Alfons Dauer

Alfons Michael Dauer (* 16. April 1921 in Bamberg) ist ein deutscher Musikwissenschaftler und Ethnologe.

Dauer studierte ab 1941 in Erlangen, Köln und Mainz Musikwissenschaft, Anglistik und Ethnologie (Afrikanistik). Er unternahm Forschungsreisen nach Ghana, Zimbabwe und dem Senegal. Von 1965 bis 1976 war er Leiter der Sektion Ethnologie am Institut für den wissenschaftlichen Film in Göttingen tätig, wo er über 140 musikethnologische Filme redaktionell betreute. Seit 1976 hatte er an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Graz die Professur für Afro-Amerikanistik inne.

Dauer ist insbesondere für die Untersuchung der afrikanischen Wurzeln von afroamerikanischer Musik (wie Jazz, Blues) bekannt, dargelegt in seinem Buch Der Jazz - seine Ursprünge und seine Entwicklung, das zuerst 1956 erschien. Er war Mitherausgeber von Knaurs Jazz Lexikon (1957). 1969 war er an der Gründung der Internationalen Gesellschaft für Jazzforschung in Graz beteiligt.

Werke

  • Der Jazz - seine Ursprünge und seine Entwicklung, Erich Röth Verlag, Kassel 1977 (erste Auflage 1956)
  • mit Stephen Longstreet Knaurs Jazz Lexikon, München 1957 (weitere Auflage 1959)
  • Studien zur Ethnogenese bei den Mangbetu Mainz 1960 (Dissertation)
  • Jazz - die magische Musik Bremen, Carl Schünemann Verlag 1961
  • Wie der Blues gesungen wird in Janheinz Jahn (Hrsg) Blues und Worksongs, Fischer Bücherei 1964
  • Improvisation - über spontane Gestaltung im Jazz, Jazzforschung Bd.1, Wien 1970
  • Zur Syntagmatik des ethnographischen Dokumentationsfilms. Wien-Föhrenau, Stiglmayr 1980
  • Blues aus 100 Jahren, 43 Beispiele zur Typologie der vokalen Bluesformen. Texte und Noten mit Begleitakkorden, Fischer Taschenbuch 1983, ISBN 3-596-22952-9
  • Kinesis und Katharsis - zur Deutung afrikanischer Rhythmen und Musiklandschaften in Afrika in Arthur Simon (Hrsg.) Musik in Afrika, Berlin 1983
  • Tradition afrikanischer Blasorchester und die Entwicklung des Jazz, Beiträge zur Jazzforschung Bd.7, Graz, Akademische Druck- und Verlagsanstalt 1985
  • Ragtime - Entwurf einer Entstehungsgeschichte und einer musikalischen Entwicklungsgeschichte, Jazzforschung Bd.18, 1986

Literatur

  • Bernd Hoffmann, Helmut Rösing (Hrsg.) .. und der Jazz ist nicht von Dauer- Aspekte afroamerikanischer Musik, Graz, Coda Musikverlag 1998 (Festschrift zum 75. Geburtstag)
  • Reclams Jazzlexikon

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Alfons Beil — (* 3. September 1896 in Gutenstein an der Donau; † 1. März 1997 in Heidelberg) war ein deutscher katholischer Priester, Monsignore und Autor. Er schrieb auch unter dem Pseudonym Albert Bieler. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 …   Deutsch Wikipedia

  • Alfons M. Dauer — Alfons Michael Dauer (* 16. April 1921 in Bamberg; † 27. Oktober 2010 in Graz) war ein deutscher Musikwissenschaftler und Ethnologe. Dauer studierte ab 1941 in Erlangen, Köln und Mainz Musikwissenschaft, Anglistik und Ethnologie (Afrikanistik).… …   Deutsch Wikipedia

  • Dauer — bezeichnet die zeitliche Ausdehnung eines Ereignisses bzw. Zeitspanne: Beispiele sind Periodendauer, Tondauer einen Ortsteil der Kreisstadt Prenzlau in Brandenburg, siehe Dauer (Prenzlau) Dauer Sportwagen, eine deutsche Automarke, von Jochen… …   Deutsch Wikipedia

  • Swing (Rhythmus) — Der Swing (von engl. swing=„das Schwingen“) ist ein fließender, „schwingender“ Rhythmus, der insbesondere im Jazz verbreitet ist. Diese Rhythmik gehört zu den wesentlichsten Elementen der meisten Genre des Jazz.[1] Er findet sich aber fallweise… …   Deutsch Wikipedia

  • Arthur Hazel — Arthur „Monk“ Hazel (* 15. August 1903 in Harvey, Louisiana; † 5. März 1968 in New Orleans) war ein US amerikanischer Jazzschlagzeuger, der gelegentlich auch Kornett und Mellophon spielte. Er galt als einer der letzten Vertreter des Dixieland… …   Deutsch Wikipedia

  • Monk Hazel — Arthur „Monk“ Hazel (* 15. August 1903 in Harvey, Louisiana; † 5. März 1968 in New Orleans) war ein US amerikanischer Jazzschlagzeuger, der gelegentlich auch Kornett und Mellophon spielte. Er galt als einer der letzten Vertreter des Dixieland… …   Deutsch Wikipedia

  • Spanien [3] — Spanien (Gesch.). I. Vorgeschichtliche Zeit. Die Pyrenäische Halbinsel war den Griechen lange unbekannt; als man Kunde von dem Lande erhalten hatte, hieß der östliche Theil Iberia, der südöstliche od. südwestliche Theil jenseit der Säulen… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Liste der Werke von Karlheinz Stockhausen — Diese Liste ist ein kommentiertes Verzeichnis der veröffentlichten Kompositionen von Karlheinz Stockhausen. Basis ist die Werkliste des Stockhausen Verlages (Siehe unter Weblinks). Weitere Informationen entstammen der angegebenen Literatur,… …   Deutsch Wikipedia

  • Ferdinand — (span. Fernando, Hernando, althochd. Herinand, der »Heerkühne«), Name zahlreicher Fürsten und fürstlicher Personen. Übersicht nach den Ländern. Deutsche Kaiser 1–3. Anhalt 4. (Aragonien, s. Spanien 30.31.) Bayern 5. (Böhmen, s. Österreich 16.)… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Liste der Biografien/Dat–Daz — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”