Alfred Dunhill, Ltd.
Dunhill

Alfred Dunhill, Ltd. ist ein nach seinem Gründer benanntes britisches Luxuswaren-Unternehmen, welches heute zum schweizerischen Richemont-Konzern gehört.

Unternehmensgeschichte

Alfred Dunhill (1872–1959) stieg 1887 als Lehrling in den väterlichen Sattlerei-Betrieb in London ein, übernahm diesen 1893 und entwickelte ab 1904 daraus zunächst eine Autozubehörfirma, Dunhill Motorities, unter dem Motto: „Everything for the car but the motor“ (etwa: „Alles fürs Auto außer dem Motor“). 1907 gab er den Autozubehörhandel auf und eröffnete ein Tabakgeschäft in London. 1910 wurde er zu einem Hersteller von Tabakspfeifen. Bereits 1924 wurde ein Dunhill-Geschäft in Paris eingeweiht. 1927 lancierte Dunhill das erste Feuerzeug, dunhill Unique, das einhändig bedient werden konnte. Im selben Jahr eröffnete eine Dunhill-Dependance in New York.

1929 zog sich Alfred Dunhill zurück und übergab die Geschäfte an seinen Sohn, Alfred Henry Dunhill, welcher bereits seit 1912 im Unternehmen arbeitete. Im Jahre 1934 brachte das Unternehmen eine Herrenpflege-Serie, Dunhill’s Fragrances for Men, mit Rasier- und Duftwässern auf den Markt. Ab 1963 wurde das Tabaksortiment um die hauseigene Zigarettenmarke Dunhill ergänzt. 1954 erschien Alfred Henry Dunhills Buch The Gentle Art of Smoking, noch heute ein Standardwerk zum Tabakkonsum (deutsch: Die edle Kunst des Rauchens, München 1971). In den 1960er Jahren erfolgte die Ausweitung auf den asiatischen Markt mit eigenen Geschäften in Hong Kong und Tokio. Das Tabakgeschäft des Unternehmens (Zigaretten, Zigarren, Pfeifentabak) wurde 1967 verkauft und gehört heute, mit Ausnahme der im Konzern verbliebenen Pfeifen-Herstellung, zu British American Tobacco.

1977 wurde das Hamburger Schreibwaren-Unternehmen Montblanc aufgekauft. 1985 übernahm Dunhill das französische Damenmode-Label Chloé. Das Herrenmode-Label Hackett kam 1991 hinzu. 1992 kaufte Dunhill die Modemarke Karl Lagerfeld. 1993 wurde die Dunhill-Holding mit Cartier zusammengeschlossen und in Groupe Vendôme umbenannt, welche 1998 vom Schweizer Richemont-Konzern gekauft wurde. Montblanc und Chloé gehören bis heute neben anderen Marken zum Richemont-Konzern. Karl Lagerfeld wurde 1997 verkauft und Hackett gehört seit 2005 zur spanischen Torreal-Gruppe.

Wenngleich ausgewählte Teile aus dem Bereich Herrenbekleidung, wie Lederjacken oder Westen, von Anfang an zum Dunhill-Portfolio gehörten, wurde eine komplette Herrenkollektion doch erst zur Herbst/Winter-Saison 1977/78 lanciert. Diese wurde von 2008 bis 2010 vom britischen Modedesigner Kim Jones geleitet und während der internationalen Modewochen in Paris präsentiert. Seither kümmert sich ein Design-Team um die Entwürfe.[1] Der britische Schauspieler Jude Law war ab 2007 das Kampagnengesicht für die Dunhill-Herrenmode. Das Unternehmen stellt keine Bekleidung für Damen her.

1988 wurde Dunhill von der neu gegründeten Richemont Holding übernommen. Als Sponsor von Golfturnieren machte sich Dunhill zusätzlich einen Namen: von 1985-2000 wurde der Alfred Dunhill Cup veranstaltet, der seit 2001 Alfred Dunhill Links Championship heißt und jährlich in St. Andrews stattfindet.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Alfred Dunhill: Kreativchef Kim Jones geht, textilwirtschaft.de, 13. September 2010

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