Alfa Romeo GTA
Alfa Romeo
Alfa Romeo Giulia Sprint GTA

Alfa Romeo Giulia Sprint GTA

GTA
Hersteller: Alfa Romeo
Produktionszeitraum: 1965–1975
Klasse: Coupé
Karosserieversionen: Stufenheck, Zweitürer
Motoren:
Länge: 4080 mm
Breite: 1580 mm
Höhe: 1310 mm
Radstand: 2350 mm
Leergewicht: 795 kg
Vorgängermodell: Alfa Romeo GTA 1300
Nachfolgemodell: Alfa Romeo 156

Der Alfa Romeo GTA war ein Sportwagen, den Alfa Romeo von 1965 bis 1975 in den Versionen Alfa Romeo Giulia Sprint GTA und Alfa Romeo GTA 1300 Junior baute. Knapp über 1000 Stück wurden vor allem für sportliche Einsätze produziert.

Das Kürzel GTA, das der Hersteller im Laufe der Geschichte mehrfach verwandte, steht für Gran Turismo Alleggerita. Alleggerita bedeutet „Erleichterte“.[1] Das heißt konsequenter Leichtbau mit dem Ziel, Erfolge im Tourenwagensport einzufahren. Durch die Verwendung von Aluminiumlegierungen und eine spartanische Inneneinrichtung konnten gegenüber der Serie rund 200 kg auf 745 kg Leergewicht eingespart werden.

Hergestellt wurde der GTA von dem für Motorsport zuständigen Unternehmen Autodelta. Auch in den Fahrzeugpapieren stand als Herstellername Autodelta und nicht Alfa Romeo. Spezielle Kundenwünsche wurden gegen Aufpreis erfüllt.

Inhaltsverzeichnis

GTA

Der 4-Zylinder-Motor mit einem Hubraum von 1570 cm³ leistete 115 PS bei 6000/min. Im Renntrimm waren zwischen 160 und 170 PS möglich, mehr ließ der Motor als Sauger nicht zu. Zwei Doppelvergaser, zwei obenliegende Nockenwellen und eine Doppelzündung mit zwei Zündkerzen je Zylinder gehörten zu den technischen Merkmalen eines jeden GTA.

GTA Junior

1968 wurde das Programm um den GTA Junior mit 1300 cm³ Motor (96 PS) zu etwas günstigerem Preis erweitert. In seiner Klasse war der Junior über Jahre trotz starker Konkurrenz sehr erfolgreich. In der Rennausführung ermöglichte Autodelta 180 PS aus dem kleinen Motor. Mehr als die Hälfte der 493 produzierte GTA Junior entfielen auf die Rennausführung.

Alfa Romeo GTA Junior

GTA SA

Es gab ab 1967 auch einige wenige aufgeladene Fahrzeuge unter der Bezeichnung GTA SA mit bis zu 220 PS, wobei die Motoraufladung über zwei durch Öldruck angetriebene Lader realisiert wurde. Die Lader erhielten den nötigen Volumenstrom von einer durch die Kurbelwelle angetriebenen überdimensionierte Ölpumpe.[2] Aufgrund dieser technischen Lösung war die Leistungsausbeute weit geringer als bei den später weit verbreiteten Abgasturboladern.

Da diese Fahrzeuge zudem mit dem im Rennsport für Fahrzeuge mit aufgeladenen Motoren üblichen Hubraummalus belegt wurden (Faktor 1,4), mussten sie in der Zweiliterklasse starten. Dort erwiesen sie sich als chancenlos und wurden deshalb ausnahmslos zu „normalen“ GTA rückgerüstet. Auch der Verbrauch war ein Problem; die GTA SA sollen im Rennbetrieb bis zu 90 Liter/100 km benötigt haben.

