Alfred C. Toepfer

Alfred Carl Toepfer (* 13. Juli 1894 in Altona bei Hamburg; † 8. Oktober 1993 in Hamburg) war ein deutscher Unternehmer und Stifter der Alfred Toepfer Stiftung F. V. S..

Toepfer International mit Hauptsitz in Hamburg betrieb u. a. weltweiten Handel mit landwirtschaftlichen Produkten, insbesondere Getreide.

1931 gründete er die Stiftung F. V. S. , die heute als Alfred Toepfer Stiftung F. V. S. jährlich zahlreiche Preise und Stipendien zur Förderung der europäischen Einheit vergibt.

Der Unternehmer war ein Pionier des Landschafts- und Naturschutzes und zwischen 1954 und 1985 Vorsitzender des überregionalen Vereins Naturschutzparke. Ein besonderes Anliegen Toepfers war die Erhaltung der Lüneburger Heide und die Schaffung von Naturparks in Deutschland. Dies gelang ab 1956 mit der Verkündung des Naturparkprogramms in der Aula der Universität Bonn, bei der Bundespräsident Theodor Heuss anwesend war. 1970 wurde er vom Hamburger Senat mit der Bürgermeister-Stolten-Medaille ausgezeichnet, der höchsten Ehrung der Stadt nach der Ehrenbürgerwürde, die er 1991 erhielt.

In den 1990er Jahren wurde die Rolle Toepfers und seiner Stiftung in der Zeit des Nationalsozialismus kritisch beleuchtet. Der Schweizer Wissenschaftshistoriker Michael Fahlbusch schrieb, Toepfer habe die offizielle Kulturpolitik mitfinanziert, und seine Stiftung habe als „kulturelle fünfte Kolonnepangermanistische Ziele für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg verfolgt. Die Stadt Straßburg kündigte daraufhin 1996 die Zusammenarbeit mit der Stiftung auf. Die Alfred-Toepfer-Stiftung gründete 1997 eine unabhängige Historikerkommission unter Leitung von Hans Mommsen, die 2000 einen Sammelband mit einer kritischen Bestandsaufnahme von Toepfers Biographie und Stiftungsgeschichte herausgab. Die Kommission kam zum Schluss, Toepfer habe die zentralen Ziele und Motive des Nationalsozialismus, insbesondere den Antisemitismus, nicht geteilt und sich insbesondere nicht an arisiertem Eigentum bereichert.

Toepfer war beeinflusst von der Lebensreformbewegung und der Jugendbewegung. 1913 war er einer der Teilnehmer am Treffen des Ersten Freideutschen Jugendtags auf dem Hohen Meißner und auch 1988 nahm er noch an dem Treffen zum 75. Jahrestag teil.

Literatur

  • Alfred Toepfer. Stifter und Kaufmann. Bausteine einer Biographie – Kritische Bestandsaufnahme. Herausgegeben von Georg Kreis, Gerd Krumeich, Henri Menudier, Hans Mommsen und Arnold Sywottek. Christians, Hamburg 2000, ISBN 3-7672-1373-7
  • Jan Zimmermann: Die Kulturpreise der Stiftung F.V.S. 1935-1945. Darstellung und Dokumentation. Hrsg. von der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. Hamburg 2000.
  • Jan Zimmermann: Alfred Toepfer. Hamburg 2008 (Reihe Hamburger Köpfe. Hrsg. von der ZEIT-Stiftung).
  • Alfred Toepfer: Erinnerungen aus meinem Leben. 1894 bis 1991. Hamburg, Christians, 1991.

Weblinks


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