis

Karriere

Ottawa Senators

Alexei Jaschin begann seine Karriere 1990 bei Swerdlowsk, ehe er 1991 zu HK Dynamo Moskau in die russische Superliga wechselte. Im Jahr darauf wurde er im NHL Entry Draft 1992 von den Ottawa Senators in der ersten Runde an zweiter Stelle ausgesucht und wurde somit der erste Spieler, den die Senators jemals gedraftet haben. Jaschin blieb noch ein weiteres Jahr in Moskau, doch im Sommer 1993 kam er nach Ottawa.

Er spielte eine hervorragende Saison 1993/94 an der Seite eines weiteren Talents namens Alexandre Daigle, erzielte gleich 79 Punkte und wurde am Ende für die Calder Memorial Trophy als bester Rookie nominiert. Er setzte seine guten Leistungen fort und entwickelte sich langsam zu einem richtigen Superstar. 1997 erreichte er mit den Ottawa Senators erstmals die Playoffs und 1998 schoss er eines der wichtigen Tore, das zum erstmaligen Erreichen der zweiten Runde für die Senators führte. Die Saison 1998/99 war der Höhepunkt seiner Karriere. Er wurde zum Mannschaftskapitän befördert, erhielt eine Nominierung für die Hart Memorial Trophy als wertvollster Spieler und verpasste nur knapp die Maurice Richard Trophy als bester Torschütze der Liga.

Was neben dem Eis passierte, war fast genauso aufsehenerregend wie seine Leistungen auf dem Eis. Des Öfteren gab es Querelen wegen seines Vertrags. Jaschin spielte den Anfang der Saison 1995/96 nicht mit den Senators, sondern in seiner Heimat bei HK ZSKA Moskau. Er protestierte damit dagegen, dass er weniger verdiente als Alexandre Daigle. Sein Ärger war deshalb gerechtfertigt, da Jaschin viel bessere Leistungen brachte als Daigle. Trotzdem wendeten sich viele Fans der Senators von Jaschin ab.

Nach der Saison 1998/99 war der Höhepunkt durch einen weiteren Vertragsstreit erreicht. Jaschins Vertrag lief noch über ein Jahr, doch er weigerte sich, für die Senators zu spielen und forderte, dass man ihn zu einem anderen Team transferiert. Er setzte seinen Plan in die Tat um und spielte die Saison nicht in der NHL, stattdessen hielt er sich bei einem Schweizer Team [Kloten-Flyers] fit, wo er mittrainieren durfte. Das Management der Senators erklärte, dass er damit Vertragsbruch begehe, und sie bekamen durch die NHL Recht. Er musste noch eine weitere Saison in Ottawa spielen. Dieser Streit führte für ihn zum Verlust von etwa drei Millionen US-Dollar Gehalt, des Kapitänsamts sowie des Respekts der Fans. Er bekam den Spitznamen „Alexei Cashin“.

1998 gab er bekannt, dass er dem National Arts Center eine Million US-Dollar spenden wolle. Als dort bekannt wurde, dass eine Bedingung von Jaschin war, dass das National Arts Center 425.000 Dollar an Jaschins Eltern als „Beratungshonorar“ für nicht vorhandene Leistungen überweisen sollten, nahm man davon Abstand, und es kam nicht zu der Spende. Als die Presse die Details herausfand, warum nichts aus der Spende wurde, sank sein Popularitätsgrad rapide.

New York Islanders

Im Sommer 2001 wurde er zu den New York Islanders transferiert und erhielt dort einen Aufsehen erregenden Zehn-Jahres-Vertrag, der ihm insgesamt 87,5 Millionen US-Dollar einbringen sollte.

Mit Jaschin erreichten die Islanders 2001/02 nach sieben erfolglosen Jahren die Playoffs. Dies gelang dann auch 2003 und 2004, allerdings konnte man nie die erste Runde überstehen. Hinzu kam, dass Jaschin nicht mehr an die Leistungen aus seiner Zeit in Ottawa heranreichen konnte. Er brachte zwar weiterhin gute und solide Leistungen, aber für einen Superstar war das einfach zu wenig. Die NHL-Saison 2004/05 fiel aus, da sich die NHL mit den Teams und der Spielervereinigung nicht über einen neuen Tarifvertrag einigen konnte. Jaschin nutzte die Möglichkeit, in seine Heimat zurückzukehren und spielte bei Lokomotive Jaroslawl.

Im Sommer 2005 kehrte er zurück, und inzwischen war auch ein neuer Tarifvertrag ausgehandelt worden. Dieser Vertrag, das NHL Collective Bargaining Agreement, brachte aber einige Nachteile für die Islanders. Es wurde eine Gehaltsobergrenze von 39 Millionen Dollar festgelegt, und Jaschins Vertrag wurde zwar auf Grund der neuen Beschlüsse um 24 Prozent gesenkt. Trotzdem galt Jaschin zu diesem Zeitpunkt als überzahlt und Kritiker sahen wegen des hohen Gehalts auch keine Chance, ihn zu einem anderen Team zu transferieren, da das neue Team den von den Islanders geschlossenen Vertrag hätte übernehmen müssen.

Vor der Saison 2005/06 verloren die Islanders wichtige Spieler, da ihre Verträge ausgelaufen sind oder sie ihre Karriere beendet haben. Das Team musste neu aufgebaut werden. Michael Peca wurde nach Edmonton transferiert, um Platz für neue Spieler wie Miroslav Šatan zu schaffen. Jaschin übernahm das Amt als Mannschaftskapitän von Peca, und die Presse vermutete, dass man das Team um Jaschin herum aufgebaut habe und es mit seinen Leistungen stehe und falle. Zum Ende der Saison hatte man zum ersten Mal, seit er 2001 zum Team kam, die Playoffs verpasst.

Jaschin begann die Saison 2006/07 in guter Form, verletzte sich dann jedoch. Danach konnte er nicht mehr an die guten Leistungen vom Beginn der Saison anknüpfen und bekam in den Playoffs auf Grund seiner enttäuschenden Leistungen nur sehr wenig Eiszeit. Das Management reagierte im Juni 2007 schließlich auf die Inkonstanz von Jaschin und beschloss seinen noch vier Jahre dauernden Vertrag auszubezahlen und sich von ihm zu trennen. Der Buyout kostet die Islanders insgesamt 17,6 Mio. US-Dollar.

Rückkehr nach Russland

In den folgenden Wochen verhandelte Jaschin mit mehreren Teams aus der NHL, doch er konnte sich mit keiner Mannschaft einigen. Am 20. Juli wurde schließlich bekannt, dass Jaschin nach Russland zurückkehren wird und in der Superliga für Lokomotive Jaroslawl spielt. Dort konnte er wieder an seine guten Leistungen anknüpfen, war bester Scorer seiner Mannschaft mit 16 Toren und 27 Assists, die nach der Regulären Saison den fünften Platz in der Superliga belegten.

International

Jaschin spielte bei mehreren Turnieren für das russische Nationalteam, so nahm er 1996 und 2004 am World Cup of Hockey teil. 1998, 2002 und 2006 gehörten er zum Team, dass bei den Olympischen Winterspielen antrat. 1998 gewannen sie die Silbermedaille, 2002 die Bronzemedaille.

Sonstiges

Alexei Jaschin ist seit 2002 mit der Schauspielerin und Modell Carol Alt verheiratet.

Erfolge und Auszeichnungen

Weblinks


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