Alfa Romeo GTAm

GTAm

Mit dem Erscheinen des 1750/2000 GT Veloce wurde unter der Bezeichnung GTAm auch die vergrößerte 2,0-Liter-Maschine angeboten. Für den GTAm ist auch die Bezeichnung 1750 GTAm anzutreffen, allerdings erhielt er stets eine Zweilitermotor. Anstelle des Leichtbaus wurde wieder Stahlblech verwendet. Das Gemisch bereitete eine Spica- oder eine Lucas-Einspritzanlage auf. Das „Am“ am Ende der Typenbezeichnung steht für „America“ und ist ein Hinweis auf die US-Version 1750 GTV mit Einspritzanlage, die das Homologationsfahrzeug für die Rennversion war. [3]. Mit rund 900 kg war der GTAm deutlich schwerer, wodurch er nicht so erfolgreich im Renneinsatz war. Insgesamt wurden ca. 40 GTAm hergestellt.

Sportliche Erfolge

Gleich zu Beginn erwiesen sich die GTA im Motorsport als überlegen. Allein im Jahr 1966 errangen GTAs über 300 Siege. Sie gewannen die Tourenwagen-Europameisterschaften 1967, 1969, 1970, 1971, 1972, 1978 und 1979. Der Alfa Romeo GTA war im Motorsport über rund ein Jahrzehnt überaus erfolgreich. Weiterhin gehörten über zwei Dutzend nationale Championate und viele weitere Titel zur Erfolgsgeschichte dieses außergewöhnlichen Fahrzeugs. Zu seinen Piloten zählten u. a. Andrea de Adamich, Jochen Rindt, Ignazio Giunti und Nanni Galli, in Deutschland u.a. Jochen Mass, Harald Ertl und Gerd Schüler (Diskothek Dorian Gray, Frankfurt/M.). Für die Marke war der Alfa GTA ein wichtiger Imageträger, dessen Wirkung bis heute anhält.

2002 ließ Alfa Romeo die Tradition mit dem Alfa 156 GTA wieder aufleben, dem 2003 der Alfa 147 GTA folgte. Diese Modellvarianten sind allerdings nicht leichter als andere.

Technische Daten

Technik[4] Giulia Sprint GTA Giulia Sprint GTA (Rennversion) Giulia GTA 1300 Junior Giulia GTA 1300 Junior (Rennversion) GTA SA GTAm
Motor:  Reihen-Vierzylinder
Hubraum:  1570 cm³ 1570 cm³ 1290 cm³ 1290 cm³ 1570 cm³ 1985 cm³
Bohrung × Hub:  78 × 82 mm 78 × 82 mm 78 × 67,5 mm 78 × 67,5 mm 78 × 82 mm 84,5 × 88,5 mm
Leistung:  115 PS 164 PS 96 PS 180 PS 220 PS 240 PS
bei 1/min:  6000 7800 6000 9300 7800 7500
Verdichtung:  9,7 : 1 10,5 : 1 9,7 : 1 11,0 : 1 10,5 : 1 11,0 : 1
Ventile pro Zylinder:  2 2 2 4 2 2
Ventilsteuerung:  zwei obenliegende Nockenwellen
Getriebe:  5-Gang-Getriebe
Bremsen:  Scheibenbremsen vorn und hinten
Fahrwerk vorn:  Einzelradaufhängung an Querlenkern mit Schraubenfedern und Stabilisatoren
Fahrwerk hinten:  von Längslenkern geführte Starrachse mit Schraubenfedern, Reaktionsdreieck
Karosserie:  zweitürig aus Peraluminium zweitürig aus Stahl
Gewicht:  820 kg 760 kg 920 kg 760 kg 920 kg
Höchstgeschw.:  185 km/h 220 km/h 175 km/h 210 km/h 240 km/h 230 km/h
Bauzeit:  1965–1969 1965–1969 1968–1975 1968–1975 1967–1968 1970–1971
Stückzahl:  500 193 300 10 40

Quellen

  1. Quickdict.de. Abgerufen am 27. November 2009.
  2. alfabb.com, Christine Becker: Über Öldruck angetriebene Lader an einem GTA-SA, Bild 8, 9 und 10, abgerufen am 14. Apr 2011
  3. Giulia GT Coupe Bertone von Julien Lombard, Seite 118-120, ISBN 978-3-89880-648-0
  4. Alfa Romeo Jahrbuch Nr. 5, ISBN 3-89880-348-1, S. 27

Weblinks

 Commons: Alfa Romeo GTA – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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