Alfa Romeo Alfetta
Alfa Romeo
Alfa Romeo Alfetta (1972–1977)

Alfa Romeo Alfetta (1972–1977)

Alfetta
Hersteller: Alfa Romeo
Produktionszeitraum: 1972–1984
Klasse: Obere Mittelklasse
Karosserieversionen: Stufenheck, viertürig
Coupé, dreitürig
Motoren: Ottomotoren:
1,6 l R4 (80 kW)
1,8 l R4 (84,5–89 kW)
2,0 l R4 (89–95,5 kW)
2,5 l V6 (116 kW)
Dieselmotoren:
R4 (82 PS)
2,4 l R4 (95 PS)
Länge: 4280–4380 mm
Breite: 1613–1630 mm
Höhe: 1430–1435 mm
Radstand: 2510 mm
Leergewicht: 1070–1250 kg
Vorgängermodell: Alfa Romeo Berlina 1750/2000
Nachfolgemodell: Alfa Romeo 90

Die Alfetta ist eine viertürige Limousine der gehobenen Mittelklasse von Alfa Romeo, die von Frühjahr 1972 bis Herbst 1984 gebaut wurde. Das Fahrzeug war oberhalb der Alfa Romeo Giulia angesiedelt und stand in Konkurrenz zur seit 1967 im eigenen Haus hergestellten Berlina 1750/2000. Bei der Markteinführung fand die Alfetta in der Fachpresse und bei der internationalen Kundschaft sofort eine sehr positive Aufnahme.

Inhaltsverzeichnis

Name

Der Name entstammt dem Alfa-Formel-1-Rennwagen Alfetta Typ 159, mit dem 1950 Giuseppe Farina und 1951 Juan Manuel Fangio erste Plätze herausfuhren. Der Name „Alfetta“ bedeutet „kleiner Alfa“. Der Grund für die Namensgleichheit war die beiden Fahrzeugtypen gemeinsame Transaxle-Bauweise des Antriebsstrangs.

Antriebsstrang

Bei Serien-Limousinen war die aus dem Motorsport bekannte Transaxle-Bauweise bisher eine Seltenheit (Ausnahmen: 1937 im Škoda Popular, 1950 im Lancia Aurelia). Das Getriebe der Alfetta war nicht mehr nach klassischem Prinzip vorne am Motor angebracht, sondern am Differential vor der Hinterachse. Vor dem Getriebe wurde die Kupplung angeflanscht. Die Antriebswelle rotierte, entkoppelt mit einer Gelenkscheibe mit der Motordrehzahl und verband den vorne liegenden Motor mit der hinteren Kupplung-Getriebe-Differential-Einheit. Dieses technische Layout stammt aus dem Rennwagenbau. Es verteilt die Massen gleichmäßig auf beide Achsen und bringt so gegenüber konventionellem Heckantrieb mehr Traktion auf die Antriebsräder.

Es wurde außerdem eine ideale Gewichtsverteilung von 50:50 des Fahrzeugs ermöglicht – absolut neutrales Verhalten beim Kurvenfahren und ideale Straßenlage, unabhängig vom Beladungszustand. Während durch diese Bauart die Vorderachse entlastet und so eine Leichtgängigkeit der Zahnstangenlenkung erreicht wurde, half auf der anderen Seite die Mehrbelastung auf der Hinterachse der Alfetta zu einer mustergültigen Straßenlage, auch unter schlechten Bedingungen wie Regen und Schnee.

Fahrwerk

Die Hinterachse der Alfetta verfügte über eine De-Dion-Achse mit geschlossener Dreiecksführung und Querführung durch ein Wattgestänge. Diese Konstruktion kombiniert mittels des starren Dreiecks die Vorteile der Starrachse (Spur- und Sturzkonstanz) sowie die der Einzelradaufhängung (geringe Massen, Komfort) durch die getrennte mechanische Einheit. Zudem wurden die hinteren Bremsscheiben direkt an das Differential angeflanscht. So wurde ein Optimum an Massenkonzentration hin zur Längsachse des Fahrzeugs erzielt und die ungefederten Massen an den Rädern wurden verringert.

An der Vorderachse kamen Doppelquerlenker und längs liegende Torsionsstabfedern (Drehstabfedern) zum Einsatz. Diese von der Norm abweichende Bauweise hatte den Zweck, mehr Platz im Motorraum zu schaffen, denn die Entwicklung fand vor der ersten Benzinkrise statt und Leistungssteigerungen sollten nicht am Platzmangel scheitern – es lag dafür zum Beispiel der V8 des Montreal im Regal und auch ein V6 befand sich in der Entwicklung. Auch vorne waren Scheibenbremsen mit Servounterstützung verbaut.

