Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung
AWI Bremerhaven
Das Alfred-Wegener-Institut und im Vordergrund der Schornstein des ehemaligen Frachtschiffes mit Atomantrieb "Otto Hahn"

Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) ist ein Forschungsinstitut in Bremerhaven, benannt nach dem Polarforscher und Geowissenschaftler Alfred Wegener. Das Institut wurde am 15. Juli 1980 als Stiftung des öffentlichen Rechts gegründet und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Inhaltsverzeichnis

Strukturen

Zum Forschungsinstitut gehören auch das Polarforschungsschiff Polarstern, die Neumayer-Stationen (Georg-von-Neumayer-Station, Neumayer-Station II, Neumayer-Station III) in der Antarktis, die deutsch-französische AWIPEV-Forschungsbasis (Koldewey-Station) auf Spitzbergen, die russisch-deutsche Forschungsbasis Samoylov im sibirischen Lenadelta, die „Biologische Anstalt Helgoland“ und die „Wattenmeerstation Sylt“. Eine Außenstelle befindet sich im Wissenschaftspark Albert Einstein auf dem Telegrafenberg in Potsdam.

Die Biologische Anstalt Helgoland

Forschungsziel der Biologischen Anstalt Helgoland ist es, das komplexe Ökosystem in Flachmeeren zu untersuchen und die ökologischen Wechselbeziehungen zu verstehen. Seit den 60er Jahren werden ökologische Langzeituntersuchungen durchgeführt, die heute dazu genutzt werden, Veränderungen im Ökosystem über einen langen Zeitraum hinweg zu beobachten und zu beurteilen. So können durch diese regelmäßige Bestandsaufnahme von Planktonarten Änderungen im Ökosystem erkannt werden.

Ein zweiter Schwerpunkt der Biologischen Anstalt Helgoland besteht darin, gemeinsam mit den ortsansässigen Fischern den Bestand des Helgoländer Hummers wieder aufzustocken, indem im Labor Hummerlarven und Junghummer gezüchtet und erforscht werden.

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt sind die marinen Naturstoffe, die in enger Zusammenarbeit mit Industriepartnern untersucht werden.

Arbeitsgebiete

Erweiterungsbau von 2004
Das Gebäude des Instituts in Ny-Ålesund, mit einer Statue von Roald Amundsen

Das Alfred-Wegener-Institut betreibt meeres- und polarwissenschaftliche Forschung in der Arktis, Antarktis und auch in gemäßigten Breiten. Die Erkundung der polaren Kontinente, deren geologischen Aufbau, Struktur und Einordnung in die Erdgeschichte mittels Seismologie und Seismik sind ebenso Gegenstand der Forschung wie Klimaforschung, Meeresbiologie und Meeresgeologie. In der Antarktis stehen das Dallmann-Labor und die Kohnen-Station, wo im Sommer im Rahmen des internationalen EPICA-Projektes Eisbohrungen vorgenommen wurden. Das bislang älteste gefundene Eis ist etwa 900.000 Jahre alt. In Ny-Ålesund auf Spitzbergen unterhält das AWI gemeinsam mit dem französischen Polarforschungsinstitut die AWIPEV-Forschungsbasis, bestehend aus der deutschen Koldewey-Station und der französischen Rabot-Station. Die Neumayer-Station II auf dem polaren Südkontinent Antarktis ist eine ganzjährig besetzte Forschungsstation mit den Forschungsgebieten Geophysik, Meteorologie und Luftchemie. Sie besteht aus zwei parallel verlaufenden Stahlröhren (ca. 100 Meter lang mit acht Meter Durchmesser), in der beheizte (Wohn/Arbeits)-Container aneinandergereiht sind. In den oberen zehn Metern einer 200 Meter dicken Schelfeisplatte liegen die Röhren vergraben. Der 1982 in Dienst gestellte Eisbrecher Polarstern versorgt die Stationen und ist selbst ein schwimmendes Forschungslabor. Über 6800 Forscher waren bereits auf der Polarstern unterwegs. Seit Juni 2008 betreut das Institut das World Radiation Monitoring Center.

Geschichte

Direktoren:

  • Prof. Dr. Gotthilf Hempel (1981 bis 1992)
  • Prof. Dr. Max Tilzer (1992 bis 31. Oktober 1997)
  • Prof. Dr. Jörn Thiede (1. November 1997 bis 31. Oktober 2007)
  • Prof. Dr. Karin Lochte (1. November 2007)

Siehe auch

Weblinks

53.5345568.5807737Koordinaten: 53° 32′ 4,4″ N, 8° 34′ 50,8″ O


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