Alexis Argüello
Alexis Argüello Boxing pictogram.svg
Daten
Geburtsname Alexis Argüello
Gewichtsklasse Superfedergewicht
Nationalität Nicaraguanisch
Geburtstag 19. April 1952
Geburtsort Managua
Todestag 1. Juli 2009
Todesort Managua
Stil Linksauslage
Größe 1,78 m
Kampfstatistik
Kämpfe 90
Siege 82
K.-o.-Siege 65
Niederlagen 8

Alexis Argüello Bohórquez (* 19. April 1952 in Managua, Nicaragua; † 1. Juli 2009[1] ebenda) war ein Weltmeister im Boxen und später nicaraguanischer Politiker.

Der großgewachsene Normalausleger Arguello wurde 1968 Profi und kämpfte bis 1974 ausschließlich in Nicaragua. Er verlor sein Profidebüt vorzeitig und unterlag auch in zwei weiteren Aufbaukämpfen, durfte aber schließlich in seinem vierzigsten Profikampf am 16. Februar 1974 gegen Ernesto Marcel aus Panama um dessen WBA-Federgewichtstitel antreten. Er unterlag ihm nach Punkten, besiegte aber nach dem Rücktritt Marcels am 23. November desselben Jahres dessen Nachfolger, die mexikanische Legende Rubén Olivares, durch KO in der dreizehnten Runde und wurde dadurch Weltmeister.

Bis 1976 verteidigte er den Titel vier Mal, legte ihn dann nieder und stieg in das Superfedergewicht auf, was als seine beste Klasse gilt. Am 28. Januar 1978 schlug er den respektierten, beim „Ring Magazine“ als fünftbesten Superfedergewichtler aller Zeiten geführten, Puertorikaner Alfredo Escalera im Kampf um den WBC-Weltmeistertitel durch technischen KO in der dreizehnten Runde. Escalera war einmal am Boden, aber erst durch Schlagwirkung erlittene Platzwunden Escaleras erforderten einen Kampfabbruch zugunsten Argüellos. Diesen Gürtel verteidigte er bis 1980 acht Mal, unter anderem durch KO gegen Escalera und Cut-bedingtem Abbruch gegen Bobby Chacon, bis er ihn wiederum niederlegte, um eine weitere Gewichtsklasse aufzusteigen. Schon 1978 hatte er sich im Leichtgewicht in einem Nichttitelkampf gegen den Dominikaner Vilomar Fernandez versucht, aber gleich verloren, so dass er erst 1980 endgültig aufstieg.

1979 hatten die Sandinisten in Nicaragua die Macht übernommen und sein Eigentum und Bankkonto beschlagnahmt. Einer seiner Brüder fiel im Kampf gegen sie. Laut „Hall of Fame“ Bio ging Argüello kurz nach Nicaragua zurück um auf seiten der Contras zu kämpfen, es ist aber nicht ganz klar wann das genau war. Später wechselte er das politische Lager (s.u.).

Im Leichtgewicht besiegte er 1980 Cornelius Boza-Edwards durch KO und den mexikanischen Rechtsausleger José Luis Ramírez nach Punkten (war jedoch selbst am Boden).

Am 20. Juni 1981 gewann er auch in dieser Gewichtsklasse den WBC-Weltmeistertitel durch einen Punktsieg gegen den Briten Jim Watt (was ihn zum sechsten Fighter machte, der WM Gürtel in drei Gewichtsklassen gewann) und verteidigte den Gürtel vier Mal, unter anderem gegen den ungeschlagenen späteren Titelträger Ray Mancini. Gegen Andrew Ganagan musste er wieder zu Boden. Doch auch in dieser Gewichtsklasse hielt es ihn nicht lange, bereits 1982 ging er eine weitere Etage höher in das Halbweltergewicht.

Hier wurden ihm allerdings durch den ungeschlagenen WBA-Weltmeister Aaron Pryor seine Grenzen aufgezeigt, in den zwei Kämpfen um dessen Titel verlor Argüello jeweils vorzeitig. Der erste Kampf am 12. November 1982 endete kontrovers, als nach der dreizehnten Runde Pryors berüchtigter Trainer Panama Lewis seinem Boxer aus einer zweiten Flasche zu trinken gab, die er als „Flasche, die ich gemischt habe“ bezeichnete. Pryor gewann in der folgenden vierzehnten Runde schließlich durch technischen KO. Da nichts anderes als Wasser als Getränk in einem Boxkampf erlaubt ist, ordnete die WBA den Rückkampf an, bei dem Agüello elf Monate später jedoch ebenfalls unterlag. Die zweite Niederlage gegen Pryor stellte praktisch sein Karriereende da, er kämpfte in der Folgezeit mit vielen persönlichen Problemen (Alkohol, Scheidungen, etc.). 1985/1986 und 1994/1995 kehrte er jedoch noch für vier Kämpfe in den Ring zurück.

1992 wurde Argüello in die International Boxing Hall of Fame aufgenommen.

Am 1. Juli 2009 wurde Argüello tot in seinem Haus aufgefunden. Nach den ersten Untersuchungen durch die Ermittlungsbehörden wird von einer selbst zugefügten Schussverletzung als Todesursache ausgegangen.[2]

Politik

Nach Ende seiner sportlichen Karriere wurde Argüello politisch aktiv. Nachdem er 2004 zum Vizebürgermeister gewählt wurde, wurde er November 2008 zum Bürgermeister von Managua gewählt. Argüello gehörte der FSLN an.[3]

Einzelnachweise

  1. dts Nachrichtenagentur: Ex-Boxweltmeister Alexis Argüello gestorben, vom 1. Juli 2009, abgerufen am 1. Juli 2009
  2. La Prensa vom 2. Juli 2009: Nicaragua llora por El Caballero del Ring, abgerufen am 2. Juli 2009.
  3. El Nuevo Diario 1. Juli 2009, Nicaragua pierde una gloria del deporte nacional

Weblinks


Vorgänger Amt Nachfolgerin
José Dionisio Marenco Gutiérrez Bürgermeister von Managua
1.Januar - 1. Juli 2009
Daysi Torres

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