Motor

Als Motor wurde die 1750er Maschine mit 1779 cm³ und 122 PS angeboten, die bereits auch in anderen Alfa-Romeo-Fahrzeugen Verwendung fand. 1977 folgte die 2000er Maschine mit 121, später auch 130 PS[1], bereits Anfang 1975 als Einstiegsmodell die 1600er Maschine der Alfa Romeo Giulia. Der 1600er-Motor in der Alfetta war etwas leistungsstärker als der in der weiterhin gebauten Giulia Nuova Super, bedingt durch diverse Feinabstimmungen und einen elektrischen Lüfter. 1979 wurde die Alfetta erstmals auch mit einem Turbodiesel angeboten, der 82 PS und durch Hubraumvergrößerung auf 2,4 Liter ab 1983 95 PS leistete. In den USA fand ab 1975 der Zweiliter mit mechanischer Spica-Einspritzung und 112 PS, der bereits in den Vorgängermodellen eingesetzt worden war, weitere Verwendung, im GTV später der 2,5-Liter-V6.

Ausstattung und Design

Alfa Romeo Alfetta (1977–1982)
Alfa Romeo Alfetta (1982–1984)

Die Ausstattung des Fahrzeugs entsprach den Anforderungen an eine Limousine der gehobenen Mittelklasse. Das Design stammt von Bertone. Dies wurde aber, da Alfa-Präsident Giuseppe Luraghi gerade mit Bertone Ärger hatte, nie publik gemacht, ganz im Gegenteil: Die allererste Version der Alfetta war mit einem „Centro Stile Alfa Romeo“-Emblem versehen. Diese „Ur“-Alfetta wurde von März 1972 bis Juli 1974 gebaut.

Ab Mitte 1974 gab es zusätzlich die Alfetta mit 1600er-Maschine (Verkaufsbezeichnung: Alfetta 1.6), eine Art Sparversion (diese ist äußerlich an den Einfachscheinwerfern und hornlosen Stoßstangen erkennbar).

Ab Anfang 1975 hieß die bisherige Alfetta fortan Alfetta 1.8 und erfuhr äußerlich ein paar kleine Überarbeitungen in Form eines breiteren Alfa-Herzens („Scudetto“), anderen Scheinwerferringen und eines abgeänderten Frontgrills.

Im Herbst 1977 erschien schließlich mit stark modifiziertem und neuem Design die Alfetta 2000, unter anderem mit Rechteckscheinwerfern, breiteren Stoßfängern, nach hinten öffnender Motorhaube sowie geschraubten statt geschweißten vorderen Kotflügeln. Ab Herbst 1979 war in identischem Design die Alfetta Turbo Diesel (2 Liter Hubraum) erhältlich und Anfang 1983 kam noch die Alfetta mit 2.4 l-Turbodiesel hinzu.

Im Frühjahr 1982 wurden weitere Modifikationen durchgeführt. So wurden teilweise wieder Doppelscheinwerfer verbaut. Darunter saßen im Gegensatz zur Erstversion die bereits zur im Herbst 1977 erfolgten Überarbeitung eingeführten Kunststoffstoßfänger.

Markterfolg

Alfa Romeo Alfetta GTV (1974–1980)

Die Alfetta war zunächst ein großer Markterfolg. In der Zeitschrift „auto, motor und sport“ war die Alfetta in einem Vergleichstest mit dem zeitgleich neu erschienenen BMW 520 der klare Sieger. Ein Problem der Alfetta waren allerdings mangelnde technische Zuverlässigkeit und eine zu hohe Rostanfälligkeit. Diese Probleme hatten ab den 70er Jahren auch andere Modelle von Alfa Romeo, was dem Ruf der Marke einen nachhaltigen Schaden zufügte.

Wie bei Alfa Romeo üblich, wurden auf der Grundlage eines Erfolgsmodells auch weitere Varianten angeboten. Als Ergänzung erschien Anfang 1974 das dreitürige Sportcoupé Alfetta GT bzw. GTV, das bis Anfang 1986 gebaut wurde. In diesem Modell kam später auch der V6-Motor zum Einsatz.

Im Herbst 1980 erhielt der GTV ein grundlegendes Facelift. Stoßfänger, Spoiler, Armaturenbrett und Seitenverkleidungen aus Kunststoff wurden verändert. In den zwölf Produktionsjahren wurden 478.812 Stück produziert.

Nachfolger der Alfetta wurde im Herbst 1984 der Alfa 90.

Abmessungen

Länge: 4,28 Meter Breite: 1,62 Meter Höhe: 1,43 Meter

Einzelnachweise

  1. Automobil Revue, Katalognummern 1977 und 1979, S. 163 bzw. 178

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