Alfred Concina

Alfred Mathias Concina (* 1919) ist ein ehemaliger SS-Unterscharführer der 16. SS-Panzergrenadier-Division „Reichsführer SS“ welcher am 12. August 1944 an der Ermordung von 560 Zivilisten in dem italienischen Dorf Sant’Anna di Stazzema beteiligt war.

Concina wurde am 22. Juni 2005 von einem italienischen Militärgericht in La Spezia als einer von 10 verurteilten SS-Verbrechern in Abwesenheit zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe sowie einer Entschädigungszahlungen verurteilt. Concina und vier weitere Verurteilte legten Revision gegen das Urteil ein, welches 2006 jedoch von einem Militärgericht in Rom bestätigt wurde. [1]

Concina äußerte sich zur Sache bei einer Vernehmung durch das Militärgericht von La Spezia. Er war durch seine Aussage nicht nur Angeklagter, sondern ist zugleich Zeuge. Als einziger der Angeklagten äußerte er sich auch gegenüber den Medien. Er sagte, dass er zunächst vorhatte, zu dem Prozess zu fahren, um eine Aussage zu machen und sich bei den Bürgern von Sant’Anna di Stazzema zu entschuldigen. Dies sei aus gesundheitlichen Gründen unterblieben. Auch habe sein Anwalt ihm von der Reise abgeraten, da eine nochmalige Ausreise aus Italien nicht gewährleistet gewesen sei.

In Deutschland wird seit 2002 gegen Concina ermittelt, bis heute wurde jedoch keine Anklage erhoben. Der Stand der Ermittlungen ist unklar, da die mit dem Fall befasste Staatsanwaltschaft Stuttgart bis heute die Akteneinsicht verweigert. [2]

Gegenüber der Chemnitzer Tageszeitung Freien Presse sagte er, er halte das italienische Urteil für falsch. Er habe niemanden umgebracht. Außerdem wäre eine Befehlsverweigerung sein Todesurteil gewesen. In einem Interview des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) sagte er, er habe „zwar auch mal schießen“ müssen, „damit das so aussieht“, er habe jedoch links an der Dorfkirche vorbei geschossen. [3]

Concina lebt heute in einem Seniorenheim in Freiberg (Sachsen) welches seit Bekanntwerden bereits Schauplatz mehrerer Demonstrationen antifaschistischer als auch neonazistischer Gruppen war. [4] [3] Die Demonstrationen bezeichnet Concina als „Schweinerei“.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Lars Reissmann: Verurteilung wegen des SS-Massakers von Sant’Anna di Stazzema bestätigt. Lokalberichte Hamburg, 17. Jahrgang, Nr. 24, 23. November 2006, S. 8, (PDF 553 KB)
  2. Das Massaker von Sant’Anna di Stazzema am 12. August 1944 - Materialiensammlung 1 für eine bundesweite Kampagne zur Anklageerhebung in Deutschland Mai 2006, S.19/20/32/34/37, (PDF 880 KB)
  3. a b Claudia Seidel: Reich im Heim. Jungle World, Nr. 1, 4. Januar 2006
  4. SS-Mörder lebt in Freiberg Freibaerger, Ausgabe Nr. 47, Dezember 2005

Weblinks


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